Test Nokia G10: Smartphone für die Zukunft

Test Nokia G10 Hero
Verpackung Nokia G10 im Test
Das Nokia G10 im Test kommt mit Ladegerät und Kabel-Headset.

Ohne aktuelles Smartphone geht gerade nix: Denn Corona-App, Click & Meet-Vereinbarung oder Testergebnis sollen online abgerufen werden. Deshalb suchen viele gerade ein aktuelles Smartphone, das nicht so viel kostet. Wie etwa das Nokia G10 im Test. Lohnt sich der Kauf? Testerin: Sonja Angerer

Sicherheit geht vor

Für viele Menschen, die das TikTok-Alter hinter sich gelassen haben, war ein Nokia ihr erstes Handy. Spätestens mit dem iPhone (2007) ging es für die Finnen aber abwärts. Nach wechselhafter Geschichte hat HMD die Marke global für Smartphones übernommen. Der Fokus liegt auf günstigen Geräten wie dem Nokia G10 im Test. Mit knapp 140 Euro bekommt man ein Gerät, das unter dem aktuellen Android 11 in der One-Version läuft. Das bedeutet, dass es drei Jahre Sicherheits-Updates bekommen wird, und auch zwei Jahre lang Betriebssystem-Upgrades.

Nokia G10 Sicherheits-Update
Das Phone soll drei Jahre lang Sicherheits-Updates erhalten.

Es ist also erst mal prinzipiell sicher genug, dass man ihm auch medizinische Daten, Fahrkarten, Online-Zugänge und ähnlich sicherheitsrelevante Daten halbwegs unbesorgt anvertrauen kann. Für Menschen, die keine großen Smartphone-Freunde sind, und ansonsten eher die abgelegten Geräte ihres Umfelds auftragen, ist das schon mal ein wichtiger Punkt, der für das Nokia G10 spricht.

Die Basics: Nokia G10 im Test

Nokia G10 im Test: Dual SIM
Das Nokia G10 bietet Dual SIM plus Micro-SD-Kartenschacht.

Das Nokia G10 kauft man am sinnvollsten online oder im Fachmarkt, mit einem Vertrag wird es in der Regeln nicht angeboten. Es ist damit das perfekte Prepaid-Smartphone. Durch den 6.5 Zoll-Bildschirm hat man richtig Platz und kann ggf. auch eine höhere Schriftgröße einstellen, ohne zu viele Informationen auf dem Bildschirm zu verlieren. (Einstellungen –> Bildschirm –> Erweitert). Das IPS-Display bietet 1600 x 720 Pixel Auflösung. Das ist nicht überragend, reicht aber für den Alltag locker. Die Helligkeit fand ich auch bei hellem Sonnenlicht ausreichend.

Mit den nur 32 GB Speicher sieht es schon ein bisschen anders aus: Das ist nämlich wirklich nicht viel, vor allem wenn man gerne Fotos macht, Video dreht oder Podcasts abonniert. Allerdings hat das Smartphone einen Micro-SD-Kartenschacht, mit dem man bis 512 GB Speicher nachrüsten kann.

Die Speicherkarte kann man übrigens auch dann noch nutzen, wenn man zwei SIM-Karten (also etwa Deutschland und Urlaubsland, oder Privat und Geschäft) geladen hat.

Akku Nokia G10
Der 5.050 mAh-Akku des Nokia G10 soll bis zu drei Tage durchhalten.

Der Prozessor, ein MTK Helio G25, ist klar für Budget-Phones designt. Das bedeutet, dass man schon mal mit einer Gedenk-Sekunde rechnen kann, wenn man eine größere Anwendung öffnet,  etwa zur Bildbearbeitung. So richtig störend fand ich das allerdings nicht. Denn bei dem, was man täglich so braucht, also etwa E-Mail oder Insta, trat das Problem nicht auf.  Wer gerne aktuelle Smartphone-Spiele mit erheblichem Ressourcen-Hunger zockt, wird allerdings mit dem Nokia G10 – wie den meisten anderen Budget-Modellen – nicht recht glücklich.

Konnektivität und Akku

Nokia G10 USB-C
Wird über USB-C geladen: Das Nokia G10 im Test.

Das Nokia G10 Aus unserem Test wird über USB-C-Kabel geladen, ein Ladegerät liegt bei. Leider wird allerdings nur mit 5 Volt / 2 A gepowert. Deshalb kann das Aufladen des 5050 mAh-Akkus schon mal etwas dauern. Die Batterie hielt im Test dafür aber auch tatsächlich die vom Hersteller versprochenen drei Tage (mäßiger Gebrauch, gute Verbindung zum Sendemast, nur eine SIM) durch. Laut Hersteller sorgt eine KI dafür, dass das Phone möglichst wenig Strom verbraucht.

