
Du musst oft mitschreiben in Schule, Uni oder Job und hast die Nase voll von unlesbarem Gekrakel auf dem Tablett? Stundenlange Audioaufnahmen bringen dir nichts, KI-Transkripte waren bisher enttäuschend, und du würdest am liebsten wieder auf das gute alte Notizbuch umsteigen?
Mit dem Ploud AI Notetaker bist du diese Sorgen los, verspricht der Hersteller. Denn das KI Diktiergerät macht aus langen Meetings, Webinars oder Vorlesungen knackige Zusammenfassungen mit To-do-Listen, Mind-Maps und Handlungsempfehlungen. Ich habe das handliche Gerät für dich getestet.
Im Plaud Note Pro Test erfährst du:
- Was das KI-Diktiergerät von Plaud besonders macht
- Mit welchen Kosten du rechnen musst.
- Wie der AI Notetaker unter Android arbeitet
- Ist ein KI-Diktiergerät überhaupt erlaubt?
- Welche Vorteile und Nachteile ich im Alltagstest gefunden habe.
Was macht das Plaud Note Pro besonders?

Auf den ersten Blick erinnert das Plaud Not Pro eher an eine Kreditkarte als an einen Sprachrekorder. Denn das Gerät ist knapp drei Millimeter dünn und wiegt rund 30 Gramm. Es lässt sich per Magnet an einem Smartphone befestigen. Für Geräte ohne MagSafe liegt ein Magnetring bei.
Das Gehäuse wirkt hochwertig verarbeitet, es besteht aus Aluminium. Besonders praktisch ist das integrierte AMOLED-Display, das Informationen wie Akkustand, Aufnahmezeit und Aufnahmestatus direkt anzeigt. Das ist tatsächlich ziemlich praktisch, weil man sich jederzeit davon überzeugen kann, dass die Aufnahme auch läuft.
Im Inneren arbeiten vier Mikrofone mit Beamforming-Technologie. Sie sollen Stimmen gezielt erfassen und störende Hintergrundgeräusche reduzieren. Laut Hersteller sind Aufnahmen selbst aus mehreren Metern Entfernung möglich. Der Akku reicht für bis zu 30 Stunden Aufnahmezeit. Dank 64 GB Speicher hat auch die längste Ansprache locker Platz.

Wie auch bei anderen KI-Diktiergeräten wird auch der Plaud Note Pro über eine kostenlose App für Android oder iOS mit dem Smartphone verbunden. Die eigentliche Verarbeitung der Tonaufnahme erfolgt aber nicht auf dem Smartphone, sondern in der Cloud des Herstellers. Dazu wird der Mitschnitt über W-LAN oder mobiles Internet hochgeladen.
Kosten Plaude Note Pro
Der Plaude Note Pro ist direkt über den Hersteller oder über Amazon zu haben, der Listenpreis liegt bei knapp 190 Euro. 300 Minuten Transkription im Monat sind im „Starter Plan“ bereits inbegriffen. Wer mehr braucht, hat die Wahl zwischen Pro, Unlimited und Teams-Abos ab 9,20 Euro.
Plaud Note Pro im Android-Test

Für den Test installiere ich die Plaud-App auf dem aktuellen Testgerät in der Redaktion, ein Moto Edge 70 Max (Test) unter Android 16. In der Plaud-App wird dabei ein persönlicher Arbeitsbereich eingerichtet. Dort landen später die Aufnahmen, Transkripte und Zusammenfassungen. Die App führt verständlich durch die ersten Schritte, sodass auch Nutzer ohne Technikkenntnisse schnell loslegen können.
Das Moto Edge 70 Max ist Qi2-kompatibel, hat also einen Magnetring auf dem Rücken. An ihm hält das mitgelieferte Leder-Etui des Plaude Note Pro ähnlich gut wie bei einem iPhone. Allerdings würde ich kein Smartphone mit einem Plaude Note Pro auf der Rückseite in die Hosentasche schieben. So stabil ist die Verbindung nämlich nicht.

