Test Fitbit Charge 3 – der Tracker für Style-Bewusste

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Ohne Smartwatch oder Activity Tracker kann man sich heute kaum mehr ins Fitness-Studio trauen. Unser Test Fitbit Charge 3 zeigt: das neue Modell von Fitbit ist von beiden etwas.

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Die grüne LED misst die Herzfrequenz am Handgelenk.

Mit dem Charge 3 führt Fitbit seine Activity-Tracker-Familie weiter. Das Gerät gibt es seit kurzem wahlweise in Blaugrau/Rosegold oder Schwarz. Noch zum Jahresende soll außerdem eine Sonderedition mit Textilbändern sowie NFC-Chip für Fitbit Pay auf den Markt kommen. „Mein“ Testmodell war in Blaugrau/Rosegold. Es kostet regulär knapp 150 Euro, für die Sonderedition legt man noch mal 20 Euro drauf. Getestet haben wir mit einem OnePlus 5T (unserem Standard-Testgerät der Redaktion) unter Android 8.1 sowie ein iPhone 8Plus unter iOS 12 (mein privates Gerät).

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Die Dornschließe sichert den Tracker.

Der Fitbit Charge 3 hat vieles, was auch die älteren Modelle schon hatten: Eine proprietäre, ziemlich seltsame Ladeklammer mit USB-A-Kabel, eine lange Akkulaufzeit von etwa sieben Tagen, und ein wechselbares Kunststoff-Band. Apps gibt es für Android ab 5.0 sowie iOS an 9.0. Auch der eingebauten Pulsmesser mit der grünen LED sowie die Dornschließe ist bei der Charge-Familie schon Standard. Neu ist beispielsweise, dass der Charge 3 nun auch wasserfest bis 50 Meter ist, Das OLDED-Display Graustufen anzeigt und der Sensor Schwimmtrainings tracken soll. Doch dazu später mehr.

Test Fitbit Charge 3 – Koppeln mit Schmerzen

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Die Kopplung mit dem Smartphone ist leider nicht problemlos.

Die Fitbit Charge-Serie ist laut Hersteller mit über 200 Geräten kompatibel. Unser Redaktions-OnePlus 5T ist nicht darunter. Nun gut, das Angeblich soll die Kopplung trotzdem funktionieren. Ansonsten haben wir ja noch mein iPhone 8Plus. Und eigentlich geht die Einrichtung bei Fitbit-Geräten zumeist ja auch problemlos: App laden, anmelden/registrieren, im Startmenü der Anwendung das Modell wählen, fertig. Gelegentlich muss man auf dem Mobilgerät zuerst noch Bluetooth anmachen. Hier nicht.

Beim OnePlus kommt es erst gar mal nicht dazu, dass die Ziffern angezeigt werden, mit denen man die Verbindung zwischen Mobilgerät und Tracker sichert. Nach dem gefühlt zehnte Mal klappt das dann, und das Band lädt ein Update runter. Nach ein paar Tagen ist die Verbindung wieder weg. Ich deinstalliere alles, und will jetzt das iPhone nutzen. Hier bliebt die Kopplung nach Eingabe der Credentials für die BT-Verbindung ebenfalls hängen, nach ein paar Neustarts klappt es dann auch hier. Fitbit empfiehlt übrigens, bei Problemen alle anderen Bluetooth-Geräte in der Nähe abzuschalten. Ich hatte aber keine Lust, vier Schlüsseltracker und eine Menge anderes Zeug zu entkoppeln, bloß damit der Tracker verbunden werden kann. Ich halte ein solches Vorgehen auch für sehr wenig praktikabel.

Test Fitbit Charge 3 – die App

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Die App für Frauengesundheit ist ganz schön neugierig ..

