
Gute Ideen halten sich selten an Termine. Sie kommen während eines Meetings, auf dem Weg zur Arbeit oder mitten in einem Gespräch. Oft sind sie genauso schnell wieder verschwunden, wenn du sie nicht festhältst.
Deshalb greifen viele Menschen inzwischen zum Smartphone und nehmen kurze Sprachnotizen auf. Das funktioniert zwar, löst aber nur einen Teil des Problems. Denn später musst Du die Aufnahme trotzdem anhören, wichtige Informationen herausschreiben und alles sortieren. Macht das eigentlich wirklich jemand konsequent?
Der Boya Notra Nano geht deshalb einen Schritt weiter. Das kleine Gerät versteht sich nicht nur als Sprachrekorder, sondern als persönlicher KI-Assistent für Gespräche, Meetings und Notizen. Es soll Gesprochenes automatisch in Text verwandeln, Inhalte zusammenfassen und sogar Aufgaben erkennen.
Das klingt praktisch, wirft aber auch Fragen auf: Wie zuverlässig arbeitet die KI? Reicht die Aufnahmequalität im Alltag aus? Und lohnt sich dafür ein eigenes Gerät, wenn das Smartphone ohnehin immer dabei ist?
Genau das schaue ich in diesem Test an. Die kostenlose Boya App installiere ich dazu auf einem Samsung Galaxy A16 5G (Vergleichstest). Die Verbindung zwischen AI Note Taker und Samsung Galaxy erfolgt problemlos über Bluetooth.
Was kann der Boya Notra Nano?

Auf den ersten Blick wirkt der Boya Notra Nano erstaunlich unscheinbar. Geladen wird mit jedem USB-C-Kabel. Das Gerät ist klein, leicht und deutlich kompakter als viele klassische Diktiergeräte. Statt eines großen Displays und zahlreicher Tasten setzt Boya auf ein möglichst einfaches Bedienkonzept: einfach auf die kleine Taste drücken, fertig. Ein rotes Blinklicht bestätigt, dass jetzt aufgenommen wird.
In der Verpackung befinden sich Zubehör für verschiedene Befestigungsmöglichkeiten. Du kannst den Boya als magnetischen Anstecker am Revers tragen, ihn als Armband nutzen oder an eine Kette hängen. Da das Gerät nur 3 cm Kantenlänge hat, ist es sehr unauffällig.
Seine eigentliche Stärke steckt ohnehin nicht in der Hardware, sondern in der Software. Der Rekorder zeichnet Gespräche, Vorträge oder Notizen auf und überträgt die Aufnahmen anschließend an die zugehörige App. Die Software überträgt die Tonspur dann in die Cloud, damit sie dort transkribiert wird.

Darüber hinaus erstellt sie Zusammenfassungen, erkennt wichtige Themen und kann Aufgaben oder To-dos aus Gesprächen herausfiltern.
Weil die Hauptarbeit in der Hersteller-Cloud erfolgt, kann die App gut auch auf einem Einsteiger-Phone wie dem Samsung Galaxy A16 laufen. Allerdings dauert es dann ein bisschen, bis alles übertragen ist: Im Test benötigte eine etwa halbstündige Präsentation ca. 5-7 Minuten bei Bluetooth-Übertragung. Die Daten werden auf Wunsch außerdem in der Boya-Cloud gespeichert. Sie stehen so also zur Verfügung, wenn du das Smartphone wechselst.
KI Sprachrekorder statt Smartphone: Wo liegt der Unterschied?
Natürlich stellt sich die Frage, ob Du überhaupt ein zusätzliches Gerät benötigst. Schließlich kann praktisch jedes Smartphone heute Sprachaufnahmen erstellen.

Der Unterschied zeigt sich vor allem bei längeren Gesprächen. Wenn Du eine einstündige Besprechung mit dem Smartphone aufzeichnest, erhältst Du anschließend eine ziemlich lange Audiodatei. Die musst Du später selbst durchhören und auswerten.
Beim KI Sprachrekordern wie dem Boya Notra Nano läuft ein Teil dieser Arbeit automatisiert ab. Statt nur eine Aufnahme zu speichern, erstellt die Software eine Textfassung und liefert eine kompakte Zusammenfassung der wichtigsten Inhalte. Dadurch bekommst du deutlich schneller einen Überblick über das Gesagte.
Vor allem dann, wenn du regelmäßig mit Interviews, Meetings oder Vorträgen arbeitest, kann das den Arbeitsaufwand spürbar reduzieren.
Test: So schlägt sich das KI Aufnahmegerät Boya Notra Nano im Alltag

Für den Alltagstest muss der Boya Notra Nano mit zu einer Presseveranstaltung. Dort gab es mehrere, jeweils circa 20 bis 30 Minuten dauernde Präsentationen. Teilweise sprachen auch mehr als eine Person pro Vortrag. Insgesamt war das Publikum ausgesprochen diszipliniert. Dadurch erwiesen sich trotz circa 5 m Abstand die Aufnahmen später als sehr deutlich und genau.
Mikrofon und Verständnis
Bei starkem Stimmengewirr oder einer sehr unruhigen Umgebung, wie etwa einer Messe, muss man allerdings Abstriche machen. Der Boy Notra Nano AI Assistant bietet aber eine automatische Rauschunterdrückung und versucht wichtige Stimmen möglichst zu isolieren. Das klappt nicht immer gleich gut, ist aber ein Problem, dass alle KI Sprachrecorder betrifft.
Probleme können sich außerdem ergeben, wenn ein Sprecher mit Dialekt oder starkem Akzent spricht. Auch spezielle Fachbegriffe und Branchenjargon können ein Problem sein. Derzeit gibt es In der Boya App keine Möglichkeit, eigene Begriffe zu hinterlegen.
Transkription

