PowerUp – der Papierflieger mit Motor

Papierflieger mit Antrieb

Das Set PowerUp 3.0 (über Radbag) hat alles für den Papierflieger mit Motor. Gesteuert wird mit dem Smartphone. Wie cool ist das denn?

Papierflieger mit Motor
In der stabilen Verpackung sind alle Zubehörteile übersichtlich zusammengefasst.

Als Kind hat fast jeder gerne mit Papierfliegern gespielt. Auf Dauer ist das natürlich ein bisschen langweilig, denn selbst die besten Exemplare fliegen nur ein paar Meter. Bei Radbag kann man nun ziemlich cooles Upgrade für den guten alten Papierflieger erstehen. Das Set kostet ca. 50 Euro, und enthält alles, was man braucht, um aus dem Segel- einen Motoflieger zu machen.  Das probieren wir doch mal aus. Testerin: Sonja Angerer

Papierflieger mit Motor – bitte laden

Papierflieger mit Motor
Unter der Plexi-Haube ist das Herzstück, das „Cockpit“ mit dem Antrieb.

Das „Unboxing“ ist schon mal eine Challenge. Der stabile Karton ist auch zur Aufbewahrung gedacht und entsprechend gut verpackt. Als er endlich offen ist, finde ich dort neben dem eigentlichen Antriebsmodul vier gedruckte Faltvorlagen, eine kurze Anleitung sowie einen weiteren Propeller und ein Ersatzruder. Das Micro-USB-Kabel zum Laden scheint zu fehlen, aber wir haben (wie wahrscheinlich jeder Gadget-Freak) so viele davon rumliegen, dass mich das nicht stört. Das Aufladen des Antriebsmodus dauert vielleicht eine halbe Stunde. Damit soll der Flieger ca. 10 Minuten mit Propeller getrieben fliegen.

Papiersegler Motor
Der Motor wird per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden.

Zum Set gehört eine kostenlose App, mit der man das den Papierflieger mit Motor steuern kann. Die lade ich auf mein Pixel 3A XL herunter. Sie ist aber auch für iPhones zu haben. Mit 2,6 ist die App in Google Play nicht übermäßig gut bewertet, obwohl zum Zeitpunkt des Downloads knapp 1.000 Bewerter ihre Meinung hinterlassen haben. Im App Store ist wie Wertung exakt gleich (schlecht), wenn auch mit viel weniger Rezensenten. Sie ist übrigens komplett auf Englisch – wer hier nicht ziemlich sattelfest ist, hat wenig Freunde. Die Anleitung im Paket ist auch auf Deutsch, verweist aber auch vor allem auf die App.

Die Software ist stur

Papiersegler Motor
Papier mit Faltanleitung liegt bei.

In der App findet diverse ausführliche, englischsprachige Videos, die einen problemlos durch das Set-up führen: Auspacken, Papierflieger falten, Antriebseinheit auf dem Flieger installieren. Rund 15 Minuten später liegt der fertige Flieger vor mir.

Papiersegler Smartphone
Mit der Schere werden die „Landeklappen“ eingeschnitten.

Ich habe allerdings – in weiser Voraussicht – in der Redaktion gebaut. Und konnte deshalb das W-LAN benutzen. Wer die Packung mit nach draußen nimmt, um das Spielzeug etwa mit Kindern auszuprobieren, der hat hoffentlich einen fetten Datentarif. Übrigens rät die Anleitung davon ab, dass Kinder unter 14 (allein) mit PowerUp 3.0 spielen.

Papierflugzeug Smartphone
In Google Play kommt die Steuer-App nicht gut besonders gut weg: 2,6 von 5 Punkten.

