
Wenn du nach Ohrhörern suchst, die du wirklich den ganzen Tag tragen kannst, dann haben die Sony LinkBuds Clip ein noch recht neues Konzept für dich. Statt wie klassische In‑Ears direkt im Gehörgang zu sitzen, werden die Sony LinkBuds Clip im Test mit Hilfe einer kleinen Klammer an die Ohrmuschel geheftet.
Dieser Formfaktor ist gerade sehr beliebt. Denn dadurch bleibt das Ohr komplett offen. Für die meisten Menschen ist das ein wesentlich angenehmeres Tragegefühl. Das gilt vor allem dann, wenn du deinen Kopfhörer den ganzen Tag trägst. Zudem hörst du jederzeit auch deine Umgebung, etwa, wenn du mit dem Rad fährst.
Für die Sony LinkBuds-Serie ist der Formfaktor des von mir getesteten LinkBuds Clip ein ziemliches Novum. Bislang setzte der Hersteller bei True Wireless Kopfhörern (Kaufberatung) nämlich fast ausschließlich auf klassische In-Ears. Hersteller wie Skullcandy oder Motorola haben mit den Modellen Push 720 Open und Moto Buds Loop (Test) aber schon länger so genannte Open Ear Kopfhörer im Angebot.
Sony LinkBuds Clip: Die Basics

Die Sony LinkBuds Clips sind beim Hersteller für knapp 200 Euro direkt zu bestellen. Über Amazon kosten sie je nach Farbe knapp 20 Euro weniger (#VerdientProvisionen). Es gibt sie in Schwarz, Greige, Sage (Pastellgrün) sowie Lavendel. Das ist auch die Farbe unseres Testmusters.
Lieferumfang
In der Packung findet man die Kopfhörer mit IPX 4-Zertifizierung (spritzwassergeschützt) sowie das ca. 42 Gramm schwere Lade-Case. Es wird über USB-C nachgeladen, und soll für bis zu 37 Stunden Spielzeit ausreichen. Das Nachladen über ein Netzteil (2-2,5 Watt) dauert etwa 1,5 Stunden. Kabelloses Laden (so geht das) über Qi / MagSafe wird nicht unterstützt.
Im Karton liegen noch hell-lila Clips, mit denen sich der Sitz verbessern lässt, sowie eine gedruckte Kurzanleitung. Als optionales Zubehör (ca. 25 Euro) kannst du farbige Clips sowie eine Hülle mit Karabiner für das Ladecase zur Personalisierung dazukaufen.
Sound Connect App für Sony LinkBuds Clip

Sony hat zur LinkBuds-Serie eine kostenlose App im Angebot, die es für Android und iOS gibt. Du kannst sie nutzen, ohne dich für ein Sony-Konto zu registrieren. Allerdings sind die Funktionen dann eingeschränkt. Ich installiere für den Sony LinkBuds Clip Test die App auf meinem iPhone 15 Pro unter iOS 26.3.
Die Verbindung zwischen iPhone und Ohrhörern erledige ich direkt in der App. Die LinkBuds Clip können gleichzeitig mit zwei Geräten verbunden sein. Dabei ist das Betriebssystem egal: iOS, iPadOs, Android, MacOS, Windows. Wenn ich mich also von einem verbundenen Gerät dem anderen zuwende, zieht der Ton mit um (Bluetooth Multipoint). Im Test klappte das prima.

In der App lassen sich noch weitere Details und Features einstellen. Es gibt natürlich einen Equalizer, außerdem die Möglichkeit, zwischen den Sound-Voreinstellungen „Standard“, „Sprachverstärkung“ sowie „Reduzierung Klangverlust“ zu wählen. Die letzten beiden versuchen auszugleichen, dass durch die offene Bauweise der Musikgenuss von der Umgebung beeinflusst wird. Ich fand sie im Alltagstest zum Musik- und Podcast-Hören verzichtbar. Allerdings hilft „Sprachverstärkung“ tatsächlich, wenn man an einer lauten Straße telefoniert. Mit der Schaltfläche „Hintergrundmusik“ wird die Playlist zur Soundtapete für Büro oder Home-Office.

Gut gefallen hat mir der anpassbare 360-Grad Sound. Weil der aber auch vom ursprünglichen Audio-File abhängt, war er leider nicht bei jedem Track oder YT-Clip gleich eindrucksvoll.
In den „Szenen“ in der App lässt sich festlegen, dass z.B. eine angewählte Spotify-Playlist automatisch startet, sobald man losläuft. Eigentlich ein netter Gag. Im Alltag fand ich es aber eher irritierend und habe die Einstellungen schnell wieder deaktiviert.
Über die App kann man das Audio-File auch automatisch an einen LinkBuds-Lautsprecher übergeben, wenn die Kopfhörer abgenommen werden. Das konnte ich ohne kompatiblen Speaker allerdings nicht testen.
Die Link Buds Clip im Alltag getestet
Audio

