Test Soundcore Frames: Bluetooth Audio Glasses

Test Soundcore Frames: Bluetooth Audio Glasses
Verpackung Soundcore Frames
Bei den Soundcore Frames kauft man einen wechselbaren Brillenrahmen mit.

Eine Brille mit der man auch Musik hören kann? Gibt es immer mal wieder als Gadget. Die Soundcore Audio Frames sind aber als kluges Konzept geplant Das könnte diesmal aufgehen. Testerin: Sonja Angerer

Hier bei Techsonar.de sein wir ja einiges gewohnt. Aber als ich das Paket mit Soundcore Frames Bluetooth Audio Glasses für den Test auspackte, hatte ich trotzdem ein großes, begeistertes Grinsen im Gesicht. Denn zusammen mit der Packung, die abnehmbaren Ohrbügel und ein Brillengestell im Piloten-Stil enthielt, kamen ganz acht weitere Rahmen. Sieben davon Sonnenbrillen in klassischen Shapes, von Wayfarer bis 70´s Disco, eine davon mit klaren, Blaulicht absorbierenden Gläsern. Neun schicke Brillen auf einen Streich? Da kann der Tag nur noch gut werden 😊

Soundcore Frames Bluetooth Audio Glasses im Test: Die Basics

Test Soundcore Frames: Bluetooth Audio Glasses - Laden
Zum Laden benötigt man proprietäre Kabel.

In der hochwertig gestalteten Original-Paket findet man allerdings „nur“ ein Gestell, die besagten abnehmbaren Ohrbügel, ein proprietäres Ladekabel sowie ein Brillenentui. Kostenpunkt: Knapp 180 Euro. (Na gut, meine analogen Sonnenbrillen kosten ähnlich viel). Bei den Gläsern verspricht der Hersteller 99% der UVA/UVB-Strahlen herauszufiltern, außerdem Kratz- und Bruchfestigkeit.

Ersteres kann man im Alltag schwer nachprüfen, die Brillengläser waren aber ähnlich angenehm zu tragen wie bei hochwertigen Sonnenbrillen, und kein Vergleich zu dem Günstig-Teilen vom Discounter.

Mit einer Füllung der beiden kleinen Akkus in den Brillenbügeln gibt es ca. 5,5 Stunden Audio. Allerdings muss man danach, anders wie etwa bei den Soundcore Liberty 3 Pro (Test), zwingend das Ladekabel dabeihaben, denn ein Lade-Case gibt es ja nicht.

Test Soundcore Frames Bluetooth Audio Glasses - gesamt
In der Packung ist ein Gläserrahmen inbegriffen.

Anders als bei In-Ears steckt man Bein Soundcore Frames keinen Ohrstück. Denn die Musik kommt aus vier kleinen Lautsprechern, die den Sound in die Ohrmuschel strahlen. Ich war hoch überrascht, wie toll das klingt! Ein bisschen so, als wenn man bei einem gut ausgerichteten Surround-System am Idealpunkt sitzt. Und das ganz ohne das Fremdkörper-Gefühl, das man bei In-Ears ja oft kriegt. Soundcore nennt das „Open Surround“.

Es gibt allerdings durch die Bauform auch Nachteile. Denn natürlich hat man so weder aktives noch passives Noise Cancelling. Für die konzentrierte Büroarbeit eignen sich die Soundcore Frames aus unserem Test also eher etwas weniger. Das liegt übrigens auch daran, dass man in der Nähe des Trägers vor allem in der Standard-Einstellung durchaus mitbekommt, dass dieser Musik hört.

Test Soundcore Frames Bluetooth Audio Glasses - App
In der App kann man etwa die Firmware aktualisieren.

Ich gehe aber davon aus, dass das beispielsweise beim Laufen, Biken oder Skifahren kein Problem wäre. Gerade im Verkehr ist sicher von Vorteil, dass man durch die offene Bauform auch die Umgebung gut mitbekommt.

Ich bin mir aber nicht sicher, ob mit der Sound-Brille in der U-Bahn oder DB Ärger bekommen würde. Die Sound-Bügel passten mir übrigens perfekt und waren auch längerfristig gut zu tragen, ohne dass sie drückten oder sich störend anfühlten.

Der Tag mit den Soundcore Frames Bluetooth Audio Glasses

Test Soundcore Frames Bluetooth Audio Glasses - Koppeln
Problemlos: Soundcore Frames im Test beim Koppeln unter Android 11.

