VPN: Was ist das und brauche ich das als Content Creator?

VPN Tunnel (Aufmacherbild)

Die 7 wichtigsten Fragen zu VPN: Erklärt für Content Creators, und alle, die Technik eigentlich nicht so interessiert.

Ein VPN (Virtual Private Network) ist eine Technologie, die eine sichere und verschlüsselte Verbindung zwischen einem Gerät und einem entfernten Server herstellt.  Es ermöglicht es dir, deine Online-Identität zu anonymisieren, auf gesperrte oder zensierte Inhalte zuzugreifen und deinen Datenverkehr vor neugierigen Blicken zu schützen.

So weit, so gut: Aber brauche ich das als Content-Creator in Deutschland? Hier findest Du Antworten auf die 7 wichtigsten Fragen zu VPN:

  • Wie funktioniert VPN?
  • Wofür kann man es verwenden?
  • Wie richtet man VPN ein?
  • Was kostet ein VPN, und gibt es günstige Alternativen?
  • Brauche ich Virtual Private Network auch im mobilen Internet?
  • Schützt es mich auch vor Viren oder Gefahren im Darknet?
  • Kann ich mein Abo mitnehmen, wenn ich den Internet-Anbieter wechsele?

Wie funktioniert VPN?

VPN Einrichtung in Windows
Ein VPN kannst du auch direkt in den Windows-Einstellungen einrichten, meist musst du allerdings eine Software installieren.

Ein VPN funktioniert, indem es die Internetverbindung eines Geräts über ein speziell konfiguriertes, von deinem Dienst verwaltetes Remote-Server-Netzwerk leitet. Das bedeutet: Alle Daten, die über eine VPN-Verbindung ausgetauscht werden, werden nicht nur verschlüsselt, sondern auch mit einer anderen IP-Adresse versehen. Die IP-Adresse ist eine eindeutige Kennung, die jedem Gerät im Internet zugewiesen wird und Informationen wie den Standort oder den Internetanbieter enthält.

Wofür kann man ein Virtual Private Network verwenden?

Mit einer VPN-Verbindung kannst du also deine IP-Adresse ändern und so Online-Aktivitäten verschleiern oder geografische Beschränkungen umgehen. Konkret bedeutet das: Die IP ist dafür verantwortlich, dass du etwa Inhalte der BBC oder auch von US-Fernsehsendern nicht in Deutschland sehen kannst. Wenn das für dich und deine Inhalte wichtig ist, brauchst du VPN.

Es gibt aber noch einige weitere nützliche Funktionen. Ein VPN-Tunnel schützt deine Daten vor Hackern und unseriösen Internetanbietern, die möglicherweise versuchen, deinen Netzverkehr zu überwachen oder zu manipulieren.

Das ist besonders wichtig, wenn du dich öfter in öffentlichen WLAN-Netzen bewegst, also etwa im Schnellrestaurant, am Bahnhof oder in Fernreisebussen. Dort nämlich ist es möglich, sensible Informationen wie Passwörter oder Bankdaten zu stehlen.

Deshalb verlangen viele Firmen, dass du im Homeoffice VPN nutzt, wenn Du auf den Firmenserver zugreifst.

Wenn du Freunde oder Verwandte in Ländern hast, in denen das Internet stark überwacht wird, wirst du feststellen, dass diese seit Jahren VPN verwenden. Denn die IP-Verschleierung kann auch helfen, Zensur zu umgehen.

Viele Webshops ordnen dich aufgrund der IP-Adresse, deiner Surfgewohnheiten und deines Geräts in Kundengruppen ein. Diese bekommen unterschiedliche Preise angezeigt. Ohne VPN ist es also möglich, dass du etwa mit einem aktuellen iPhone für dieselbe Reise mehr bezahlst als dein Nachbar mit seinem alten PC.

Wie richtet man ein Virtual Private Network ein?

VPN Einstellungen auf Android
Auch im mobilen Internet ist VPN ratsam.

Wenn du VPN von einer Firma zur Verfügung gestellt bekommst, etwa weil du remote arbeitest, kannst du die entsprechenden Daten in den Einstellungen deines Computers oder Smartphones eintragen. Für Windows-PCs findest du diese etwa unter Einstellungen –> Netzwerk und Internet –> VPN.

Suchst du dir einen eigenen Anbieter, so bittet dich dieser in der Regel, eine Software oder App herunterzuladen. Darüber kannst du dann mit einem Klick die Verschleierung aktivieren und deaktivieren. Letzteres kann für dich wichtig sein, wenn dein Abo eine Beschränkung beim Traffic hat.