Die App führt einen aber nicht nur durch den Prozess von Set-up und Verbindung mit dem Smartphone. Sie besteht darauf, dass man alle Punkte des Preflight-Checks abarbeitet, sonst dringt man gar nicht erst zur Steuerung vor. Im Rahmen des Prozesses will einen die App zum Registrieren bei dem (chinesischen?) Anbieter drängen. Man kann das aber auch ignorieren. Die Steuerelemente werden trotzdem irgendwann freigeschaltet. Weitere 15 Minuten sollte man aber für die Prozedur schon veranschlagen. Die Verbindung mit dem Pixel 3A XL per Bluetooth funktionierte übrigens prima, allerdings haben laut App Anwender mit anderen Android-Smartphones da manchmal Probleme. Ach ja: Standortübertragung muss erlaubt sein, sonst funktioniert es nicht.

PowerUp – bitte abheben

Papierflieger Smartphone
Bite zuerst alle Prefliught-Checks abarbeiten – sonst wird die Steuerung nicht freigegeben.

Die Videos (und auch die gedruckte Anleitung) machen ziemlich deutlich klar, dass man vor dem Flug ein paar Sicherheitsvorkehrungen treffen sollte: Lange Haare wegstecken, größere freie Fläche suchen, weg von Bäumen, Büschen, Stromleitung. Vom heimischen Wohnzimmer wird auch dringend abgeraten. Also bleibt mir nur, auf unseren Wochenendausflug zu warten. Irgendwo im fränkischen „Ganzweitdraußen“ ist es dann so weit: Einer wirft den Flieger in die Luft, der andere versucht mit dem Smartphone zu steuern. Was sich als gar nicht so einfach erweist. Denn wir rammen das kleine Flugzeug ein paarmal mit Schmacke in den Boden. Glücklicherweise hat die „Nase“ des Antriebs crashsicheren Stoßfänger, so dass im weichen Rasen nichts kaputt geht. Der vorsorglich mitgenommene Tesa-Film wird trotzdem gebraucht, um einen Transportschaden zu kitten. Papier ist eben empfindlich.

Papierflugzeug Smartphone
Die Steuerung über den Smartphone-Screen benötigt etwas Übung, macht aber Spaß.

Einen halbwegs schönen Flug, bei dem der Flieger (mit etwas gutem Willen) erkennbar wieder zu mir zurückfliegt, kriegen wir auch noch hin. Bevor der Akku des Antriebs dann leer ist. Wer etwas länger Spaß haben will, nimmt eine Power Bank mit, und macht während des Nachladens ein kleines Picknick.

Soll ich mir ein PowerUp 3.0 kaufen?

Papierflieger mit Antrieb
Fertig zum Start: Der PowerUp 3.0 Papierflieger mit Motor-Einheit.

Mit knapp 50 Euro ist die Box bei Radbag noch bezahlbar. Wer beim Grillen, einem Familienausflug oder einem Trip mit Freunden (m/w/d) Spaß haben will, liegt hier richtig. Gute Englischkenntnisse, ein bisschen Sorgfalt und Konzentrationsfähigkeit würde ich aber voraussetzen. Und empfehlen, die Vorarbeiten schon zuhause zu machen. Sonst wird die Angelegenheit mühsam, vor allem in Gegenden mit schlechtem Uplink.

Wie bei Drohnen würde ich unbedingt eine sichere, etwas abgelegene Gegend zum Ausprobieren empfehlen. Die Bluetooth-Reichweite von 55 Metern hängt nämlich von den Hindernissen ab, die im Weg stehen. Das PowerUp 3.0 ist relativ einfach gestrickt, und hat natürlich keine Rückflug- oder Notfall-Funktion wie eine 20 x so teure Drohne. Im Zweifel hängt der Flieger eben einfach auf einem Garagendach. Hinzu kommt, dass Drohnen und ähnliches Fluggerät heute oftmals nicht Freude und Neugier, sondern Aggression auslösen.

Ansonsten: Wirklich schönes Spielzeug für NERDs.

 

 

Über Sonja Angerer 1021 Artikel
Fachautorin und Redakteur. Bei Techsonar vor allem zuständig für die Bereiche Smartphone, Smart Home und Gadgets. Mit viel Erfahrung in Fachmagazinen, u.a Macwelt, Digifoto, Sign Pro Europe, Large Format und Fespa.com.