Test Nokia 2.4 – Smartphone für Wenig-Nutzer

Test Nokia 2.4 Hero
Test Nokia 2.4 - Micro USB
Das Nokia 2.4 hat eine veraltete Micro-USB-Schnittstelle.

Das Nokia 2.4 ist mit knapp 130 Euro sehr günstig, und trotzdem mit aktuellem Android 10 ausgestattet. Obendrauf gibt es zwei Jahre Android-Upgrades und sogar drei Jahre lang monatliche Sicherheits-Update. Das macht das Gerät ideal für Einsteiger und alle, die ihr Smartphone eher wenig nutzen. Doch macht das Gerät trotzdem Freude? Ein Test des Nokia 2.4 von Sonja Angerer

test Nokia 2.4 Große Icons
Wenn man beim Nokia 2.4 „Große Icons“ einstellt, sieht das Dank 6,5-Zoll-Bildschirm immer noch gut aus.

Ein aktuelles Android-Smartphone für nur knapp 130 Euro? War noch vor einigen Jahren kaum denkbar. Und wurde auch kaum nachgefragt. Denn Mobilfunk-Enthusiasten wünschten sich das möglichst schnellste und aktuellste Phone. Das Nokia 2.4 wendet sich nicht an den versierten Viel-Nutzer. Sondern an Menschen, für die ein Smartphone kein Lifestyle-Objekt ist. Also beispielsweise Kinder, die robustes Einsteiger-Phone bekommen. An berufliche Nutzer, die Firmen-Apps und Mail-Accounts nutzen sollen. Oder auch an Senioren, die womöglich zum ersten Mal ein Smartphone brauchen, um Mobile TANs zu empfangen oder die Corona-App zu installieren. Letztere werden zu schätzen wissen, dass das Nokia 2.4 im Test als ausgesprochen griffig und gut in der Hand liegend auffiel. Und dass auf dem großen 6.5-ZollBildschirm auch die große Schrift- und Anzeigegröße noch gut aussieht.

Was bietet das Nokia 2.4?

Das Nokia 2.4 ist für seine Preisklasse überraschend gut ausgestattet:

  •  6.5 Zoll-Display (LCD)
  •  Rückwärtige 13-Megapixel Dual-Kamera mit Tiefensensor für Bokeh-Option
  • 5-Megapixel-Frontkamera
  •  4.500 mAh-Akku für rund 2 Tage ohne Nachladen
  •  Android 10 (Google One Edition) / Android 11-ready
  • Echtes Dual-SIM plus Micro-SD-Kartenslot für Karten bis 512 GB
  • 2 GB RAM / 32 GB Flash-Speicher, erweiterbar
  • Fingerprint-Sensor
  •  Radio (nutzbar nur mit Headset)
  • Kopfhörer-Buchse
  • MediaTek Helio P22-Prozessor
  • Verschiedenfarbige Kunststoff-Rücken zur Wahl (Puderrosa, Grau, Bläulich)

Was fehlt beim Nokia 2.4 ?

Bei diesem Preis muss man Abstriche machen, das ist klar.

Im Gegensatz zum neuen iPhone kommt das Nokia 2.4 mit Wandstecker und USB-A-Ladekabel. Leider hat das Phone tatsächlich noch um einen Micro-USB-Anschluss! Das hat zwar den Vorteil, dass man wahrscheinlich überall ein Ladekabel findet. Allerdings darf man beim Laden Geduld mitbringen. Denn technisch bedingt gibt es kein Möglichkeit zum Schnell-Laden. Auch drahtloses Laden ist beim Nokia 2.4 nicht vorgesehen.

Ich hätte mit außerdem ein beigepacktes Headset gewünscht. Gerade weil das Gerät auf Einsteiger und Wenig-Nutzer zielt, kann man nicht davon ausgehen, dass diese schon ein solches besitzen. Da das Nokia 2.4 aus unserem Test noch eine Mini-Klinke (3,5 mm) mitbringt, könnten HMD/Nokia ein passendes Headset wahrscheinlich für Cent-Beträge sourcen.

Nokia 2.4 Dual Sim
Das Nokia 2.4. bietet ein Tray für Dual SIM plus Micro-SD-Karte.

Der Flash-Speicher ist mit 32 GB tatsächlich ziemlich knapp. Denn nach der Installation von ein paar wenigen Apps und ein paar Fotos war der Speicher bereits zur Hälfte belegt. Man muss also im Zweifelsfall eine Micro-SD-Karte dazukaufen.

Der MediaTek Helio P22-Prozessor ist nicht für Extremleistungen ausgelegt. Beim Öffnen von Facebook oder meinem übervollen Gmail-Account meinte ich manchmal ein klitzekleines Stocken zu bemerken. Sehr ressourcenfressende Games machen vermutlich eher keine Spaß auf dem Gerät. Mir war´s egal, für ein kleines Casual-Game wie „Simon´s Cat Pop Time“ hat es gereicht.

Wie sind die Test-Fotos mit dem Nokia 2.4?

Nokia 2.4 Verpackung
Das Nokia 2.4 im Test kommt mit Micro-USB-Kabel und Netzteil.

Das Nokia 2.4 war mit mir etwa zwei Wochen unterwegs – leider nicht bei bestem Wetter. Deshalb war im direkten Vergleich mit dem Pixel 3A XL (unserem Android-Referenzgerät) auch schnell klar: Für Schnappschüsse bei halbwegs gutem Wetter reicht das Nokia 2.4 allemal. Der Boke-Affekt ist allerdings eher mittelmäßig. Und auch Farben und Detailtreue reichen bei weitem nicht an das Pixel 3A XL heran. Allerdings kostet dieses (inzwischen auch zwei Jahre alte) Phone noch immer mindestens das Doppelte des Nokia 2.4 aus unserem Test.

Soll ich mir das Nokia 2.4 aus dem Test kaufen?

Wer ein einfaches, aber lange aktuelle Android-Smartphone für Kinder, Senioren oder auch den Urlaub sucht, macht mit dem Nokia 2.4 nichts verkehrt.

Die graue Rückenschale empfand ich trotz des eleganten Verlaufs auf Dauer als etwas arg schlicht und würde wohl eher die bläuliche Variante nehmen. Am besten gleich die Micro-SD-Karte mitbestellen!

Über Sonja Angerer 1015 Artikel
Fachautorin und Redakteur. Bei Techsonar vor allem zuständig für die Bereiche Smartphone, Smart Home und Gadgets. Mit viel Erfahrung in Fachmagazinen, u.a Macwelt, Digifoto, Sign Pro Europe, Large Format und Fespa.com.