Smartwatch für Damen: Garmin Lily

Garmini Lily Smartwatch für Damen Test
Garmini Lily Smartwatch für Frauen - Verpackung
Die Garmin Lily Smartwatch für Damen bringt eine spezielle Ladeklammer mit.

Der schlaue Begleiter am Handgelenk gehört für viele beim Sport und draußen einfach dazu. Doch viele Sportuhren sind sehr klobig. Garmin bringt deshalb mit dem Modellreihe Lily eine Smartwatch nur für Damen auf den Markt: Zeit für einen Praxis-Test. Testerin: Sonja Angerer.

Warum ist Garmin Lily eine Smartwatch für Frauen?

Garmin positioniert das Modell Lily als Smartwatch für Damen. Das liegt besonders an dem zierlichen Gehäuse mit nur 34,5 × 34,5 mm. Das ist bedeutend kleiner als die meisten handelsüblichen. Das Damenmodell der Apple Watch (40 mm) ist mit 40 mm mal 34 mm und einer Stärke von 10,7 mm deutlich massiver. Mit einem Gewicht von 24 g ist die Garmin Lily auch besonders leicht.

Garmin Lily Smart Watch in der Connect App
In der Garmin Connect App sieht man die getrackten Daten übersichtlich aufbereitet.

Durch die runde Form wirkt die Garmin Lily Smartwatch sehr elegant. Das Gehäuse ist bei der Sportvariante aus eloxiertem Aluminium, die Klassik Version hat ein Gehäuse aus Edelstahl. Beide Modellreihen mit jeweils drei Varianten sind mit einem TFT-LCD Graustufen Display mit 16 Abstufungen ausgestattet. Durch das modische, mit einem farbigen Muster fest unterlegte Display fällt das Fehlen der Farbe aber zuerst gar nicht auf. Es sind vor allem diese Muster, die der gesamten Uhr ein ziemlich feminines Aussehen geben. Corning Gorilla 3 drei schützt den Bildschirm vor Beschädigungen.

In der Sportvariante hat die Garmin Lily ein Armband aus Silikon. Die Klassik Version zeichnet sich durch ein Lederarmband aus. Allerdings sind beide nur für zarte Gelenke geeignet: der maximale Umfang des Handgelenks ist mit 17,5 cm angegeben.

Speziell für die Zielgruppe hat diese Smart Watch einen ein so genanntes „Frauengesundheitstracking“ eingebaut. Das bedeutet, dass sie auf Wunsch den Menstruationszyklus und die Schwangerschaft im Auge behält. Auch beim Entspannungs-Timer und bei der Überwachung der Flüssigkeitsaufnahme kann ich mir nur schwer vorstellen dass ein Mann diese Funktionen besonders häufig nutzt.

Wie sportlich ist die Smartwatch für Damen?

Garmin Smartwatch für Frauen: Kopplung
Die Kopplung der Smartwatch mit einem Pixel-Smartphone unter Android 11 funktionierte problemlos.

Garmin ist als Hersteller von Fitness-Trackern und Fitnessuhren bekannt. Auch bei Modell Lily liegt ein deutlicher Fokus auf sportlichen Aktivitäten. Insgesamt kann man sieben Trainingsarten auswählen, die direkt über die Uhr aufgezeichnet werden können. Vorinstalliert sind klassische Trainings wie laufen Radfahren und Schwimmen. Denn die Uhr ist wasserdicht. Die Klassikmodelle mit ihrem Leder-Armband dürften allerdings ein häufiges Schwimmtraining nicht besonders gut wegstecken, vermute ich. Ausprobieren konnte ich es natürlich nicht, denn hier sind alle Schwimmbäder derzeit geschlossen.

Über die App kann man besonders „weiblich konnotierte“ Sportarten wie etwa Pilates oder Yoga hinzufügen. Alle Trainings müssen zur Aufzeichnung manuell gestartet werden. Sie werden also nicht wie etwa bei der Apple Watch automatisch erkannt. Zum Start der Aktivität drückt man auf dem einzigen kleinen Knopf der Uhr. Dieser ist unter dem Display versteckt, dort wo normalerweise die 6 im Zifferblatt steht.

Garmin Lily Sensoren
Die Garmin Lily bietet eine Pulsoximeter sowie einen Herzfrequenzmesser.

In die Garmin Lily ist ein ganz klassischer Schrittzähler integriert. Allerdings passt in das zierliche Gehäuse natürlich kein eigenes GPS-Modul. Das bedeutet, dass sich die Uhr wie viele ähnliche Modelle über das GPS das verbundenen Smartphones orientiert.

An Sensoren ist ein Pulsoximeter, ein Beschleunigungsmesser sowie eine Herzfrequenzmesser verbaut. Sie alle nehmen die Werte am Handgelenk ab. Man benötigt also keinen Brustgurt.

Gute Verbindungen

Ladeklammer für Garmin Lily
Mit einer Akku-Ladung hielt die Garmin Lily im Test gut drei Tage lang durch.

Damit man alle Funktionen der Garmin Lily Smartwatch nutzen kann, muss man sie per Bluetooth mit einem halbwegs aktuellen Smartphone verbinden. Sowohl iOS wie auch Android Geräte kommen infrage. Die passende Garmin Connect App gibt es in den jeweiligen App Stores. Man kann sie kostenlos herunterladen, muss sich dann aber mit seiner E-Mail-Adresse registrieren. Sinnvollerweise gibt man dazu auch weitere Gesundheitsdaten wie etwa Größe, Gewicht, Alter oder Trainingszustand an.