Apple-Nutzer können den Plaude Note Pro in das „Wo ist“-Suchnetzwerk (so funktioniert es) einfügen. Damit wird der aktuelle Standort des Diktiergeräts ähnlich wie bei einem Airtag oder einer Airtag-Alternative für iOS in der App angezeigt. Für Android-Nutzer gibt es aber derzeit keine Möglichkeit zum Tracking des Plaude Note Pro.
Ist ein AI-Notetaker wie der Plaud Pro Note überhaupt erlaubt?
Prinzipiell ist ein Diktiergerät mit oder ohne KI in Deutschland natürlich nicht verboten. Wenn du es allerdings heimlich in einem Raum versteckst, um jemanden zu belauschen, verstößt du wahrscheinlich gegen verschiedene Gesetze. (*Keine Rechtsberatung! Bitte frag deinen Anwalt, solltest du so etwas vorhaben!*)
Trotzdem gilt ein wichtiger Grundsatz: Bitte informiere alle Beteiligten vor einer Aufnahme und hole deren Zustimmung ein. Das gilt für Telefonate, Interviews, Meetings, Webinare und Online-Konferenzen gleichermaßen. Neben rechtlichen Vorgaben ist das auch eine Frage des respektvollen Umgangs miteinander.

Wer Gespräche aufzeichnet und in die Cloud lädt, sollte außerdem den Datenschutz ernst nehmen. Nach Angaben des Herstellers erfüllt die Plattform wichtige Datenschutz- und Sicherheitsstandards. Dazu gehören die europäische DSGVO (GDPR), SOC 2, HIPAA sowie EN 18031. Trotzdem solltest du das Gespräch mit eurem Datenschutzbeauftragten suchen, wenn du das Gerät im Job einsetzen willst.
Alltagstest in der Redaktion mit dem Plaude Note Pro: So viel Zeit gespart!

In der Redaktion musste sich der AI Notetaker im Alltag bewehren: Gespräche, Telefonmitschnitte und Webinare wurden aufgezeichnet.
Meetings vor Ort
Besonders eindrucksvoll zeigt der Plaud Note Pro seine Fähigkeiten bei Besprechungen mit mehreren Teilnehmern. Während einer Redaktionskonferenz musste ich nicht mehr permanent mitschreiben. Stattdessen konnte ich mich auf die Diskussion konzentrieren.
Nach dem ng stellte die App ein vollständiges Transkript bereit. Zusätzlich erzeugte die KI eine Zusammenfassung mit den wichtigsten Punkten und identifizierte konkrete Aufgaben. Das spart enorm Zeit, insbesondere wenn mehrere Termine pro Woche dokumentiert werden müssen.
Die Qualität der deutschen Transkriptionen war dabei bemerkenswert hoch. Auch Fachbegriffe aus der Technik- und Medienbranche wurden meist korrekt erkannt.

Besonders hilfreich ist die Möglichkeit, eigene Fachbegriffe zu hinterlegen. Dadurch lassen sich branchenspezifische Begriffe noch zuverlässiger erfassen. Für Journalisten, Berater oder Vertriebsteams kann das einen echten Unterschied machen.
Ich habe den Plaud Note Pro mit Deutsch und Englisch getestet, das Gerät erzeugt laut Hersteller aber Zusammenfassungen aus Gesprächen in insgesamt 112 Sprachen.
Webinare und Online-Pressekonferenzen

Überraschend gut funktionierte das Gerät auch bei Webinaren und Online-Presseveranstaltungen. Gerade solche Termine dauern oft 45 bis 90 Minuten und enthalten viele Informationen, die später für Berichte oder Entscheidungen relevant sind.
Während eines Webinars konnte ich mich vollständig auf die Präsentation konzentrieren. Nach Ende der Veranstaltung lag bereits ein durchsuchbares Transkript vor. Statt später mühsam eine vollständige Aufzeichnung anzuhören, genügte es, nach bestimmten Begriffen oder Produktnamen zu suchen.
Auch bei Online-Pressekonferenzen erwies sich dieser Workflow als hilfreich. Besonders wenn mehrere Sprecher beteiligt sind, spart die automatische Strukturierung viel Zeit. Die Software erstellt aus langen Gesprächsverläufen übersichtliche Zusammenfassungen, die sich als Grundlage für die weitere Recherche eignen.
Telefoninterviews

Für Journalisten besonders interessant ist die Aufzeichnung von Telefonaten. Das Gerät wird dafür an der Rückseite des Smartphones befestigt. Im Test konnte das Plaud Note Pro beide Gesprächspartner zuverlässig erfassen, ohne dass das Telefon auf Lautsprecher gestellt werden musste.
Wichtige Teile des Gesprächs markierte ich durch Druck auf den Aufnahmeknopf, denn so erzeugt man ein „Highlight“. Diese lassen sich später in langen Aufnahmen auch besser wiederfinden.
Transkription und Export

Nachdem die Aufnahme abgeschlossen ist, erzeugt die KI automatisch ein Transkript, eine Mindmap und eine strukturierte Zusammenfassung des Gesprächs. Dabei werden auch frühere Transkripte berücksichtigt, um Kontext zu schaffen. Diese Möglichkeit lässt sich aber über die Personalisierung des Kontos auch ausschließen.
Die zusammengefassten Notizen kann man noch mit eigenen Anmerkungen anreichern. Das soll auch als Audio-Aufnahme oder Foto funktionieren. Ich habe diese Möglichkeit in der aktuellen Android-App aber nicht gefunden.
Für die Zusammenfassungen stehen verschiedene Vorlagen bereit, z.B. für Vorlesungen oder Forschungsinterviews. Man kann auch eigene Vorlagen anlegen.

