
Ein Smartphone auf einem Festival hat es nicht leicht. Staub, Regen, Hitze, Gedränge und oft nur wenige Möglichkeiten zum Laden sind eine harte Prüfung. Genau deshalb habe ich das Motorola Moto G87 mit zum Wacken Open Air 2026 genommen. Vier Tage lang war das Gerät mein ständiger Begleiter. Ob Reiseplanung, Tickets oder Voucher – sogar Kopien meines Personalausweises und der Krankenkassenkarte vertraute ich dem Moto G87 für den Test an. Dabei war mir manchmal ganz schön mulmig: Würde das Android-Smartphone unter diesen Extrembedingungen durchhalten?
Was macht das Moto G87 besonders?
Display und Body
Schon vor dem Praxistest versprach der Hersteller für das Moto G87 einiges: ein besonders helles 6,78-Zoll-AMOLED-Display, einen 5.200-mAh-Akku sowie Schutz nach IP66, IP68 und IP69 sowie den Militärstandard MIL-STD-810H. Motorola bewirbt das Gerät außerdem als besonders robust und alltagstauglich.
Das Gehäuse in Leder-Optik gibt es in Pantone Overture (dunkler Navy-Ton) sowie in Pantone Blue Atoll (kräftiges Türkis). Für das Festival schütze ich das Smartphone mit einer Zipper-Tasche aus Silikon, nutze aber kein Clip-on Case.
Kamera

Motorola setzt beim Moto G87 auf eine ungewöhnlich hochauflösende Hauptkamera mit 200 Megapixeln und optischer Bildstabilisierung. Hinzu kommt ein zehnfacher Digital-Zoom sowie Ultra-Weitwinkel. Das ist ungewöhnlich in der Preisklasse, aber ideal für ein Mega-Festival, bei dem man nicht so leicht nahe an die Bühne rankommt. Ebenfalls praktisch: Der Nachtsicht-Modus schaltet sich von alleine ein. Wer denkt im Eifer eines tollen Konzerts schon an Fotoeinstellungen!
Video
Zwei rückwärtige Kameras erlauben Videos bis 2K (Full HD) sowie 30 fps. Zwei Mikros zeichnen den Sound auf.
Software, SIM und Speicher

Das Moto G867 läuft unter Android 16 mit der MyUX-Oberfläche. Die fügt ein paar Besonderheiten wie spezielle Gesten und Sicherheits-Features hinzu. Im Wesentlichen ist das Gerät aber ziemlich cleanes Android ohne viel Bloatware. Das G87 ist als Dual-SIM-Gerät konzipiert, davon muss eine SIM aber eine eSim sein. Ich nutzte für den Test eine Nano-Sim eines Prepaid-Anbieters und hatte dank Telekom-Uplink überall auf dem Festival perfekten Empfang.
Das Motorola Moto G87 gibt es nur in der 264-GB-Version, dazu kann im SIM-Tray eine Micro-SD-Karte bis 2 TB gesteckt werden.
Alltag auf dem Festival: Endlich kein Akku-Stress mehr

Mein Testzeitraum umfasste die Wacken-Tage vom 29. Juli bis 2. August 2026. Auf dem Smartphone liefen ständig die Wacken-App, WhatsApp, Telegram, Social Media, Browser-Anwendungen und (um die Rückfahrt im Auge zu behalten), die DB-App. Außerdem machte ich während des Festivals täglich rund 50 Fotos und Videos. Dadurch wurden etwa 12 GB belegt. Inklusive Apps hatte ich nach Wacken also noch 75% des Speichers frei.
Die größte Überraschung war für mich die Akkulaufzeit. Trotz intensiver Nutzung hielt das Smartphone rund zwei Tage durch. Gerade auf einem Festival ist das Gold wert. Denn trotz meist sehr sonnigem Wetter hat die Solaranlage auf unserem Zeltdach nicht wirklich genug Power für 2 Smartphones produziert.
Das bisschen, was bei uns ankam, mussten wir hauptsächlich nutzen um das (ältere) iPhone meiner Begleitung funktionsfähig zu halten.
Geladen wird das G87 mit bis zu 30 Watt über USB-C. Das funktioniert erfreulich schnell, wenn die nötige Spannung anliegt. Die persönliche USB-Ladestation in unserem Schließfach war in dieser Hinsicht ein Fehlschlag. Trotzdem war „mein“ Phone nach ein paar Stunden Aufladen wieder fit.
Mir hätte kabelloses Laden noch gut gefallen, aber das bietet Motorola beim G87 nicht. Auf einem Festival gibt es aber ohnehin nur selten Ladepads.
Robust genug für Staub, Hitze und Festival-Alltag

Das Wacken-Motto heißt ja „Rain or Shine“, und nach zwei ziemlich matschigen Festivals in Folge war in diesem Jahr Sonne satt mit gut 30 Grad Höchsttemperatur dran. Trotzdem wurden die Nächte im Zelt schon um die 12 Grad kühl und auch ziemlich klamm. Am Donnerstag lag zeitweise sogar ein dicke Staubglocke über dem Gelände.
Das Moto G87 hat all das nicht gestört. Nach vier Tagen fand sich lediglich ein kleiner Kratzer auf dem Display. (Das ist passiert, als mich jemand im Gedränge versehentlich rempelte, und das Gerät herunterfiel. Der Unglückliche hat sich Tausendmal entschuldigt, und war offensichtlich sehr froh, dass weder mir noch dem Smartphone etwas Ernstes geschehen ist).
Besonders gefallen hat mir die wirklich griffige Rückseite. Dadurch landete das Moto G87 nämlich tatsächlich nur dieses einzige Mal auf dem Boden. Und das, obwohl es gerade bei den Headlinern Sabaton, Powerwolf, Def Leppard und Judas Priest bis nach hinten ziemlich hoch herging.
Natürlich habe ich gefilmt und fotografiert, was das G87 herhielt. Und ich war dabei sehr froh, dass das Smartphone mit 183 Gramm angenehm leicht auch in meiner kleinen Hand lag.
Die Kamera des Moto G87 im Test

