Test Her Kopfhörer – ein Bluetooth Stereo nur für Frauen?

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Ja, wir brauchen jetzt alle Bluetooth-Kopfhörer. Denn kaum noch ein aktuelles Smartphone hat einen Klinkenstecker. „Hear her“ ist das Motto für unseren Test Her Kopfhörer.

Im Büro und unterwegs, kaum jemand mag noch ohne Kopfhörer sein. Schließlich will man mit der neuesten Playlist oder dem Netflix/ Amazon-Prime-Knaller nicht gerade seinen Nebenmenschen belästigen. Oder von ebenjenem belästigt werden, etwa, wenn man sich im Office gerade konzentriert.

Test Her Kopfhörer – die Basics

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Geschmackvolle Verpackung, viel Zubehör: Her Kopfhörer.

Das Modell „Her“ ist ein On-Ear-Kopfhörer. Das bedeutet, dass er auf der Ohrmuschel aufliegt. Damit dämpft er die Umgebungsgeräusche passiv in verhältnismäßig geringem Maß. Ein aktives Noise Cancelling ist nicht vorgesehen.

Der Kopfhörer verbindet sich per Bluetooth 4.1 mit halbwegs aktuellen Smartphones, konkret habe ich ihn mit einem iPhone 8Plus sowie einem OnePlus 6T ausprobiert. Das BT 4.1 relativ energiesparend ist, liegt die Gesprächszeit laut Hersteller bei über 23 Stunden, wer Musik hört, kann das etwa 21 Stunden lang mit einer Akku-Füllung tun. Im Stand-by soll über ein Monat drin sein. Beim Ausprobieren jedenfalls hielt der Akku gefühlt ewig. Auch bei den Smartphones konnte man keinen gesteigerten Akkuverbrauch feststellen. Das ist schon mal gut.

Die Ladezeit beträgt etwa drei Stunden, ein farblich passendes Micro-USB-Kabel wird mitgeliefert. USB-C wäre mir persönlich weitaus lieber gewesen, gebe ich zu. Allerdings ist Micro-USB derzeit bei Kopfhörern noch Standard.

Test Her Kopfhörer – nur für Frauen?

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Ladekabel und Klinkenstecker in passender Farbe sind dabei.

Ebenfalls im Preis von 99 Euro inbegriffen ist ein Klinkenstecker in der passenden Farbe, sowie einen naturfarbigen  Jutebeutel. In dem soll man den Kopfhörer verstauen, wenn man ihn gerade nicht braucht. Er sieht sehr edel aus, ich fände aus praktischen Gründen eine unempfindlichere Farbe besser.

Der Her Kopfhörer ist nicht klapp- oder sonst wie zusammenlegbar. Das finde ich relativ blöd, denn so nimmt er in seinem Säckchen relativ viel Platz in Handtasche, Koffer oder Rucksack weg. Andererseits ist er ohne Scharniere natürlich stabiler und potenziell langlebiger. Insgesamt wirkt er ohnehin sehr sorgfältig produziert und haltbar.

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Der Aufbewahrungsbeutel sieht toll aus, aber die Farbe ist ziemlich empfindich.

Apropos Farbe: Der Kopfhörer ist ja dezidiert für Frauen gedacht. Ich empfinde das ganz leicht rosa-beige Leder und das alufarbige Metall jetzt nicht als übermäßig „girly“. Man kann ihn also durchaus auch als erwachsende Frau (oder gar als Mann!) tragen, ohne sich total deplatziert vorzukommen. Das Leder ist jedenfalls wunderbar weich und fühlt sich toll an.

Also, eigentlich heißen die Kopfhörere „hër“ – aber das kann keiner schreiben. Ob wohl es eine Kombination aus „Hör“ und „her“ sein soll. Deshalb werden sie auch unter dem Hashtag #Hearher vermarktet.  Und darum verpflichtet sich auch der Vertrieb, die Sonic Sales GmbH, mindestens 3% des mit den Modellen erzielten Gewinns an das Deutschen Komitee für UN Women zu spenden.

Test Her Kopfhörer – Sound und  technisches

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Geräteverbindung Her Kopfkörer unter Oxygen OS 9 (=Android).

Der Her Kopfhörer unterstützt die Profile A2DP, AVRCP, APTX, HSP sowie HFP. Den meisten Menschen sagt das nichts. Was unter anderem daran liegt, dass es vom Smartphone abhängt, welches Profil angewendet wird. A2DP ist relativer Standard, und überträgt den Sound vom Handset zum Kopfhörer in Stereo und ziemlich guter Qualität, allerdings nicht verlustfrei. AVRCP und HFP sind für die Steuerung zuständig. Denn natürlich kann man mit dem Universalkopf das Headset an- und ausschalten, sowie Gespräche annehmen. Sowohl auf dem iPhone wie auch auf dem OnePlus wurde bei mir außerdem der Akkustand angezeigt. Die Kopplung mit dem Smartphone klappte sowohl unter Android wie iOS ohne Probleme.

Die zwei weiteren Metallknöpfe am rechten Ohrhörer sind für die Lautstärke sowie das Vor- und Zurückspringen in den Tracks zuständig. Das klappt problemlos, übrigens auch bei alternativen Playern wie etwa Amazon Prime. An die Bedienung über die Ohrknöpfe muss man sich erst gewöhnen, aber das geht schnell: Sie sind sehr gut zu ertasten, und das Bedienkonzept ist doch ziemlich stringent.

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Die Ohrhörer lassen sich nach oben klappen.

Und, wie klingt´s? Im Vergleich zu meinem privaten Bose nicht ganz so fett (aber ersterer kostet auch etwas mehr…) Im Vergleich zu meinen Sport-In-Ears sehr basslastig, aber durchaus differenziert. Die On-Ears dämpfen die Außengeräusche aber ohnehin nicht sehr stark, so dass man auf ein Hifi-Erlebnis im Bus nicht hoffen kann. Dafür fährt einen der Bus dann aber eben auch nicht tot, weil man ihn nicht gehört hat.

Das Headset hat natürlich ein eingebautes Mikro zum telefonieren, und auch da ist der Klang sehr ordentlich. Jedenfalls hat sich keine der Angerufenen beschwert. Da der Her Kopfhörer sehr bequem zu tragen ist, kann man auch stundenlang anhaben, ohne dass die Ohrmuscheln schmerzen.

Er lässt sich natürlich auch lässig um den Hals legen, die Ohrhörer kann man dabei nach oben drehen, so trägt sich der Kopfhörer besser. Und man kann natürlich so auch leichter die Umgebung beschallen.

Fazit Test Her Kopfhörer: Soll ich mir einen holen?

Test_Her_Kopfhörer_SchachtelFür den Preis von knapp 100 Euro bekommt man mit dem Her Kopfhörer ein sehr gut verarbeitetes und sehr angenehm zu tragendes Stereo-Headset. Weil es sich nicht falten lässt, braucht es unterwegs relativ viel Platz. Definitive Pluspunkte für mich sind die elegante Farbgebung und das edle Design: Endlich ein Kopfhörer für den Alltag, mit dem man nicht unbedingt wie ein Streetstyle-Girlie aussieht. Auch die lange Akku-Laufzeit machte mir definitiv Freude. Wenn ich mir noch etwas wünsche dürfte, wäre das ein besseres, auch aktive Noise-Cancelling. Allerdings ist man dann auch gleich bei anderen Preispunkten.

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