Test: Apple Watch SE vs. Garmin Venu SQ Music

Garmin Venu SQ Music im Test gegen Apple Watch SE
Die Garmin Venu SQ Music im Test kommt mit einem proprietären Ladekabel.

Nur mit ein paar Tagen Abstand sind die Apple- und die Garmin-Smartwatch auf den Markt gekommen. Grund genug, die beiden Produkte mal unter die Lupe zu nehmen. Vorhang auf für den Test Apple Watch SE vs. Garmin Venu SQ Music. Testerin: Sonja Angerer

Test Apple Watch SE vs. Garmin Venu SQ Music: Die Grundlagen

Apple Watch SE Test
Die Apple Watch SE wird bei Bestellung über die Apple-Webseite gleich mit dem gewünschten Band geliefert.

Fitness-Armbänder bzw. Smartwatches trage ich schon beinahe so lange wie es diese Produkt-Kategorie gibt. Deshalb haben ich für Techsonar auch schon die eine oder andere Smart Watch getestet. Die Apple Watch SE (40 mm) GPS ersetzte meine inzwischen leicht ramponierte Apple Watch Serie 3, und muss mit meinem halb-antiken iPhone 8 Plus zurechtkommen.

Die Garmin Venu SQ Music Smart Watch bekommet als „Partner“ ein nagelneues Nokia 2.4 Smartphone unter Android 10 (Android One-Version). Man kann die Garmin Venu SQ Music Smart Watch aber auch mit einem iOS-Gerät koppeln.

Um die Musk-Funktionen der beiden Smartwatches auszuprobieren, upgrade ich außerdem meinen Spotify-Account auf Premium. Außerdem nutze ich Amazon Prime Music.

Ausstattung der Smartwatches im Test

Apple Watch SE

Test Apple Watch SE am Arm
Die Apple Watch SE mit Sport Loop aus Textil.

Die Apple Watch SE ist Apples Budget-Version der aktuellen Uhren-Generation. Sie bietet das Retina-Display der älteren Generationen, und zwar ohne die Always-on-Funktion. Das Ziffernblatt leuchtet also erst, wenn man den Arm hebt. Das klappt bei der SE übrigens deutlich besser als bei meinem Vorgängermodell.

An Sensoren bringt die Apple Watch SE im Test ein Gyroskop, Höhenmesser sowie Herzfrequenzmesser mit. Mit dem verbauten Sensor kann man, anders als bei der Serie 6, aber kein EKG abrufen.

Die Apple Watch SE ist bis 50 Meter wasserdicht, deshalb kann man sie auch für Schwimmtrainings nutzen. Allerdings sollte man Turmspringen und andere Betätigungen, die mit einem hohen Wasserdruck einher gehen, besser bleiben lassen. Apple warnt davor, dies gilt aber auch für alle anderen Uhren mit 50 m-Freigabe.

Meine Apple Watch SE habe ich mit einem Sport Loop aus bestellt. In dieser Ausführung kostete das Modell gut 290 Euro. Es gibt für Apple Watches aber unzählige weitere Armbänder von Apple selbst wie von Drittanbietern.

Geladen wird die Apple Watch „drahtlos“ mit der Lade-Disk. Ein Exemplar ohne Wandstecker liegt jeder neuen Apple Watch bei. Mit einer Ladefüllung hielt meine Apple Watch SE locker ca. 36 Stunden durch.

Garmin Venu SQ Music

Test Garmin Venu SQ Music und Apple Watch SE: Ladekabel
Apple Lade-Disc und Garmin Kabel.

Mit dem Modell Venu SQ verabschiedet sich Garmin vom runden Gehäuse des Vorgängers. Auch der Preis ist mit rund 240 Euro für die getestet Music-Edition deutlich günstiger als zuvor. Der Touchscreen-Bildschirm der Garmin Venu SQ ist mit 3,3 cm deutlich kleiner als selbst bei meinem kleinen Apple -Watch-SE-Modell mit 40 mm Diagonale. Trotzdem ist das Gehäuse der Garmin-Uhr deutlich größer. Das liegt an dem großen „Bezel“ rund um den Bildschirm.

