Erfahrungen mit Tile Premium: Schlüsseldienst

Erfahrungen Tile Premium
Tile Premum Test
Im Tile Premium kann man einstellen, welche Tracker mit intelligenten Benachrichtigungen überwacht werden sollen.

Mit einem Tile Schlüsseltracker am Schlüsselbund vergisst oder verlegt man seine Wertgegenstände nie mehr. So weit die Theorie, und um Großen und Ganzen stimmt das auch. Im Test will ich nun sehen, welche Erfahrungen ich so mit dem Tile Premium Dienst mache. Bringt der Abo-Dienst noch mehr Komfort? Testerin: Sonja Angerer

Ich suche andauernd meinen Schlüssel, meine Brieftasche, den Autoschlüssel, die Kopfhörer … was daran liegt, das, das ich ein ziemlich aktives Leben führe, und das bedeutet viele Jacken und Taschen, in denen sich Handy, Geldbörse oder Schlüssel verkriechen können. Deshalb nutze ich ein neun  Tiles mit meinem iPhone wie dem Google Pixel 3A XL. Bislang habe ich die „Holzklasse“ bevorzugt. Denn man kann die Tiles glücklicherweise auch ohne Abo nutzen. Anmeldung per E-Mail genügt, alternativ kann man auch per Google oder Facebook einloggen.

Erfahrungen mit Tile Premium

Tile Premium Retile
Wenn die Einweg-Tiles einen niedrigen Batteriestand haben, kann man zum Sonderpreis „retilen“.

Nun war ich doch auf den Premium-Dienst gespannt. Der kostet pro Jahr knapp 30 US-Dollar oder bei monatlicher Zahlung knapp 3 US-$. Der Anbieter spendiert einen kostenlosen Probe-Monat. Diesen kann man in jeweiligen App-Store des bevorzugten Smartphones abschließen. Allerdings benötig man dazu zwingend ein Guthaben, das höher ist als ein Monatsbeitrag. Ich schließe im Play Store ab, und daraufhin wird auch beim iPhone angezeigt, dass ich nun für einen Monat „Premium“ genießen darf.

Laut Webseite beitet die Premium-Funktion ein paar ganz interessante Features.

  • 30 Tage Standortverlauf
  • Premium-Kunden-Support
  • Teilen der Tracker mit unbegrenzt vielen anderen
  • Kostenlose Batterien für die neueren Modelle mit Wechselbatterien
  • Drei Jahre Garantie für Modelle mit Wechselbatterien
Tile Retile Amazon
Die „Retile“ Preise liegen je nach Produkt allerdings auf einem ähnlichen Level wie bei Amazon.

Blöd, dass ich erst im letzten Jahr vier der alten Tile-Modelle (Einweg) gekauft habe. Da sind nämlich eben die Batterien fast leer, und „Retiling“ über die App kostet bei einigen Modellen kaum weniger, als wenn man sich neue Tiles über Amazon bestellt.

Nie mehr ohne Geldbeutel aus dem Haus?

Tile Premium Standortverlauf
Mit Tile Premium kann man die Standorte des Trackers für 30 Tage nachverfolgen.

Am meisten haben mich allerdings beim Test Tile Premium die „Intelligenten Benachrichtigungen“ interessiert. Die nämlich sollen sich melden, wenn man versehentlich das Haus verlässt, und wichtige Gegenstände vergisst. Diese Funktion befindet sich laut Hersteller in der Beta. Trotzdem habe ich frohen Mutes meinen Geldbeutel und meinen Haustürschlüssel für „Intelligenten Benachrichtigungen“ aktiviert.

Tile Premium
Nach mehrfachen Versuchen: Eine Benachrichtigung auf dem iPhone!