Die Transkription der Audiodatei kann man in der App verzögern, bis man wieder ein eigenes WLAN hat. Das habe ich im Test auch gemacht, weil der Upload übers mobile Internet mir einfach zu viel Monatsvolumen wegfrisst.
Im Kaufpreis des Boya Notra Nao ist derzeit das „Starter“-Abo mit 600 Minuten Transkriptionen pro Monat kostenlos enthalten. Das ist deutlich mehr wie bei den meisten anderen KI-Recordern, die derzeit auf dem Markt sind. Außerdem kannst du in der App auch unbegrenzt KI-Fragen stellen.
Lohnt sich das Boya Diktiergerät mit KI für dich?
Der Nutzen des Boya Notra Nano hängt stark davon ab, wie du arbeitest oder lernst.
Protokolle

Besonders praktisch ist das Gerät, wenn Du regelmäßig Informationen aus Gesprächen dokumentieren musst. Also etwa bei Online Meetings, Vorlesungen oder auch Vereinssitzungen. Du bist immer die Person, die das Protokoll führen muss? Mit diesem Gerät wird das zum Kinderspiel.
Mitschreiben

Aber auch wenn du vor allem für dich selbst mitschreibst, hilft dir der AI Sprachrekorder. Du kannst nämlich ganz entspannt zuhören und musst dir nichts notieren. Die KI stellt dir später alle wichtigen Punkte und Aufgabenstellungen zusammen. Dazu gibt es in der Boya App verschiedene Vorlagen, die du für dich nutzen kannst.
Für Senioren und Familien
Auch außerhalb des Berufs kann der Rekorder sinnvoll sein. Arztgespräche, Beratungen oder wichtige Informationen lassen sich unkompliziert dokumentieren.
Technisch nicht so versierte Menschen profitieren von der einfachen Bedienung. Statt komplizierte Menüs zu durchsuchen, genügt ein Knopfdruck.
Export und Zusammenarbeit

Jede Transkription lässt sich außerdem über die Vorlagen nach verschiedenen Gesichtspunkten auswerten. Jedoch bekommst du auch eine Mindmap dazu. Falls du das fertige Protokoll oder Mitschrift in einer anderen Software verwenden möchtest, lassen sich die Dateien aus der App in gängigen Formaten wie TXT, DOCX oder PDF exportieren.
Zusätzlich besteht die Möglichkeit, über einen Link, andere Personen auf deine Dateien in der Boya App Zugriff zu erteilen. In der derzeitigen Version der App kannst du allerdings keinen direkten Export in weitere Dienste wie etwas Slack oder Microsoft To-Do anstoßen.
Fazit: Boya Notra Nano Test

Das Boya Notra Nano KI Diktiergerät versucht gar nicht erst, das Smartphone zu ersetzen. Stattdessen konzentriert er sich auf eine Aufgabe: Sprache aufnehmen und die anschließende Auswertung vereinfachen. Die Kombination aus Aufnahme, Transkription und automatischer Zusammenfassung funktioniert im Alltag überzeugend und spart vor allem bei längeren Gesprächen Zeit.
Wenn Du nur gelegentlich eine Einkaufsliste diktierst oder kurze Sprachnachrichten aufnimmst, wirst Du die zusätzlichen Funktionen vermutlich aber kaum benötigen. Denn derzeit musst du jede Notiz noch manuell in ein elektronisches Notizbuch wie OneNote oder eine Aufgabenverwaltung übertragen. Oder eben die Boya App als dein neues Notizbuch nutzen.
Der Boya Notra Nano ist derzeit bei Amazon für knapp 100€ (#VerdientProvisonen) zu haben. Das ist deutlich günstiger als viele Mitbewerber. Zudem bringt das Gerät überdurchschnittlich viele freie Transkriptionsminuten mit. Das macht ihn auch interessant für alle, die AI Note Taker einfach mal ausprobieren wollen. Wer sehr oft Transkriptionen benötigt, kommt allerdings an einem zusätzlichen Abo (ab circa 10€ im Monat) trotzdem nicht vorbei.
Die Boya App steht bereits in Deutsch zur Verfügung, es gibt sie natürlich auch für iPhones. Die wichtigsten Funktionen sind da und funktionieren zuverlässig. Eine bessere Integration in andere Cloud-Dienste durch den Hersteller wäre allerdings noch wünschenswert.
Insgesamt ist das Gerät vor allem durch seinen kleinen Formfaktor und die vielfältigen Möglichkeiten, es zu tragen sowie den günstigen Preis eines der spannendsten KI Diktiergeräte am Markt.
Vorteile und Nachteile Boya Notra Nano
Vorteile
- Sehr kompaktes und leichtes Gerät
- Einfache Bedienung
- Gute Aufnahmequalität in typischen Alltagssituationen
- Zuverlässige Transkription
- Unauffällige Nutzung durch kleine Bauform
- Günstiger Preis
- Export der Daten in vielen gängigen Formaten
- Funktioniert auch auf günstigeren oder älteren Smartphones
- für Android und iPhone
- Daten können in der Boya-Cloud gesichert werden
Nachteile
- KI-Ergebnisse sind nicht immer fehlerfrei
- In lauter Umgebung sinkt die Transkriptionsqualität
- Transkription erfolgt hauptsächlich in der Cloud
- Für einfache Sprachmemos reicht häufig auch ein Smartphone
Text: SonjaAngerer
Transparenzhinweis: Der Boya Notra Nano wurde mir für den Test zur Verfügung gestellt. Einige Links im Text sind Affiliate Links.

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