An Sensoren gibt es bei der Venu SQ einen Herzfrequenzmesser sowie die stichprobenweise Überwachung der Sauerstoffsättigung am Handgelenk, Kompass und Beschleunigungsmesser.

Die Bedienung der Uhr erfolgt über zwei Tasten, es gibt keine Dreh-Option wie bei der Digital Crown der Apple Watch SE. Das machte es mir manchmal etwa schwer, wieder zum Hauptbildschirm zurückzufinden, ohne dabei versehentlich die Aufzeichnung eines Trainings zu starten. Ist wahrscheinlich Gewohnheitssache. Aber ich wurde mit der Bedienung dieser Smart Watch deshalb nicht recht so warm.

Garmin Venu SQ Test Synchro Spotify
Die Garmin Venu SQ Music beim Sync einer Playlist aus Spotify Premium.

„Mein“ Modell der Garmin Venu SQ kam in Gold mit lichtgrauem Kunststoff-Band. Auch dieses Armband kann man austauschen, allerdings gibt es da längst nicht so viele Auswahl. Zum Laden benötigt die Garmin Venu SQ ein spezielles Kabel. Es wird an der Rückseite der Uhr befestigt und in einen USB-A-Wandstecker oder an einen Computer gesteckt. Das Laden kann einige Zeit in Anspruch nehmen, danach soll die Uhr aber (ohne GPS) auch bis zu sechs Tage durchhalten. Bleibt GPS an, dann reduziert sich die Laufzeit auf ein paar Stunden. GPS ist bei der Garmin Venu SQ nämlich direkt in der Uhr verbaut. Bei der Apple Watch wird GPS über das Smartphone bezogen.

Installieren der Smartwatches

Tst: Installation Garmin Venu SQ Android
Die Garmin Venu SQ Music koppelt mit dem Testgerät Nokia 2.4.

Bei der Apple Watch zeigt sich mal wieder, dass das fest verzahnte Apple-Ökosystem durchaus seine Vorteile hat. Ich lade die Apple Watch SE auf, und bringe sie in die Nähe des iPhones. Die passende App ist auf dem Smartphone auch unter iOS 14.0.1 schon vorinstalliert. Die Apple Watch SE kommt standardmäßig unter WatchOS 7. Deshalb muss man zum Koppeln nur eine Grafik auf dem Bildschirm der Uhr mit dem Phone scannen. Die Uhr schreibt ein paar Updates, holt sich die W-LAN-Log-ins von Smartphone, und schon kann man loslegen. Ready to Roll in fünf Minuten. So mag ich das.

Garmin hat es da naturgemäß schwerer. Man muss aus Google Play erst mal die Connect by Garmin sowie die Connect IQ-App herunterladen. Letztere benötigt man, um Apps und Erweiterungen für die Garmin Smart Watch zu erhalten. Nach dem Installieren der App klappt die Verbindung per Bluetooth mit dem Nokia 2.4 problemlos. Natürlich muss man sich mit Mail-Adresse für die Garmin-Dienste registrieren. Die Smart Watch übernimmt während der Installation nicht die im Android Phone hinterlegte W-LAN Verbindung.  (Das wird später noch wichtig).

Die Apple Watch SE und die Garmin Venu SQ Music im Alltag

Apple Watch SE

Apple Watch SE Test Fitness App iPhone
Apple-typisch: Bewegungsdaten als „Ringe“.

Von einer Smart Watch erwartet man im Alltag ein paar Basis-Fitness-Funktionen, vielleicht noch das Spiegeln von Benachrichtigungen, und eine paar Goodies wie etwa einen Wecker. Die Apple Watch erkennt automatische eine Reihe von Workouts, wie etwa Laufen, Yoga oder Schwimmen. Die Trainings werden in den bekannten bunten Ringen dargestellt. Man kann sich in der Fitness-App aber beispielsweise auch die Kilometer- und Schrittzahl anzeigen lassen. In der Health-App lassen sich außerdem diese und weitere Gesundheitsdaten konfigurieren. Also etwa Sturzerkennung, oder auch eine Warnung, wenn man länger Lärm über 90 dB ausgesetzt ist.