Was soll ich sagen, ich bin damit mehrmals bis an die nächste Straßenecke. Gemeldet wurde schlicht – nichts. Nicht beim iPhone, nicht beim Pixel. Schade eigentlich. Laut Standortverfolgung lagen beide zuhause, ich war unterwegs – aber die Benachrichtigungen habe ich nicht bekommen, obwohl diese auf beiden Smartphones aktiviert waren. Beim dritten Versuch hat es dann tatsächlich geklappt, diesmal war ich dann allerdings schon fast zehn Minuten unterwegs, als die Benachrichtigung auf dem iPhone kam. Das Pixel blieb stumm.

Tile Premium Community
Die Tile Community soll helfen, verloren gegangene Tiles zu finden.

Tatsächlich stellt sich natürlich die Frage, wie nützlich die Funktion überhaupt im „wirklichen Leben“ ist. Denn die Tile Tracker im Test (und alle anderen auch) verbinden sich natürlich per Bluetooth mit dem Smartphone. Die Reichweite liegt laut Hersteller bei den Mate-Modellen bei etwa 30 Metern, bei den Pro-Trackern bei bis zu 100. Das ist praktisch, wenn man seinen Schlüssel sucht. Aber ziemlich blöde, wenn man sich warnen lassen will. Denn man ist schon aus der (dann geschlossenen) Haustüre, wenn das Smartphone meldet, dass in der Wohnung noch der Schlüssel liegt. Bei freistehenden Häusern, wie in den USA üblich, mag das ja noch angehen.

In urbanen europäischen Mehrfamilienhäusern mit ihren teuren Schließsystemen bringt das leider rein gar nichts. Übrigens auch nicht, wenn man etwa auf Reisen Koffer oder Kamerataschen mit einem Tile sichert. Denn wenn die Nachricht erst kommt, wenn der Dieb schon 100 Meter weg ist, müsste man schon Usain Bolt zu Kumpel haben, um da noch was ausrichten zu können. Natürlich hängt die Bluetooth-Reichweite immer von den Gegebenheiten ab, und kann auch deutlich geringer sein.

Erfahrungen: Die Tile Premium Standortverfolgung

Tile Premium Batterie
Mit Tile Premium soll man jährlich Batterien für die Mate- und Pro-Modelle zugeschickt bekommen.

Der Tile Premium Dienst ermöglicht es, den Standortverlauf eines Trackers 30 Tage lang anzuzeigen. Das soll beim Finden helfen, und klappte auf dem Pixel wunderbar. Beim iPhone musste war die Ladezeit zum Teil ziemlich lang.

Auf der Übersichtskarte wird angezeigt, wie viele Tile-Nutzer sich in der Gegend befinden. Über die „Community Suche“ sollen diese dabei helfen, wenn ein Tile-Tracker draußen verloren geht. Denn natürlich haben die Tracker kein eigenes GPS. In „meiner“ Metropolregion mit 1,35 Millionen Menschen gilt es laut Karte unter 1.000 Tiles-Mitglieder. Na ja, da braucht man wohl mangels Masse keine Hilfe erwarten.

Soll ichTile Premium abschließen?

Die Teile Premum App wurde mit dem iPhone 8 Plus sowie einem Pixel 3A XL getestet.

Der Wunsch der Hersteller, sich mit einer Abo-App eine verlässliche und dauerhafte Einnahmequelle zu erschließen, ist nachvollziehbar. Ich selbst werde das Probe-Abo selbst als „Heavy User“ aber nicht verlängern. Mir bringt nur die Standortverfolgung ein bisschen was. Wer eine große Familie hat, oder einen Firmenschlüssel im Auge behalten will, der wird womöglich die Möglichkeit schätzen, mit der Premium-Option ein Tile mit unbegrenzt vielen Smartphone-Nutzern zu teilen. Bei der „intelligenten Erinnerungen“-Funktion muss man aber wohl warten, bis sie aus der Beta kommt.

Über Sonja Angerer 1017 Artikel
Fachautorin und Redakteur. Bei Techsonar vor allem zuständig für die Bereiche Smartphone, Smart Home und Gadgets. Mit viel Erfahrung in Fachmagazinen, u.a Macwelt, Digifoto, Sign Pro Europe, Large Format und Fespa.com.