Die Fitbit-App wurde in den letzten Monaten weiterentwickelt. Neu sind etwa der „Frauengesundheit“-Abschnitt und der Fitbit-Coach. In der zusätzlichen App kann man kostenpflichtig Trainingsvideos und weitere Hilfe beim Training buchen. Die anderen Abschnitte gibt es so ähnlich bei vielen Trackern: Schritte. Herzfrequenz, Trainings, Gewicht, konsumiertes Essen und Wasser, Schlaftracking. Wer sein Gewicht eingibt oder eine Aria-Wage nutzt, kann das auch auf dem Dashboard sehen.

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Für die Fitbit-Coach App benötigt man ein Abo.

Die Daten werden natürlich alle in die Cloud geladen. Fitbit verspricht, dass man sie von dort herunterladen und auch komplett löschen kann. Zur Anmeldung bei Fitbit wird nur eine Mailadresse benötigt. Wer auf seine Privacy achtet, den beunruhigen Gesundheitsdaten in der Cloud aber womöglich trotzdem. Ohne Online-Anbindung ergibt der Tracker aber keinen Sinn. Das ist übrigens bei der Konkurrenz ähnlich.

Die Fitbit App ist weder mit Google Fit noch mit Apple Health kompatibel. Das Gute daran ist, dass man seine Gesundheitsdaten also nicht unabsichtlich noch weiter verteilt. Mich hat hingegen eher gestört, dass man Trainings mit dem Fitbit Charge 3 nicht so leicht in seine bereits genutzte Health-App übernehmen kann. Für iOS gibt es dafür einen kostenpflichtigen „SyncSolver“ eines Drittanbieters. Mit dem klappt das dann meistens. Mit der von uns ebenfalls getestete Nokia/ Withings Smart Watch klappte die Integration mit Apple Health (meistens), mir hat das besser gefallen. Denn ich nutze Aktivitäts-Tracker zumeist zum Schwimmen, unter Tags aber eine Apple Watch Gen. 3.

Fitbit Charge 3: Schwimmen und tracken

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Die Fitbit Charge 3 ist bis 50 m wasserfest.

Ich bin ein begeisterter Sportschwimmer, und würde mich freuen, wenn mir endlich ein Tracker zuverlässig das lästige Bahnenzählen abnehmen würde. Der Fitbit Charge 3 ist bis 50 Meter wasserdicht, und die neue Software soll Schwimmtrainings selbstständig erkennen können.

Um es kurz zu machen: Bei mir hat das nicht geklappt. Zwar wurde das Schwimmtraining bei zwei Test-Sessions einmal korrekt erkannt, aber da hat mir die App 300 m (von 1.100) unterschlagen. Beim zweiten Mal wurde das Schwimmtraining erst gar nicht identifiziert. Zwar erkannte die Uhr, dass ein Training stattgefunden hatte, aber sie identifizierte die Art eben nicht. Und das, obwohl ich in relativ zügigem Tempo auf 50 Meter-Bahnen gekrault habe. Dass nicht jedes Planschen oder “Spazierenschwimmen” registriert – geschenkt. Aber ein konsistentes Bahnentraining sollte doch identifiziert werden.

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Beim Schwimmtraining fehlten leider 300 Meter …

Dafür fand ich in der Wochenübersicht der Trainings so manche Merkwürdigkeit wie „Radtour im Freien“ und „Crosstrainer“, an die ich mich so gar nicht erinnern kann (mein Fahrrad ist derzeit nicht einsetzbar…)

Aber die automatische Trainingserkennung, das muss man fairerweise sagen, klappt beispielsweise auch mit meiner Apple Watch nicht besonders zuverlässig…

Test Fitbit Charge 3 – Wohlfühlen, Gewicht und Abnehmen

Ziel eines Activity Trackers ist natürlich, seinen Träger zu mindestens 10.000 Schritten pro Tag zu animieren. Dazu wird die Bewegung mit Hilfe von Mustern und dem Smartphone-GPS getrackt. Bei mir schienen die gemessenen Schritte so ziemlich zu stimmen, zumindest gaben die zur Kontrolle mitlaufende Apple Watch sowie eine Pedometer-App auf dem OnePlus 5T sehr ähnliche Werte an.