Die 200-MP-Kamera ist das große Verkaufsargument des Moto G87. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen.
Beim Fotografieren der Bühnen zeigte sich schnell, dass Motorola hier gute Arbeit geleistet hat. Selbst aus mehreren hundert Metern Entfernung gelangen mir dank des Digitalzooms ansprechende Aufnahmen. Farben wirken natürlich und realistisch.
Besonders Schwarz wird satt dargestellt, was bei Konzertaufnahmen mit schwierigen Lichtverhältnissen positiv auffällt. Der Auslöser reagiert schnell, sodass Serienaufnahmen problemlos möglich sind. Mir hat besonders die optische Bildstabilisierung des Hauptsensors gefallen. Denn in der Crowd konnte ich das Gerät nicht immer perfekt ruhig halten. Das klappte übrigens auch beim Bewegtbild gut. Zusätzlich kann man bei Bedarf in der Foto-App weiter nachstabilisieren.
Video
Bei Videos hat mich das Moto G87 ebenfalls positiv überrascht. Die Kamera kam meist sehr gut mit den extremen Helligkeitsunterschieden zwischen Bühne und hellen LED-Wänden zurecht. Dadurch wirken Konzertvideos überraschend ausgewogen. Aus großer Entfernung hätte ich mir noch einen etwas besseren Zoom gewünscht. Für ein Modell der oberen Einsteigerklasse wie das G87 fand ich meine Ergebnisse aber sehr ansprechend.
Lediglich den Sound hätte ich mir etwas klarer gewünscht. Ohne mindestens ein externes Mikro ist das aber bei Aufnahmen von dynamischer Rockmusik unrealistisch, egal welches Smartphone man in den Händen hält.
Prozessor

Dass es sich beim Moto G 87 im Test nicht um ein Flagship-Modell handelt, wird vor allem am MediaTek Dimensity 6400-Prozessor deutlich. Er reicht zwar locker für schnelles Speichern und die üblichen Apps. Dabei ist es unerheblich, wie viele Apps gerade geöffnet sind. Für High-end-Gaming ist die Ausstattung aber nicht gedacht. (Ich hatte ausgerechnet auf Wacken aber auch entschieden Besseres zu tun als zu zocken).
Moto G87 im Test: Nicht nur für einen Sommer

Das Moto G87 richtet sich vor allem an Menschen, die Wert auf eine gute Kamera, lange Akkulaufzeit und Robustheit legen. Wer häufig reist, seinen Urlaub nach Festivals plant oder ein Smartphone für Outdoor-Einsätze sucht, bekommt hier ein überzeugendes Gesamtpaket.
Allerdings gibt es derzeit keine leicht auffindbaren Aussagen von Motorola, wie lange das Gerät mit Betriebssystem-Updates oder Sicherheits-Patches versorgt wird. Externe Quellen erwarten noch Android 17 für das Moto G87. Viel länger als 3-4 Jahre sollte man das Moto G87 also nicht für sicherheitsrelevante Aufgaben wie etwa Online-Banking nutzen.
Fazit: Das Moto G87 ist ein ideales Festival-Smartphone
Nach vier Tagen Wacken habe ich das Moto G87 wirklich liebgewonnen. Es erwies sich als robust und unkompliziert. Die Fotos sind besser als mit so manchem Oberklasse-Smartphone, wenn es 2-3 Jahre auf dem Buckel hat.

Die wirklich lange Akku-Laufzeit sorgte außerdem dafür, dass ich nicht ständig auf der Suche nach einer Stromquelle sein musste. Sondern mich einfach durch den Tag treiben lassen konnte.
Diese Eigenschaften machen das Smartphon interessant für alle, die ihr 1.800-Euro-Flaggschiff bei Festivals lieber zu Hause lassen möchten. Egal, ob es ein kleines Underground-Event oder eine Mega-Veranstaltung ist. Denn das Moto G87 liefert schöne Erinnerungsfotos und Videos. Dabei hält es Tickets und Wallets sicher verfügbar, sodass man vor Ort nicht ohne Bezahlmöglichkeit dasteht.
Für die meisten Menschen dürfte das G87 auch als alleiniges Alltags-Gerät alles bieten, was man braucht (und mehr als man für den Preis von derzeit ca. 310 Euro bei Amazon erwarten kann). #Verdientprovisionen

Schade allerdings, dass Motorola hier keine bessere Update-Politik fährt. Was ist ärgerlicher, als ein Smartphone zu ersetzen, das wegen veraltetet Software nach wenigen Jahren nicht mehr sicher ist.
Vorteile
- Sehr gute 200-MP-Kamera mit OIS
- Lange Akkulaufzeit von bis zu zwei Tagen im Praxistest
- Robust gegen Staub, Regen und Stöße
- Griffige Rückseite
- Schnelles Laden
- Reichlich Speicher für viele Fotos und Videos
- Helles AMOLED-Display nicht nur für Rock-Balladen
Nachteile
- Keine offizielle Aussage zu Software-Updates
- Kein kabelloses Laden
Text: Sonja Angerer
Transparenzhinweis: Das Moto G87 wurde mir für den Test zur Verfügung gestellt.

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