Über die App kann man eine Fitness-Gruppen beitreten, oder auch Freunde zum gemeinsamen Training einladen. Zusätzlich gibt es verschiedene Garmin Challenges denen man sich stellen kann. Dabei verdient man dann virtuelle Abzeichen.

Einige Daten aus der Connect App können auch in Apple Health übernommen werden. Umgekehrt ist derzeit allerdings nicht vorgesehen, dass man Daten aus Apple Health in die Connect App synchronisiert.

Garmin Connect Challenges
Mit der Lily kann man an den Garmin Challenges teilnehmen.

Für den Praxis Test, der etwa eine Woche dauerte, Verband ich die Garmin Lily mit unserem altgedienten Android Referenzgerät, einen Pixel 3A XL mit aktuellem Android 11. Das klappte erwartungsgemäß gut. Allerdings ließ die Uhr selbst erst nach einigen Wechseln der Systemsprache (Connect-App —> Allgemein) überreden, auch wirklich komplett auf Deutsch umzustellen.

Über die Connect App kann man verschiedene Widgets auf der Uhr installieren. Das sind dann etwa ein Kalorienzähler, ein Widget  für die so genannte „Body Batterie“, oder auch weitere Gesundheits-Statistiken. Richtige Apps, wie etwa bei der Apple Watch, gibt es für die Garmin Lily allerdings nicht.

Smartwatch oder Fitness-Tracker, das ist hier die Frage

Garmin Lily Smart Watch Kalender
Im Test wurde der Google-Kalender nicht auf der Lily Smartwatch angezeigt.

Mit der Garmin Lily Smartwatch für Frauen kann man einige altbekannte smarte Funktionen nutzen. So meldet die Uhr beispielsweise an wer anruft. Dazu muss man in der Garmin Connect App Zugang zu den Kontakten gewähren. Auch eine hereinkommen SMS zeigt die Lily an. Benachrichtigungen, auf dem Android Smartphone werden auf das Uhren-Display gespiegelt.

Eigentlich soll man sich auch Kalender-Einträge anzeigen lassen. Aber das hat bei mir vom Google-Kalender aus nicht geklappt. Dafür ließen sich die Trainingsdaten mit dem Outlook 365 Account synchronisieren. Allerdings wurden auch hier keine Termine aus dem Kalender gemeldet. E-Mails kann man sich auch nicht anzeigen lassen. Denn das macht auf dem kleinen Display wenig Sinn.

Garmin Connect /Outlook 365
Die Trainigsdaten aus der Lily Smartwatch für Frauen kann man in Outlook 365 übernehmen.

Die Musiksteuerung auf der funktioniert dagegen perfekt mit jeder Audio App die auf dem Android Smartphone geöffnet ist. Das gilt beispielsweis auch für Audible. Sie ist allerdings auf die Basics beschränkt: also vorwärts, rückwärts, Stop sowie Lautstärkeregelung.

Der Tag mit der Garmin Lily Damen Smartwatch

Durch das Schwarzweiß Display und den verhältnismäßig Geringen Funktions-Umfang hält der Akku dieser Smartwatch relativ lange. Der Hersteller behauptet dass man bis zu fünf Tage auf ein neues Aufladen verzichten kann. Das konnte ich im Test nicht bestätigen, aber rund drei Tage hielt die Uhr durchaus durch.

Zum Powern benötigt man die proprietäre Greifklammer. Mit ihr wird die Uhr über die Kontakte im Uhrenboden neu geladen. Das Kabel mit USB-A-Anschluss liegt bei. Es gibt aber kein Netzteil. Ich habe die Smart Watch deshalb immer an meinem Laptop geladen.

Anders als bei der Apple Watch kann man bei der Garmin Lily die Armbänder nicht so einfach austauschen. Über die Garmin Webseite gibt es zwar weitere Armbänder zu bestellen. Dann ist auch ein entsprechendes Werkzeug zum Armbandwechseln dabei. Einfach mal so kurz vor dem Ausgehen ein anderes Band montieren ist dadurch eher nicht drin.

Soll ich mir die Garmin Lily Smartwatch für Damen kaufen?

Garmin Lily steuert Audible
Die Lily Smartwatch für Frauen steuert auf Android z.b. Audible.

In der Sportvariante kostet die Garmin Lily knapp 200 €. Die elegante Klassik Version schlägt sogar mit 250 € zu Buche. Der Funktions-Umfang ist bei beiden Uhrenvarianten gleich.

Für die Freizeitsportlerinnen ist die Garmin Lily sicher die eleganteste Fitness Uhr, die man derzeit auf dem deutschen Markt kaufen kann. Allerdings muss man sich vergegenwärtigen, dass man derzeit eine Apple Watch Serie 3 für knapp 220, und die top aktuelle Apple Watch SE für knapp 300 € bekommt. Diese bieten in Sachen Sport ähnlich viel, haben aber zusätzlich noch viel mehr smarte Funktionen im Angebot. Apple-Nutzer müssen das in ihre Kaufentscheidung mit einberechnen.

Android-Nutzerrinnen, die die Nase voll haben von klobigen hässlichen Smartwatches, sollten sich die Garmin Lily für Frauen unbedingt näher ansehen. Gerade, wenn man am Arme nur Sport – und smarte Grundfunktionen benötigt,  ist sie eine sehr gute und vor allem eine sehr gut aussehende Wahl.