Vaio SX14 im Test: Ja, aber…

 

Für den Test begleitete mich der Vaio SX14 124 Tage lang.

Der Vaio SX14 Windows Laptop muss sich für unseren Test 14 Tage in meinem Arbeitsalltag bewähren. Testerin: Sonja Angerer

Vaio-Computer waren um die Jahrtausendwende „Kult“. Doch 2014 zog sich das japanische Unternehmen aus der Computer-Herstellung zurück. In Europa wurde es still um die Branche, in der Heimat lebte Vaio als eigenständiges Unternehmen weiter. Nun bringt Trekstor als exklusiver Business Licensing Partner die Marke nach Deutschland zurück. Ich nahm das Laptop-Modell Vaio SX14 deshalb mit auf einen ganz besonderen Praxistest.

Denn der nur knapp ein Kilo schwere 14-Zöller durfte mich 14 Tage lang auf Reisen, Projektarbeit und eine Messe begleiten. Mit dem geringen Gewicht, doch kraftvollem angepassten i7-Prozessor (1,80-1,99 GHz) ist das Gerät wie gemacht für digitale Nomaden. Die sollten allerdings einigermaßen verdienen, denn mit knapp 2.500 Euro ist der Vaio SX14 kein Schnäppchen.

Vaio SX14 einrichten – kein Problem dank Windows 10 Pro

Sowohl vom Preis wie von der Aufmachung positioniert Vaio den SX14 als Alternative zum Macbook Pro. Ob man damit wirklich Apple-Jünger zum Konvertieren animiert, darf man bezweifeln. Schließlich läuft der Vaio SX14 unter Windows 10 Pro. Der aufmerksame Techsonar-Leser weiß natürlich, dass wir hier in der Redaktion mit Windows arbeiten. Die Einrichtung des SX14 war dank Windows 365, Onedrive und Adobe Creative Cloud binnen einer Dreiviertelstunde komplett erledigt. Unsere sehr schnelle Internet-Verbindung hat dabei natürlich geholfen. Denn es musste reichlich Material heruntergeladen werden. Den Vaio hat es jedenfalls nicht gestört. Und als ich ihm einen guten Teil der Adobe-Suite installiert habe, sprang zwar der Lüfter an. Doch die Installation ging ohne Verzögerung. Nun gut 16 GB RAM und eine 512 GB SSD sind natürlich schon eine Ansage.

Der Fingerprint-Sensor des Vaio SX14 hat meinen Zeigefinger zumeist erkannt.

Anders als beispielsweise der Microsoft Surface Pro, der sonst mit mir auf Reisen geht, wird der Vaio SX14 nicht über die integrierte  Laptop-Kamera (0.92 MPixel), sondern über einen Fingerprint-Leser entsperrt. Alternativ kann man eine sechsstellige PIN eingeben. Meine schon etwas mitgenommene Zeigerfinger-Oberfläche wurde gefühlt in 70% der Fälle erkannt. Das ist besser als beim Sensor auf meinem OnePlus 6T, aber deutlich weniger als bei meinem anderem Mobiltelefon, einem altgedienten iPhone 8Plus.

Keine Touchscreen, dafür tolle Tastatur

Wie die Macbooks, so bietet auch der Vaio SX14 keinen Touchscreen. Für mich als Surface-Nutzer war das ein bisschen ungewohnt. Mit dem Vaio SX12 kommt von Vaio übrigens auch ein Kombi-Gerät mit abnehmbarem Bildschirm-Tablet auf den Markt. Das Touchpad des SX14  jedenfalls arbeitet ausgesprochen präzise und leichtgängig. Deshalb war der fehlende Touchscreen im Praxistest für mich zu verschmerzen. Man kann allerdings natürlich auch keinen Eingabestift nutzen, was ich ein bisschen schade fand.

Das matte IPS-Display (anti-glare) bietet eine Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln. Kontrast und Helligkeit empfand ich als angenehm. Allerdings fand ich später heraus, dass ich das Gerät durchgängig bei größter Helligkeitsstufe benutzt hatte. Und das frisst Akku (dazu später mehr).

Die Tastatur des Vaio SX14 hat mir als Vielschreiber sehr gut gefallen. Die Tasten haben einen stabilen Druckpunkt und schlagen zuverlässig an. Dank eines besonderen Scharniers ist die Tastatur dem Nutzer leicht entgegengeneigt. Das klingt banal, macht das Tippen aber wirklich sehr bequem. Auch die Hinterleuchtung der Tasten gefiel mir gut, denn in Hotelzimmern wie in Zügen sind die Lichtverhältnisse alles andere als optimal.

Viele Schnittstellen

Der Vaio SX14 bietet unter anderem Ethernet, VGA sowie einen SD-Kartenschacht.

Ultra-Mobile Laptops zeichnen sich ja gerne durch sparsame Ausstattung aus. Der Vaio SX14 in unserem Test war dagegen wirklich üppig bestückt. 3 x USB-A, 2 x USB-C, HDMI, Ethernet (!), normalgroßer SD-Kartenschacht und sogar eine Kopfhörer-Buchse sowie eine VGA(!)-Schnittstelle werden geboten. Wer über VGA lacht, soll sich übrigens mal die Veranstaltungstechnik in vielen Konferenzräumen genauer anschauen.

