Nokia Steel HR, die elegante Smartwatch

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Eine Smartwatch muss nicht aussehen wie ein kleiner Computer am Handgelenk: Die Nokia Steel HR kann viel, und passt trotzdem zur eleganter Kleidung. Man nennt sie, weil zwei der Anzeigen analog sind, auch eine „Hybrid Smart Watch“.

Braucht der Mensch eine Smart Watch?

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Die Nokia Steel HR wird über ein spezielles Ladekabel geladen.

Vermutlich nicht. Denn Datum, Uhrzeit, Kalender, Anrufe und auf Wunsch sogar die zurückgelegten Schritte kann heute auch das Smartphone anzeigen. Trotzdem kann so eine Smartwatch ganz praktisch sein. Vor allem bei sportlichen Aktivitäten. Oder überall, wo man nicht dauernd mit dem Handy rumfummeln will. Also etwa in Meetings. Ich frage seit Jahren diverse Tracker, erst von Jawbone (hat sich erledigt), dann von Fitbit (ging es schon mal besser).

Nun probiere also eine Nokia Steel HR 36 mm. Nokia hatte den französischen Hersteller von Fitness-Gadgets Withings im Jahr 2016 gekauft und die Produkte übernommen. Noch im zweiten Quartal soll das Unternehmen an den Gründer Éric Carreel zurückgehen. Es ist also nicht ganz sicher, wie es mit der Nokia Steel HR weiter gehen wird.

Installation der Nokia Steel HR

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Zur Nokia Steel HR gibt es kostenlose Apps für Android und iOS.

Die Nokia Steel HR kopple ich mit einem OnePlus 5T unter Android 8.1. Zum Vergleich bleibt meine private Apple Watch 3 am anderen Handgelenk und mit meinem iPhone 8Plus verbunden. Die Nokia Steel HR wird über ein proprietäres Ladekabel mit Strom versorgt. Das muss man allerdings wesentlich seltener tun, als bei anderen Smartwatches. Der Akku soll bis zu 25 Tage lang halten. Im Test veränderte sich der Stand während drei Tagen jedenfalls nur im wenige Prozentpunkte.

Die Installation der Nokia Companion App aus dem Google Play Store ist erwartungsgemäß problemlos. Die Smart Watch wird zuverlässig gefunden und synchronisiert mit dem OnePlus 5T. Man kann die Schritte auch mit Google Fit abgleichen. Dazu muss man nur den entsprechenden Regler in den Einstellungen der Nokia Health Mate App umlegen. Dummerweise unterscheiden sich die Ergebnisse in den beiden Apps auf demselben Smartphone an meinem Referenztag gleich mal um 2.000 Schritte. Dang.

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Zum Vergleich behalte ich meine Apple Watch am anderen Handgelenk.

Natürlich gibt es auch eine App für iOS. Die habe ich allerdings nicht getestet.

Bei der Installation der Health Mate App registriert man sich natürlich mit den üblichen Daten wie Alter, Geschlecht und Gewicht. Man kann auch weitere Familienmitglieder hinzufügen. Die Informationen werden in der App sowie in der Nokia-Cloud gespeichert. Denn man kann sie auch online über den Browser auf der Nokia Health Mate Webseite sehen. Was sonst mit den Daten passiert, lässt sich so ohne weiteres nicht feststellen. Das ist allerdings bei Smart Watches nicht eben ungewöhnlich. Aber ein Datenschutzproblem, ist klar.

Was kann die Nokia Steel HR?

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Ein Tag, drei Ergebnisse: Vergleich Apple Watch, Nokia Heath Mate, Google Fit.