Für das „Probearbeiten“ in Homeoffice verbinde ich die Kopfhörer Brille zunächst mit meinem iPhone und legen  wähle einen Konzentrations-Soundtrack auf Spotify.  Leider kann man die Brille nur an jeweils einem Gerät zu selben Zeit betreiben. Um die Frames also an einem Gigaset GS5 auszuprobieren, das sich zufällig auch gerade zum Test bei uns befindet, trenne ich die iOS-Verbindung und kopple neu, indem ich drei Sekunden lang auf die Touch-Controls an beiden Bügeln drücke. Es klappte gleich beim ersten Mal, hurra!

Soundcore schlägt vor, dass man zum Nutzen der Frames die kostenlose App herunterlädt. Mit ihr kann man die Firmware aktualisieren. Aber auch den „Privat“-Modus im Equalizer aktivieren. Dann klingt die Musik zwar nicht mehr so eindrucksvoll am Ohr, allerdings ist die Abstrahlung auf die Umgebung auch deutlich reduziert. ES gibt außerdem die Möglichkeit, verschiedene Equalizer-Modi auszuwählen sowie „Open Surround“ abzuschalten. Aber warum sollte man das tun ?

Übrigens finde ich bei den Soundcore Frames im Test zum ersten Mal auch die berührungsempfindlichen Bedienflächen an den Bügeln gut. Vor- und zurückspulen, Telefonat annehmen und auflegen, alles klappt ziemlich gut und ohne dass man sich groß eingewöhnen muss. Der Hersteller hat sich hier beim Benutzer-Interface wirklich Mühe gegeben. Das merkt man auch daran, dass die Tonspur angehalten wird, wenn man die Brille abnimmt. Setzt man sie wieder auf, geht es auf Spotify noch im selben Takt nahtlos weiter. Ziemlich beeindruckend.

Laut Anleitung gibt es auch die Möglichkeit, die Brille mit acht Sprachkommandos zu steuern. In der App habe ich keine Möglichkeit gefunden, das zu aktualisieren. Allerdings finde ich auch, dass sich der praktische Nutzen in Grenzen hält, denn man kann ja auf die Sprachsteuerung des Smartphones zurückgreifen.

Soundcore Frames Brillengestelle
Insgesamt gibt es zehn verschiedene Aufsätze für die Soundcore Frames.

Zum Arbeiten wählte ich die klaren Gläser „Promenade Style Standard Size“ mit Blaulicht-Filter. Mir waren sie eigentlich ein bisschen zu groß. Aber man kann auf der Soundcore-Webseite die diversen Brillengestelle virtuell anprobieren. Spaßeshalber ging ich übrigens mit den Soundcore Frames bei meinem (handwerklichen) Optiker vorbei und fragte, ob man denn auch Korrekturgläser einsetzen lassen könne. Kann man, Glaser und Montage ab ca. 150 Euro.

Auch dem Fußweg durchs Viertel habe ich meine Soundcore Brille sehr genossen. Denn unter der Mütze finde ich In-Ears oft lästig, zudem muss man beim Absetzen immer aufpassen, dass man sie nicht verliert. Mit Brille fand ich das wesentlich angenehmer.

Soundcore Frames Brillengestelle anprobieren
Online kann man die Soundcore Frames Brillengestelle anprobieren.

Telefongespräche, egal ob unterwegs oder am Schreibtisch empfand ich als sehr klar und wahnsinnig angenehm. Durch die Surround-Lautsprecher wirkte es fast ein bisschen, als ob die Anrufer neben einem stehen. Bei Zoom-Calls war die Tonqualität nicht ganz so gut, aber das liegt jetzt eher an der App.

Soll ich mit die Soundcore Frames kaufen?

Test Soundcore Frames Bluetooth Audio Glasses - Gigaset GS5
Gigaset GS5 mit Soundcore Promenade Style

Für die meisten Menschen dürften sich die Soundcore Frames aus unserem Test eher als Zweit-Kopfhörer zum Outdoor-Sport oder eben für Musik und Calls im Homeoffice eignen. Im ÖPNV, Bahn oder Flieger könnten die kleinen Lautsprecher nämlich trotz Private-Modus doch zu störend wirken, weil eben nicht die ganze Ton nur im Ohr landet.

Davon abgesehen, war ich vom Test begeistert. Vor allem der klare, räumliche Sound hat es mir angetan, und natürlich die tollen, auswechselbare Brillenformen. Auch wenn zusätzliche Gestelle mit knapp 50 Euro pro Stück kein Schnäppchen sind.

Wer es sich leisten kann / will, sollte sich die Soundcore Frames aber unbedingt zulegen. Das Trage/ Hörgefühl ist einfach toll (und bald ist ja Weihnachten…) Und Sonnenbrillen kann man eh nie genug haben.

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