Nur so viel: ich war froh, dass der Vaio über die „Großmutter der Schnittstellen“ verfügt. Weil ich nämlich als Sprecherin genau deshalb schon mehrfach Blut und Wasser geschwitzt habe. (Ich sag bloß: Beamer!)  Diesmal war VGA nicht nötig, aber die Option dabei zu haben, beruhigte mich doch ungemein. Auch die Kopfhörerbuchse fand ich toll, endlich könnte ich theoretisch wieder ohne Aufladen Musik hören. Allerdings besitze ich inzwischen wirklich keinen einzogen Kopfhörer ohne Bluetooth mehr, sorry.

Mein Vaio SX14 hatte sogar einen Schacht für eine Nano-SIM.

Der Vaio SX14 hat außerdem einen gut zugänglichen Schacht für eine Nano-SIM-Karte. Wer sich also das nervige und akku-intensive Tethering mit dem Smartphone sparen will, kann seine SIM hier einlegen und direkt mobil ins Netz gehen.

Gut bei der Arbeit

Konkret musste der Vaio SX14 im Testzeitraum mit mir zwei Mal mehrere Stunden Zug und mehrfach Bus und Auto fahren. Er wurde in verschiedenen Hotelzimmern, in einem Projektbüro sowie im Pressezentrum einer größeren Messe intensiv benutzt. Überall klemmte er sich ohne Probleme unkompliziert und schnell ins Netz und leistete brav seine Arbeit. Die bestand aus Office-Anwendungen, aber eben auch größeren Photoshop-Arbeiten und leichter Web-Entwicklung mit vielen, vielen, offenen Fenstern. Gezögert hat der Vaio SX14 kein einziges Mal. Das allerdings darf man bei der Ausstattung durchaus auch erwarten. Gelegentlich ging der Lüfter an. Der dürfte gerne noch ein bisschen leiser sein. Das ist allerdings in meinen Augen eher Geschmackssache.

Akkuleistung verbesserungsbedürftig

Die Befestigung des Computer-Kabels am Netzteil sieht etwas seltsam und nicht übermäßig stabil aus.

Was mich allerdings wirklich etwas beunruhigt hat, war die Akku-Leistung. Laut Spezifikationen reicht einmal aufladen für bis zu 8,5 Stunden. „Im wirklichen Leben“ würde man also über sechs Stunden erwarten. Bei mir war beim ersten Mal ausprobieren nach etwa 3,5 Stunden relativ abrupt Schluss.

Nun ist das bei einem neuen Computer, der im Hintergrund erstmals indexiert, nicht ganz so ungewöhnlich. Viel besser als gut 4,5 Stunden wurde es bei mir aber auch nach mehreren Tagen nicht. Zwar hatte ich die Display-Helligkeit auf Maximaleinstellung, aber trotzdem empfinde ich eine solche Laufzeit in dieser Preisklasse als Manko.

Praktisch: Über das Netzteil kann man gleichzeitig ein Smartphone laden.

Ohne Netzteil konnte zumindest ich mit dem Vaio SX14 nicht aus dem Haus gehen. Und im alten Regionalzug ohne Steckdose am Platz wurde ich dann doch leicht nervös.

Das Netzteil ist übrigens halbwegs zierlich, und hat einen zusätzlichen USB-A-Stecker, mit dessen Hilfe man beispielsweise parallel ein Smartphone laden kann. Der proprietäre Stecker zum Computer wirkt etwas flimsig, dort wo er am Netzteil befestigt ist. Könnte mir vorstellen, dass man das mal nachkaufen muss.

Soll ich mir einen Vaio SX14 kaufen?

Der Vaio wurde in den 14 Tagen des Praxistests von mir einmal quer durch die südliche Republik geschleppt. Ich habe ihn im gepolsterten Laptop-Fach meines Rucksacks transportiert, aber ansonsten nicht viel Aufhebens um ihn gemacht. Der Vaio SX 14 hat das im Test ganz ohne Probleme, und ohne sichtbare Kratzer weggesteckt. Und sich dabei als zuverlässiger, wenn auch etwas kurzarmiger Partner erwiesen.

Wer ein kräftiges Arbeitstier im kompakten Format sucht, liegt mit dem Vaio SX14 in unserem Test durchaus richtig. Die Tastatur und das Trackpad sind weitere Pluspunkte. Denn sie machen das Tippen sehr angenehm.

Die Akku-Laufzeit ist für mich enttäuschend, aber natürlich kein Problem, wenn man das Gerät vor allem stationär nutzt und beispielsweise meist nur vom Büro in das Home Office mitnimmt. Bleibt der Preis. Der ist selbst für einen Premium-PC durchaus ambitioniert. Das geringe Gewicht bei hoher Leistung sowie die gute Verarbeitungsqualität können ihn aber durchaus rechtfertigen. Denn am Vaio SX14 kann man lange Freude haben.

Über Sonja Angerer 1020 Artikel
Fachautorin und Redakteur. Bei Techsonar vor allem zuständig für die Bereiche Smartphone, Smart Home und Gadgets. Mit viel Erfahrung in Fachmagazinen, u.a Macwelt, Digifoto, Sign Pro Europe, Large Format und Fespa.com.