Die Audioaufnahmen lassen sich als MP3s, die erzeugten Mindmaps als JPG-Datei exportieren. Für Notizen und Zusammenfassungen stehen TXT, Markdown, DOCX oder PDFs zur Verfügung. Direkt aus dem persönlichen Arbeitsbereich ist der Export z.B. in ein verbundenes Microsoft One Drive oder Google Drive möglich. Über die „Teilen“-funktion von Android lassen sich alle Dateien auch über Messenger oder Mail versenden.
Direkt aus der App kann man nur auf den Google Kalender zugreifen. In einem künftigen App-Update soll auch der Zugriff auf Microsoft To Do, Salesforce oder Dropbox möglich sein.
Wer statt auf dem Smartphone lieber am PC oder Mac arbeitet, kann außerdem das Plaud-Web-Portal nutzen und von dort aus direkt auf alle Zusammenfassungen zugreifen.
Test-Ergebnis Plaude Note Pro, Vorteile und Nachteile

Im Test überzeugte vor allem die Kombination aus guter Aufnahmequalität, präzisen Transkriptionen und intelligenten Zusammenfassungen. Mit den stumpfen und meist nutzlosen Teams- oder Zoom-Transkriptionen, die man noch vor einem Jahr von irgendwelchen Apps serviert bekam, haben die KI-Zusammenfassungen vom Plaude Note Pro praktisch nichts mehr gemeinsam. Wenn Du regelmäßig Gesprächsinhalte dokumentieren musst, kann sich die Investition aber schnell lohnen.
Ganz ohne Kritik kommt das Gerät nicht davon. Die gedruckte Anleitung fällt angesichts der vielen Funktionen recht knapp aus. Ausführliche Anleitungen und Support gibt es über das Plaud-Web-Portal. Sich wirklich einzuarbeiten, kostet aber schon etwas Zeit.
Auch die noch fehlende nahtlose Integration von Workspace-Apps ist ein Thema. Hier hat der Hersteller aber schon Abhilfe angekündigt. Andere KI-Produkte wie etwa Memoket Gem (Test) haben diese Funktion schon.

Ein weiterer Kritikpunkt sind die laufenden Kosten. Im Kaufpreis sind lediglich 300 Minuten Transkription pro Monat enthalten. Wer regelmäßig Meetings, Interviews oder Webinare aufzeichnet, wird wahrscheinlich ein kostenpflichtiges Abo benötigen. Allerdings spart man sich wirklich viel Arbeitszeit. Dass das nicht dauerhaft kostenlos drin sein kann, sollte eigentlich klar sein.
Mich persönlich nerven proprietäre Ladekabel, wie auch der Plaude Note Pro eines hat. Ich hätte einfaches, kabelloses Laden über Qi vorgezogen. Allerdings war der Akku im Test so ausdauernd, dass ich in der Realität keine Probleme mit dem Aufladen hatte.
Wenn du also Verwendung und vor allem das Budget für einen AI Notetaker hast: Beim Plaude Note Pro ist es hervorragend aufgehoben.
Vorteile Plaude Note Pro
- Sehr gute Audioqualität durch vier Mikrofone
- Präzise Transkriptionen in 122 Sprachen
- KI-Zusammenfassungen klar und mit nützlichen To-Dos
- Praktisches AMOLED-Display
- Lange Akkulaufzeit
- Funktioniert gut bei Telefonaten (ohne Lautsprecher!), Meetings und Webinaren
- Datenschutz-Konform nach DSGVO, SOC 2, HIPAA und EN 18031
- Fachvokabular kann eingepflegt werden
- Tracking über Apple „Wo ist?“
Nachteile Plaude Note Pro
- Nur 300 Minuten Transkription pro Monat inklusive
- Zusätzliche Kosten für Vielnutzer
- Proprietäres Ladekabel
- Starke Abhängigkeit von App und Cloud
- Integration noch ausbaufähig
- Android-Nutzer können das Gerät nicht tracken
Text: Sonja Angerer
Transparenzhinweis: Der Plaude Note Pro AI Notetaker wurde mir für den Test zur Verfügung gestellt.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar