Multichannel-Marketing: So erreichst du Kunden auf mehreren Wegen

So erreichst du Kunden über E-Mail, Social Media, WhatsApp und Print. Praktische Multichannel-Tipps für Creator und kleine Online-Shops.
Content Creator beim Messenger-Marketing (Symbolbild, Comic)
Messenger sind ein schneller und effektiver Kanal im Multichannel-Marketing.

Du steckst viel Zeit in deinen Content oder deinen Online-Shop, doch oft gehen dir potenzielle Kunden unterwegs verloren. Mit einer durchdachten Multichannel-Strategie erreichst du sie genau dort, wo sie unterwegs sind: auf Social Media, per E-Mail, WhatsApp oder sogar am Briefkasten.

Denn wenn du nur auf einen Marketingkanal setzt, verschenkst du Reichweite. Kunden lesen heute nicht mehr nur E-Mails. Sie entdecken Produkte auf Instagram, klicken auf einen Newsletter oder reagieren auf eine Nachricht per Messenger. Deshalb setzen immer mehr Unternehmen auf Multichannel-Marketing.

Dabei geht es nicht darum, überall gleichzeitig präsent zu sein. Erfolgreich wird die Strategie erst dann, wenn die verschiedenen Kanäle sinnvoll zusammenspielen.

Was bedeutet Multichannel-Marketing?

Beim Multichannel-Marketing nutzt du mehrere Kommunikationswege parallel. Das können E-Mail, Social Media, Messenger, ein Onlineshop oder sogar klassische Print-Mailings sein.

Ein typisches Beispiel aus dem Alltag eines Content Creators: Ein neues YouTube-Video wird zunächst auf Instagram angekündigt. Abonnenten erhalten zusätzlich einen Newsletter mit Hintergrundinformationen. Einige Tage später erinnert ein Linkedin-Post an den Beitrag. So begegnen Follower dem Content mehrfach, ohne dass derselbe Inhalt einfach wiederholt wird.

Für einen kleinen Online-Shop könnte die Customer Journey ähnlich aussehen: Ein Kunde entdeckt ein Produkt über Instagram, legt es in den Warenkorb und kauft zunächst nicht. Anschließend erhält er eine E-Mail mit weiteren Informationen oder Anwendungstipps. Wenige Tage später erinnert ihn eine Anzeige oder Messenger-Nachricht an das Produkt.

Die wichtigsten Kanäle

E-Mail bleibt ein Arbeitstier

Trotz Social Media gehört E-Mail-Marketing nach wie vor zu den effektivsten Kanälen. Wer seine Empfänger sinnvoll segmentiert, kann deutlich relevantere Inhalte versenden als mit einem einzigen Newsletter, der an alle Abonnenten geht. Plattformen wie Mailchimp bieten dir hier alle Möglichkeiten, zum Teil sogar in der kostenlosen Version.

Social Media für Reichweite

Instagram, TikTok oder Linkedin eignen sich hervorragend, um neue Zielgruppen zu erreichen. Content Creator nutzen diese Plattformen oft, um Videos, Podcasts oder Blogbeiträge bekannter zu machen. KI-Videos produzieren geht heute ganz leicht. Du musst dazu also nicht einmal selbst vor die Kamera, wenn du dich dabei nicht so wohl fühlst.

Print als unterschätzter Kanal

Print für Marketing (Symbolbild, Comic)
Print-Produkte können sich wie ein Geschenk anfühlen. Das macht sie zum effektiven Verkaufskanal.

Print und Direktmarketing erleben derzeit eine kleine Renaissance. Während E-Mails, Social-Media-Posts und Werbeanzeigen oft innerhalb weniger Sekunden weggeklickt werden, landet ein hochwertiges Mailing direkt vom Briefkasten auf dem Schreibtisch. Gerade für kleine Online-Shops kann das ein Vorteil sein.

Ein Beispiel: Ein Shop für Kaffeezubehör legt seinen Bestellungen handgeschriebene Dankeskarten oder Rabattgutscheine für den nächsten Einkauf bei. Ein anderer Händler verschickt saisonale Produktkataloge an Stammkunden. Solche Maßnahmen schaffen Aufmerksamkeit und bleiben oft länger im Gedächtnis als digitale Werbung. Wer erstklassige Printmailings online erstellt und gezielt an ausgewählte Kunden versendet, kann digitale Kampagnen sinnvoll ergänzen. Denn ein schönes Druckprodukt kann sich wie ein Geschenk anfühlen.