Die Nokia Steel HR kommt mit einem angenehm weichen Silikonarmband. Mein Modell war Rose Gold mit Schwarz, es gibt auch noch eine graue Variante sowie Gehäuse in poliertem Edelstahl-Look. Die Smartwatch ist bis 50 Meter wasserdicht und soll Work-Outs wie jede Menge Aktivitäten wie Schwimmen, Laufen, Boxen, Basketball oder Yoga selbsttätig erkennen. Spoiler: bei mir hat das weder bei einem Kilometer Kraulen in der 50m-Bahn noch bei 90 Minuten Ashtanga-Yoga geklappt. Laufen und wandern protokollierte die Nokia Steel HR dagegen relativ gut. Im Vergleich zur Apple Watch ergaben sich allerdings doch deutliche Abweichungen: Am einen Tag fast 5.000 Schritte (von fast 25.000), am anderen 1.800 von über 21.000. Welche Uhr nun recht hatte, ist nicht ganz leicht zu sagen. Aufgrund der GPS-Aufzeichnungen von Google Maps neige ich allerdings dazu, die Apple Watch stärker zu glauben. Denn sie lag fast punktgenau bei den dort gemessenen Schrittwerten.

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Schade: mein Schwimmtraining hat die Nokia Steel HR nicht erkannt.

Klar ist allerdings: Weder die Nokia Steel HR noch die anderen derzeit auf dem Markt erhältlichen Smartwatches sind medizinische Geräte. Ihre Genauigkeit hängt von vielen Faktoren ab, und sollte deshalb eher als Richtschnur den als fixe Messung betrachtet werden.

Das gilt übrigens auch für die Herzfrequenzmessung. Die Nokia Steal HR misst über einen Sensor direkt am Handgelenk. Wie genau? Nun ja, bei mir reichten weder ein Kilometer flottes Kraulen mit Flossen noch 90 Minuten erste Serie Ashtanga Yoga aus, meinen gemessenen Puls über 120 zu treiben. Übermäßig plausibel erscheint mir das nicht.

Smarte Funktionen

Die Nokia Steel HR ist aber nicht nur ein Fitness-Tracker, sondern eben auch eine Smartwatch. Man kann sich also Android-Benachrichtigungen auf das kleine runde Display oben senden lassen. Das funktionierte im Test mit Google Kalender-Terminen und -Mails sehr gut, und kann sehr praktisch sein: Etwa, wenn man auf eine wichtige Nachricht wartet. Beantworten kann man sie natürlich über die Smartwatch nicht. (Das klappt aber etwa auch bei einer Apple Watch nur so halb-gut). Wenn das S/W-Display der Nokia Steel HR nicht gerade Benachrichtigungen zeigt, kann man dort mit Druck auf die Krone etwa die Uhrzeit, Datum, Pulsfrequenz und Akkustand abrufen.

Soll ich mir eine Nokia Steel HR kaufen?

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Die Nokia Steel HR sieht sehr elegant aus und passt auch zu Business-Kleidung.

Die Nokia Steel HR kostet etwa 180 Euro. Dafür bekommt man einen sehr eleganten Schrittzähler mit funktionaler App. Man kann sich an per Vibration an Termine erinnern lassen und SMS-Nachrichten auf das Handgelenk erhalten. Wenn man das gerade nicht benötigt, sieht die Hybrid Smart Watch aus wie eine ziemlich normale Uhr.

Smartwatches können dabei helfen, eine gesünderes Leben zu führen, und die Nokia Steel HR sieht dabei außergewöhnlich gut aus. Allerdings gibt es auch deutlich günstigere Alternativen mit ähnlicher Funktionalität. Allzu genaue Daten darf man allerdings nicht erwarten, da liegt sie ganz in dem Rahmen der Mitbewerber. Ich persönlich fand schade, dass die Erkennung von Aktivitäten nicht klappte. Man kann sie allerdings manuell nachtragen.

Insgesamt ist die Nokia Steel HR eine schicke Hybrid Smart Watch für Leute, denen gutes Design wichtiger als „Cutting Edge“ Technik ist. Und die trotzdem einen wachsamen Blick auf ihr Bewegungs-Budget behalten wollen. Ohne dabei wie ein Nerd auszusehen. Nicht mehr, nicht weniger. Der Verkauf der Fitness-Sparte könnte die langfristige Unterstützung des Geräts beeinträchtigen. Aber was soll´s – Smartwatches sind ohnehin nicht als Erbstücke konzipiert.

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