Gut gefällt mir der Handwasch-Alarm. Der nämlich erkennt, wenn man sich die Hände wäscht, und zählt 20 Sekunden herunter. Also kein „Happy Birthday to you“ mehr summen, damit es richtig sauber wird …

Test Apple Watch SE Halloween Watch Face
Über Buddywatch: Halloween-Ziffernblatt für die Apple Watch SE.

Neben den Basis-Funktionen bietet die Apple Watch die Möglichkeit, über Begleit-Apps etwa Shazam oder die Navigation über Google Maps zu installieren. Sogar Outlook kann man auf der Apple Watch nutzen. Für manche Funktionen muss die Smart Watch aber mit einer PIN versehen werden. Die soll die Uhr schützen, wenn man sie abnimmt. Allerdings sperrt sich meine Apple Watch SE immer mal wieder ohne wirklichen Grund am Arm selbst ab. Das nervt dann doch ziemlich.

Ziemlich gut gefällt mir übrigens die Möglichkeit, digitale Zifferblätter herunterzuladen. Über die App Buddywatch habe schon wirklich tolle Exemplare installiert…

Garmin Venu SQ Music

Garmin Venu SQ Music Test: GPS
Im Test ließ der GPS-Uplink der Garmin Venu SQ Music gerne länger auf sich warten.

Bei der Garmin Venu SQ Music Smartwatch im Test merkt man die Sportuhren-DNA. Denn der Fokus von App und Uhr liegt klar auf Training. Man kann sich beispielsweise seine Lieblings-Trainings auf die oberen Ebene konfigurieren, und die Aufzeichnung dann mit einem Griff starten.

Bei Outdoor-Aktivitäten musste ich allerdings öfter mal lange auf das GPS warten. Ein Update während des Test-Zeitraums hat das verbessert, aber nervig war es trotzdem. Dafür sind die Trainings-Auswertungen in der Connect-App deutlich ausführlicher als in der Health- bzw. Fitess-App von Apple. Mir kam das Tracking auch deutlich genauer vor.

Auf der Uhr selbst kann man Gesundheits-Daten wie etwa Stresslevel, Body Batterie und ähnliches anzeigen, das geht bei der Apple Watch SE nicht. Dazu gibt es Auswertungen spezifisch für den Sport, also beispielweise Runden-Zeiten und Züge beim Schwimmen. Auch die Garmin Venu SQ Music bietet wie die Apple Watch SE Schlaf- und Zyklus-Tracking sowie eine „Atmen“-App zur Stessreduktion.

Kalender und Mails kann man sich auf Garmin-Smartwatch auch anzeigen lassen. Allerdings sind die Bauchstaben ziemlich winzig, und die entsprechende Uhren-App wirkt sehr arg … retro. Wirklich gut nutzbar fand ich das im Test nicht.

Bezahlen mit der Smartwatch

Garmin Pay einrichten
Garmin Pay funktioniert in Deutschland nur mit wenigen Kreditkarten.

Mit der Garmin Venu SQ Music kann man über Garmin Pay bezahlen, die entsprechenden Karten-Daten gibt man über die App ein. Dabei können in Deutschland derzeit nur Kreditkarten hinterlegt werden. Die Apple Watch übernimmt entsprechende Daten von iPhone, wenn dort Apple Pay bereits eingerichtet wurde. Die Auswahl an Banken, die Apple Pay per Kredit- oder Debit-Karte unterstützen, ist relativ groß.

Leider ist meine Bank aber weder bei Apple Pay noch Garmin Pay darunter. Deshalb musste ich auf dieses Feature bei beiden Uhren verzichten.

Musik mit der Garmin Venu SQ Music und der Apple Watch SE

Garmin Venu SQ Music

Garmin Venu SQ gegen Apple Watch SE: Spotify
Spotify-Playlist auf Garmin Venu SQ Music.