Messenger werden immer wichtiger

Messenger-Dienste wie WhatsApp, Signal oder Telegram spielen inzwischen ebenfalls eine wichtige Rolle im Marketing. Nutzer lesen Nachrichten häufig deutlich schneller als E-Mails. Sie reagieren direkter auf Angebote oder Rückfragen.

Online-Shops nutzen WhatsApp etwa für Bestellinformationen, Produktempfehlungen oder Rabattaktionen. Dass hier großes Potenzial steckt, zeigen zahlreiche Beispiele für Verkaufserfolge durch gezieltes WhatsApp-Marketing, z.B. von Mailody. Wichtig ist dabei, Kunden nur mit relevanten Inhalten anzusprechen und deren Zustimmung einzuholen. Denn Verstöße gegen Datenschutz-Bestimmungen können für dich teuer werden.

Drei Multi-Channel-Strategien, die in der Praxis funktionieren

Nutzerverhalten statt Alter oder Wohnort

Viel wichtiger als klassische Zielgruppenmerkmale ist oft das tatsächliche Verhalten. Hat jemand einen Warenkorb gefüllt? Wurde ein Newsletter geöffnet? Oder hat ein Nutzer mehrere Videos zu einem bestimmten Thema angesehen?

Als Content Creator könntest du beispielsweise Technik-interessierten Followern andere Inhalte schicken als Fotografie-Fans. Ein Shop für Outdoor-Ausrüstung bewirbt bei Wanderern andere Produkte als bei Camping-Fans.

Kanäle miteinander verbinden

Wer einen Newsletter öffnet, aber keinen Link anklickt, könnte später über Social Media erneut angesprochen werden. Das erhöht die Chance, dass die Botschaft wahrgenommen wird.

Die Botschaft bleibt gleich

Die Kernidee sollte auf allen Kanälen erkennbar bleiben. Die Umsetzung darf sich jedoch unterscheiden. Ein Produktlaunch kann als kurzes Reel auf Instagram erscheinen, ausführlich im Newsletter erklärt werden und zusätzlich im Blog auftauchen.

Wo die größten Probleme beim Multi-Channel-Marketing liegen

Infografik: Multichannel-Marketing
Infografik: So funktioniert effektives Multichannel-Marketing.

Viele kleine Unternehmen nutzen mehrere Tools gleichzeitig. Der Shop kennt die Kundendaten, das Newsletter-System arbeitet separat und Social Media läuft komplett unabhängig davon. Dadurch gehen wichtige Informationen verloren. Oder du musst von Hand zwischen deiner Software relevante Daten kopieren. Das ist langweilig, aber vor allem: fehleranfällig.

Ein CRM-System oder eine Marketing-Plattform wie z.B. HubSpot oder Salesforce kann helfen, die Daten zentral zusammenzuführen. So entsteht ein besseres Bild davon, welche Inhalte tatsächlich funktionieren und welche Kanäle Kunden bevorzugen.

Alternativ kannst du auch Automatisierungstools wie Zapier nutzen oder sogar dienen eigenen KI-Agent bauen, um dir eine Multichannel-Plattform zu bauen. Die ist dann ganz auf dich zugeschnitten.

Erlaubt ist, was für dich funktioniert

Multichannel-Marketing bedeutet nicht, auf jedem neuen Netzwerk aktiv zu werden. Das kostet nur viel Zeit und Nerven, die dir für deine eigentliche Arbeit fehlen.

Wichtiger ist die gezielte Kombination weniger Kanäle, die deine Zielgruppe wirklich nutzt. Für Content Creator kann das etwa die Kombination aus YouTube, Instagram und Newsletter sein. Kleine Online-Shops starten oft erfolgreich mit Social Media, E-Mail-Marketing und ihrem Shop.

Wer diese Kanäle sinnvoll verbindet und Inhalte an das Verhalten seiner Nutzer anpasst, verbessert nicht nur die Reichweite, sondern auch die Kundenbindung nachhaltig. Und damit steigen deine Umsätze fast wie von allein!

Text: S. Angerer / KI-Unterstützung

Über Sonja Angerer 1501 Artikel
Fachautorin und Redakteur. Bei Techsonar vor allem zuständig für die Bereiche Smartphone, Smart Home und Gadgets. Mit viel Erfahrung in Fachmagazinen, u.a Macwelt, Digifoto, Sign Pro Europe, Large Format und Fespa.com.

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