Die Sony LinkBuds Clip funken mit Bluetooth 5.3 und unterstützen die Audioformate SBC und AAC. Beide sind nicht hochauflösend. Das bedeutet, dass die Musik flacher und dünner klingen kann als bei Kopfhörern, die mit Sony LDAC oder einem aptX-Format ausgestattet sind. In der Praxis macht das bei Open Ear-Kopfhörern wie den LinkBuds Clip keinen Unterschied. Denn durch das fehlende Siegel im Ohr wirken die Tracks generell etwas kraftloser und leiser, als ich erwartet hätte. Zumal die jeweils ca. 6,4 Gramm schweren Kopfhörer mit einer 10 mm-Treibereinheit eigentlich recht gut ausgestattet sind.
Für Bass-Junkies wie mich war das etwas enttäuschend beim Musikhören, während es für Podcasts und Hörbücher natürlich keinen Unterschied macht. Tatsächlich hängt der Audio-Eindruck auch davon ab, wie dein Ohr genau beschaffen ist. Bei mir saßen die Sony LinkBuds Clip zwar sehr bequem und fest, sodass ich mit ihnen auch problemlos walken oder auf den Stepper gehen konnte. Die kleinen Lautsprecher waren aber eben auch recht weit weg von meinen Gehörgängen, was den Sound beeinträchtigt. Deshalb würde ich dir vor dem Kauf der Sony LinkBuds Clip unbedingt ein Probehören empfehlen.
Bedienung

An den LinkBuds Clip True Wireless Kopfhörern von Sony gibt es keine Tasten. Das bedeutet, dass ich sie mit berührungsempfindlichen Flächen am Bügel sowie am Akku bedienen musste. Bei mir hat das meist nicht so gut geklappt, weil meine Haare oft dazwischenkamen.
Außerdem ließen sich wichtige Funktionen nur durch Doppel/ Dreifach-Tippen am rechten oder linken Ohr aktivieren. Das funktionierte bei mir nur selten auf Anhieb, sodass ich dazu meist die Apple Watch heranzog. Trotzdem blöd.
Mit der Akkulaufzeit war ich hingegen im Test hochzufrieden: Einmal aufladen, dann musste ich mich für eine Woche nicht mehr kümmern. Klasse! Allerdings hätte ich es bei dem Preis toll gefunden, wenn die Kopfhörer auch kabellos aufladbar gewesen wären. Kein Dealbreaker, aber schon etwas frustrierend bei einem Headset im preislich gehobenen Segment.
Fazit im Sony LinkBuds Clip Test

Die Sony LinkBuds Clip sind ein spannendes Produkt innerhalb des neuen Open-Ear-Formfaktors. Auf der Plus-Seite sind:
- guter Klang
- sehr angenehmer Sitz
- App mit vielen spannenden Features
- lange Akku-Laufzeit
- kompaktes Case
- tolle Farben.

Im Vergleich zu den Alternativen z.B. von Motorola, Soundcore und Skullcandy, sind sie aber vor allem für die Ausstattung recht hochpreisig. Besonders das kabellose Laden hat mir echt gefehlt. Auch die Bedienung über die Touch-Flächen klappte bei mir nicht zuverlässig genug.
Trotzdem sind die Sony LinkBuds Clip Ohrhörer aus unserem Test eine tolle Alternative zu In-Ear-Headsets. Das gilt vor allem für Leute, die praktisch den ganzen Tag Kopfhörer tragen. Denn das Clip‑On‑Design und der offene Klang machen sie ideal für Situationen, in denen man erreichbar bleiben oder die Umgebung wahrnehmen will. Für Caregiver, Pendler oder im Büroalltag können sie daher eine echte Bereicherung sein.
Wie wir bei Techsonar testen
Bei Techsonar folgen unsere Testberichte einem klaren Prinzip: Wir prüfen Technik so, wie Menschen sie tatsächlich nutzen. Statt Geräte nur kurz auszupacken oder rein auf Laborwerte zu schauen, nehmen wir sie mit in unseren redaktionellen Alltag. Das bedeutet: Smartphones wandern mit uns durch Stadt und Land, Kopfhörer begleiten uns auf dem Weg ins Büro, Wearables laufen über Wochen bei echten Aktivitäten mit – nicht nur im Fitnessstudio, sondern auch beim Einkaufen oder auf Reisen. Nur so zeigt sich, wie Produkte im realen Leben funktionieren.
Unsere Alltagstests dauern in der Regel mindestens eine Woche, häufig deutlich länger. Je komplexer ein Gerät ist, desto mehr Zeit geben wir uns, um typische Stärken und Schwächen herauszuarbeiten. Bei smarten Home-Geräten testen wir oft mehrere Wochen, um Updates, Routinen oder Energieverbrauch besser bewerten zu können. Wichtig sind uns dabei vor allem Bedienbarkeit, Zuverlässigkeit, Leistung im Alltag und ein Gefühl dafür, wie gut Produktversprechen tatsächlich eingehalten werden.
Der Unterschied zwischen einem Alltagstest und einem Labortest ist fundamental:
Ein Labortest misst unter kontrollierten Bedingungen. Er liefert exakte Werte wie Displayhelligkeit, Akkukapazität, Lautstärke oder Messgenauigkeit. Das ist wichtig – aber oft nur die halbe Wahrheit. Ein Alltagstest zeigt dagegen, wie sich ein Gerät anfühlt, wie intuitiv es ist, ob es nervt, begeistert oder überrascht. Dinge wie Tragekomfort, Software-Bugs, echte Akkulaufzeit oder Verhalten unter Stress lassen sich im Labor kaum realistisch abbilden.
Gerade deshalb bieten Alltagstests den meisten Menschen mehr relevante Informationen. Die Mehrheit unserer Leserinnen und Leser möchte wissen: Funktioniert das Produkt in meinem täglichen Leben? Lohnt sich der Kauf? Passt es zu meinen Gewohnheiten? Genau diese Fragen beantworten wir – praxisnah, ehrlich und mit viel Erfahrung aus der redaktionellen Nutzung heraus.
Text: Sonja Angerer
Transparenzhinweis: Die Sony LinkBuds Clip Open Ear Ohrhörer wurden mir für den Test zur Verfügung gestellt.

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