Die Garmin Venu SQ Music Smart Watch bietet Platz für bis zu 500 Musik-Titel. Diese kann man beispielsweise von Deezer, Amazon Prime Music oder Spotify laden. Das bedeutet, dass man etwa beim Training kein Smartphone für die Playlist braucht, denn die Tracks speichert die Uhr. Sie verband sich im Test auch problemlos mit einem günstigen Sport-Kopfhörer. Zum Download einer Spotify-Playlist auf ein Gerät benötigt man einen Premium-Account des Musik-Dienstes, so auch hier.

Das Übertragen der Spotify-Premium-Tracks auf die Garmin Venu SQ Music Smart Watch stellte sich allerdings als ziemlich nervig heraus. Zwar verband ich in der App unser Kabel Deutschland / Vodafone-W-LAN problemlos mit der Uhr. Aber beim Herunterladen der Playlist gab es reihenweise Verbindungsprobleme. Eine schelle Recherche im Internet ergab, dass das Problem ausgerechnet bei Kabel Deutschland / Vodafone-W-LAN schon seit der Vorgänger-Uhr bekannt ist.

Ich bekam die Spotify-Playlist im Test schlussendlich doch auf die Garmin Watch, aber erst, als ich ein über das Nokia 2.4 einen Telekom-Hotspot einrichtete. Ziemlich ärgerlich.

Apple Watch SE

Apple Watch SE Spotify Streaming
Beim Streamen von Spotify-Playlists kann man die Apple Watch als Fernbedienung nutzen.

Die Apple Watch SE bietet satte 32 GB. Die kann man benutzen, um Musik aus der Mediathek, Playlists aus Apple Music oder, Audible-Hörbücher oder Podcasts auf die Uhr zu synchronisieren. Wer seine Musik lieber bei Amazon Music kauft, oder Spotify nutzt, hat nur die Möglichkeit, vom iPhone zu streamen. Die Smart Watch funktioniert dann nur als „Fernbedienung“ für das Smartphone. Mal wieder Apples „Walled Garden“, klar. Andererseits hat es mich im Test auch nicht so besonders gestört. Denn ohne Smartphone gehe ich ohnehin nicht aus dem Haus. Weiterer Vorteil: Beim Streamen vom iPhone benötigt man keinen Spotify-Premium-Account.

Test-Fazit: Soll ich Lieber Apple Watch SE oder die Garmin Venu SQ Music Smart Watch kaufen?

Auswertung Garmin Venu SQ Music
Die Garmin Connect App bietet eine sehr genaue Trainings-Auswertung.

Die Frage „Apple Watch SE oder Garmin Venu SQ Music?“ stellt sich eigentlich nur für Apple-Nutzer, denn nur sie haben die Wahl. Die Apple Watch SE ist wie alle Apple Smart Watches nicht mit Android kompatibel.

Im Vergleich einer Smartwatch mit dem aktuellen Google Wear OS wirken die Smart Watch-Funktionen bei der Garmin Venu SQ Music relativ rudimentär und die Software etwas altbacken. Die Sport-Funktionen sind der Apple Watch SE dagegen weit überlegen, denn sie sind weitaus detailreicher und wirkten auf mich im Test auch exakter.

Auiswertung TRaning Garmin Venu SQ Music
Wer auf Leistung trainiert, ist mit der Garmin Connect App deutlich besser informiert.

Die Möglichkeit, Spotify-Playlists direkt auf der Uhr zu installieren, fand ich zu Testbeginn sehr praktisch. Ich merkte aber schnell, dass mir das im Alltag kaum einen Vorteil brachte, denn ich hatte das Nokia 2.4 ja ohnehin immer dabei.

Bei der Apple Watch SE liegt der Fokus eindeutige auf den „smarten“ Funktionen. Diese bieten mir im Alltag deutliche Vorteile, on es nun um Erinnerungen geht, oder sogar die Möglichkeit, kurze WhatsApp-Antworten direkt von der Uhr zu versenden.

Die Fitness-Funktionen sind meiner Meinung nach eher nett für mittelambitionierte Hobby-Sportler wie mich. Für ernsthaft auf Leistung Trainierende führt an der Garmin Venu SQ Smartwatch kein Weg vorbei. Ob man dazu allerdings unbedingt die um rund 50 Euro teurere Music-Variante benötigt, ist Geschmackssache.

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