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Die „Abenteuer“ empfinden berühmte Nationalpark-Trails nach.

Schön fand ich im Test die Möglichkeit, Geh- oder Laufstrecken als virtuelle Trails durch den Yosemite-Nationalpark zu bewältigen („Abenteuer“). Die Möglichkeit gibt es in der Fitbit-App schon seit Jahren. Sie scheint aber wenig beliebt/genutzt zu sein, den es sind seither keine neuen Strecken hinzugekommen. Über die App kann man aber immer noch mit Freunden oder der Community „Wettkämpfe“ austragen.

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Ernsthaft – 1/8 Kuchenkruste?

Die Fitbit-App bietet schon seit einigen Jahren die Möglichkeit, die Wassermenge sowie die Mahlzeiten zu dokumentieren. Mit Hilfe der kontinuierlichen Pulsmessung soll man auch valide Daten über den persönlichen Kalorienbedarf, und die Trainingszeit in der Fettverbrennungszone bekommen. Mir ist die Dokumentation meines Essverhaltens zu dumm, zumal manche voreingestellten Positionen einfach zu merkwürdig sind.

Test Fitbit Charge 3 – Mitteilungen

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Mit einer Akkuladung hält der Fitbit Charge 3 Tracker etwa 7 Tage durch.

Eigentlich ist der  Fitbit Charge 3 Tracker ja als Hybrid gedacht, denn er übernimmt auch gewisse Smartwatch-Funktionen. So kann er etwa SMS, Anrufe und Termine melden, außerdem Benachrichtigungen aus manchen Apps wie etwa Google Maps. Ärgerlicherweise haben bei mir WhatsApp-Nachrichten vom iPhone nicht funktioniert, der Rest allerdings schon. Die wichtigsten Smartwatch-Funktionen sind also vorhanden.

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Die wichtigsten Benachrichtigungen werden vom Smartphones gespiegelt.

Weil die Darstellung nur Schwarzweiß, und der Bildschirm eher rudimentär ist, liegt die Akku-Laufzeit bei rund einer Woche. Im Vergleich zur Apple Watch ist das eine Wohltat. Wenn man allerdings die Nokia / Withings HR Steel zum Maßstab nimmt, relativiert sich das Ganze wieder.

Soll ich mir einen Fitbit Charge 3 kaufen?

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Der Fitbit Charge wird mit Bändern in S und L geliefert.

Wer in das Thema Activity Tracker einsteigen will, ist beim Marktführer Fitbit nicht schlecht aufgehoben. Der Fitbit Charge 3 liegt allerdings preislich mit 150 Euro relativ weit oben: Fitness-Tracker mit Basic-Smart-Funktonen kann man heute schon für eine paar Euro kriegen. Echte Smartwatches wie die Apple Watch sind ab ca. 300 Euro zu haben, bieten aber in der Regel kürzere Akku-Laufzeiten. Zudem funktioniert die Apple Watch nur mit einem iPhone wirklich sinnvoll. Ein Android Wear-Gerät verwendet man wiederum am besten mit einem Android-Smartphone. Ein Fitbit-Gerät kann man mit beiden nutzen (aber nicht gleichzeitig).

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Eher mau: Die Bewertungen der Fitbit-App.

Beim Fitbit Charge 3 kann man die Bänder wechseln. Ab ca. 30 Euro gibt es Sportarmbänder, schicke Leder-Modelle kosten dann aber schon wieder knapp 70. So elegant wie die Nokia Steel HR sieht der Charge 3  trotzdem nicht aus. Die allerdings hat auch nur ein winzigkleines Display und eine wesentlich weniger umfangreiche App.

Mich haben im Test Fitbit Charge 3 die Verbindungsprobleme am meisten genervt.. Und wenn man den Bewertungen der App im Apple App Store bzw. auf Google Play (3,3 bzw. 3,9 Sterne bei Redaktionsschluss!) betrachtet, scheine ich da nicht die Einzige zu sein.

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