Das Nokia G10 bietet noch einen Kopfhörer-Anschluss, und bringt sogar in der Verpackung ein Headset mit. Ich finde ja, diese Billigteile kann man sich (auch aus Gründen des Umweltschutzes) sparen, und nutzte im Test drahtlose Kopfhörer von JLab. Um das im Nokia G10 eingebaute Radio nutzen zu können, benötigt man aber das Headset oder kabelgebundene Kopfhörer als Antenne.

Das Nokia G10 in der Praxis

Speicher Nokia G10
Mit 32 GB ist der Speicher des Nokia G10 etwas knapp geraten.

Der Umzug von einem (halbwegs aktuellen) Android-Smartphone zum anderen geht heute dank Google ähnlich problemlos wie beim iPhone. Deshalb war ich binnen einer halben Stunde startklar. Der Fingerprint-Sensor, der beim Nokia G10 im Ein-Ausschalter untergebracht ist, hat bei mir allerdings öfter nicht wirklich gut funktioniert. Alternativ kann man das Phone via PIN oder Face Unlock entsperren.

Mit 190 Gramm und 165 x 76 x 9 mm passt das Nokia G10 noch halbwegs gut in die Tasche. Das große Kamera-Areal auf der Rückseite bietet drei Linsen: 13 MP, 2 MP Makro, 2 MP Tiefensensor sowie Blitzlicht, vorne muss man sich mit 8 MP begnügen. Die Fotos aus der Rückenkamera fand ich in Ordnung, für den Preis kann man keine Spitzenqualität erwarten. Zum Teil wirkten sie allerdings etwas überschärft.

Den kleine Mono-Lautsprecher am Fußende hätte man allerdings noch ein bisschen aufpeitschen können, denn selbst bei Spotify-Streams wirkte der Sound auf mich ziemlich „quäkig“.

Kleine Schwächen in der Handhabung

Schriftgröße Nokia G10
Durch den 6,5-Zoll-Bildschirm funktioniert auch große Schrift noch gut.

Sowohl Verbindungs- wie Sprachqualität des Nokia G10 waren im Test-Zeitraum mit einer Telekom-SIM solide. Die seitliche Taste für die Google-Assistenz nervt allerdings deutlich. Denn es dauerte immer etwa eine Sekunde, bevor „OK Google“ auftauchte, wenn man den Knopf versehentlich berührte. Und das passierte mir im Test oft. Wahrscheinlich hielt ich das Gerät falsch.

Insgesamt erlebte ich das Nokia G10 als praxistaugliches Alltags-Smartphone. Ein bisschen schade fand ich, dass keine Schutzhülle mitgeliefert wird. Es gibt auch online nur wenig Auswahl zu kaufen. Den blauen Kunststoff-Rücken meines Testmodells fand ich nämlich ein bisschen rutschig. Das Gerät wirkt aber ziemlich stabil und kratzfest. Denn in mehreren Wochen ohne Hülle gab es im Test wirklich nicht eine einzige Macke.

Soll ich mir das Nokia G10 kaufen?

Das Nokia G10 ist gut für erwachsene Einsteiger geeignet, die sich mit der Marke identifizieren können und auf lange Haltbarkeit bei einem guten Preis Wert legen. Hier hebt sich das G10 mit drei Jahren Sicherheitsupdate-Versprechen nämlich wirklich wohltuend von anderen Budget-Phones ab. Da nämlich muss man allzu oft das Smartphone so akzeptieren „wie es ist“. Und da bedeutet, dass es spätestens ein Jahr nach dem Erscheinungsdatum (!) dann ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellt. Das soll beim Nokia G10 (und den anderen Geräten aus der neue Reihe) eben nicht der Fall sein, weil sie längerfristig aktualisiert werden.

Testfoto Nokia G10 _Nah
Löwenzahn-Nahaufnahme mit dem Nokia G10

Die Fotos des Nokia G10 können sich sehen lassen, die Handhabung des Geräts ist OK. Ich würde allerdings raten, statt auf den Fingerprint-Sensor auf PIN oder Gesichtserkennung umzustellen. Insofern: Ein Budget-Phone ist meist keine Liebesheirat. Mit dem Nokia G10 bekommt man einen alltagstauglichen Begleiter „nicht nur für eine Nacht“.

Gamer und Kinder werden mit dem Nokia G10 aus unserem Test allerdings womöglich nicht glücklich: Prozessor zu schwach, Marke nicht cool genug. (*PARENTAL WARNING*)

 

 

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