Brauche ich es auch im mobilen Internet?

VPN wird meist im Zusammenhang mit dem Surfen über W-LAN, also Internet über Kabel oder Glasfaser erwähnt. Weitgehend dieselben Probleme bestehen aber auch beim Surfen über das Mobilfunknetz, also wenn du mit dem Smartphone über deinen Datentarif ins mobile Internet gehst. Deshalb solltest du auch dort VPN anschalten. Das gilt zumindest, wenn du deine Banking-App öffnest, oder mal nachschauen willst, wie es deinen ETFs so geht.

Welche Anbieter sind am Markt und gibt es günstige Alternativen?

Norton Abo
Anbieter von Sicherheitssoftware bieten VPN zusammen mit weiteren Sicherheits-Features an.

Es gibt viele Anbieter von VPN-Diensten auf dem Markt, die sich in Bezug auf Qualität, Sicherheit, Geschwindigkeit und Preis unterscheiden.

Kostenloses VPN bieten z.B. :

  • Atlas VPN (3 Monate, danach ab ca. 1,70 Euro /Monat)
  • Proton VPN (dauerhaft kostenloses VPN mit eingeschränkten Optionen kostenpflichtiger Premium-Account)
  • Hide.me (kostenlose Variante für 1 Gerät)

Kostenpflichtige Anbieter:

Die Nutzung von VPN-Diensten ist immer auch Vertrauenssache. Denn der Anbieter könnte beispielsweise deine Daten mit protokollieren und verkaufen, oder auch Werbung in deinem Browser schalten. Vor allem bei kostenlosen Accounts lohnt es deshalb, mal ins Kleingedruckte zu schauen.

Oft ist es deshalb sinnvoll, sich eher für Angebote etablierter Unternehmen wie NordVPN, ExpressVPN oder CyberGhost zu entscheiden. Meist sind das Abos, je nach Laufzeit und Umfang des Schutzes kostet die Monatsgebühr zwischen ca. 2 bis ca. 15 Euro.

Schützt mich ein Virtual Private Network auch vor Viren oder Gefahren im Darknet?

Wenn du oft auf eher gefährlichen Webseiten wie etwa Browser-Spiele, Adult Content oder Online-Wettbüros unterwegs bist, kann es sinnvoll sein, VPN zusammen mit einem umfassenden Internet-Schutz für all deine Geräte abzuschließen. Denn der Tunnel allein schützt dich nicht vor allen Gefahren, die im Internet lauern.

Norton Secure VPN gibt es etwa als 360 Deluxe-Version mit Anti-Virus, Cloud-Backup und Passwort-Manager für bis zu 5 Geräte, egal ob PC, Mac, Android oder iPhone / iPad. Im ersten Jahr gibt es das Abonnement zum Sonderpreis von knapp 35 Euro. Andere Anbieter von Antiviren-Software haben ähnliche Angebote.

Kann ich mein Abo mitnehmen, wenn ich den Internet-Anbieter wechsele?

Das VPN-Abo kommt zu deiner Mobilfunkgebühr oder deinem W-LAN-Abo hinzu. Es ist aber davon unabhängig. Das bedeutet, dass du dein VPN auf einem neuen Gerät problemlos einrichten kannst, solange dein Abo läuft. Wenn du nur die SIM oder deinen Anbieter zuhause wechselst, musst du in der Regel also gar nichts tun.

FAZIT: Brauche ich als Content-Creator VPN?

Kurze Antwort: Ja. Weil eigentlich alle Menschen eine IP-Verschleierung nutzen sollten. Schließlich lässt ja auch niemand absichtlich wichtige persönliche Dokumente wie seinen Kontoauszug oder einen Arztbrief auf der Parkbank liegen.

So ähnlich kann man es sich nämlich vorstellen, wenn man ohne VPN surft: Im Grunde ist das so anonym, wie das, was auf einer Postkarte steht.

Und selbst, wenn dir das egal ist: Die Möglichkeit, ausländische Streaming-Angebote zu nutzen und Serien früher zu sehen, oder günstiger online einkaufen zu gehen, ist definitiv ein dicker Pluspunkt.

Über Sonja Angerer 1008 Artikel
Fachautorin und Redakteur. Bei Techsonar vor allem zuständig für die Bereiche Smartphone, Smart Home und Gadgets. Mit viel Erfahrung in Fachmagazinen, u.a Macwelt, Digifoto, Sign Pro Europe, Large Format und Fespa.com.

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