Moto G8 Plus im Test: Und… Action

Test Moto G8 Plus Hero
Moto G 8 Plus Test Verpackung
Das Moto G8 Plus kommt mit 18-Watt-Schnellader.

Das Moto G8 plus ist als mittelpreisige Alternative für Aktive positioniert. Für unseren Test nehme ich das Motorola-Smartphone mit auf einen Ausflug nach Ferropolis.

Was erwartet ein Nutzer von einem Smartphone? In meinem Falle einen fetten Akku, einen aktuelles Betriebssystem. Außerdem natürlich einen gute Kamera, einen großen, hellen Bildschirm und robuste Bauweise. Das bedeutet für mich: Mindestens spritzwassergeschützt. Denn ich bin gerne draußen. Dual SIM nehme ich gerne, nicht ganz so wichtig sind mir die Video-Fähigkeiten sowie Selfie-Qualitäten.

Die Basics: Das Moto G8 Plus und unser Test-Szenario

Für unseren Praxis-Test begleitet mich das Moto G8 Plus nach Sachsen-Anhalt in die Ferropolis. Ja genau, wo auch die Festivals stattfinden. Gerade aber sind die vier Bagger Gemini, Mad Max, Big Wheel und Mosquito aber noch recht ungestört. Ist Anfang März kein Wunder, denn es zieht auf dem Gelände doch noch ziemlich. Das Moto G8 Plus muss sich beim Fotografieren gegen unsere Referenz-Android Google Pixel 3A XL durchsetzen.

Das Moto G8 Plus bietet einet ein 6,3 Zoll IPS-Display im Video-freundlichen 16:9-Format. Die Auflösung liegt bei 1080 x 2280 Pixeln. Das entspricht 401 ppi. Zum Vergleich: bei unserem Pixel 3A XL beträgt die Pixeldichte 411ppi. Allerdings ist das Display auch nur 6 Zoll groß. Mit 158,4 mm ist das Moto G8Plus dabei noch 1,5 mm weniger hoch als unser Google-Gerät. Möglich wird das natürlich durch den relativ kleinen Bildschirmrahmen (Bezel) und den Tropfen-Notch beim Motorola.

Moto G8 Plus Test Kopfhörer
Beim Moto G8 Plus gibt es noch einen Kopfhörer-Stecker.

Unser Testgerät bietet mit 4.000 mAh einen ziemlich großen Akku. Auf der Haben-Seite gibt es außerdem eine Kopfhörer-Buchse sowie Dolby Stereo-Lautsprecher. Der Prozessor ist ein Snapdragon 665, relativ typisch für die Mittelklasse. Zusammen mit 4 GB RAM sorgt er für flüssige Reaktionen bei den üblichen Apps. Hardcore-Gamern aufwendiger Spiele reicht die Ausstattung vermutlich nicht ganz. Bei einem Listenpreis von knapp 270 Euro ist das aber auch nicht realistisch zu erwarten.

Als ungünstig empfinde ich allerdings den mit 64 GB relativ knappen Speicherplatz beim Moto G8 Plus. Zwar gibt es einen Micro-SD-Karten-Slot, mit dem man relativ leicht nachbessern kann. Bei einem Gerät, dass besonders für Action-Videos gedacht ist, hätte ich mehr Speicher besser gefunden. Zumal man sich – wie bei den meisten Android-Geräten derzeit – entscheiden muss, ob man eine Micro-SD-Karte oder eine zweite SIM steckt.

Moto G8 Plus Test Dual SIM
Hier heißt es sich entscheiden: Dual Sim oder Micro-SD-Karte?

Alltagstauglich ist das Moto G8 Plus durch seine relativ robuste Display-Abdeckung aus Gorilla-Glas 3 sowie die IP 52-Zertifizierung. Das bedeutet, es ist ziemlich staubdicht und gegen Tropfen von oben geschützt. Das ist in der Preisklasse ziemlich gut – weder das Pixel 3A XL, noch das kürzlich von uns getestete Oneplus 7T bieten dies. Anderseits: Schon mein altes iPhone 8Plus hat IP67.

Nicht begeistert bin ich vom der Kunststoff-Rückseite. Die scheint wirklich leicht zu zerkratzen. Immerhin gibt Motorola die passende transparente Hülle gleich dazu. Aber natürlich sieht man die wunderbare blaue Rückseite dann nicht mehr ganz so gut.

Test Moto G8 Plus Hardware Info
Der Speicher ist mit 64 GB etwas knapp.

Das Moto G8 Plus bringt einen 18-Watt-Ladegerät mit, mit dem das Gerät über USB-C wirklich schnell auflädt. Laut Hersteller sollen 15 Minuten am der Leistung für acht Stunden Nutzung reichen. Mit komplett vollem Akkus soll das Moto G8 Plus 40 Stunden durchhalten. Im Praxistest konnte ich das so nicht bestätigen. Denn dafür unterscheiden sich die Nutzungsmuster in der Realität einfach zu stark. Ich kann aber bestätigen, dass ich das Moto G8 Plus nur jeden zweiten Tag aufladen musste.

Qi-kompatibles drahtloses Aufladen geht bei dem Gerät leider nicht. Das ist schade, denn beispielsweise das gleich teure Gigaset GS290 bietet das durchaus.

Sicherheit geht vor

Moto 8 Plus Testbild Nacht
Der Nachtmodus wirkt beim Moto G 8 Plus ein bisschen überschärft.

Das Moto G8 Plus kommt mit allen Android-Services sowie Google Play Protect vorinstalliert. Allerdings kann man Android 9 und Sicherheitspatch vom November 2019 (!) jetzt nicht gerade aktuell nennen. Das ist zwar kein Einzelfall. Wie gefährlich veraltete Sicherheits-Updates für den Nutzer sind, kommt darauf an, was der mit seinen Smartphone macht. Wer auch mobil bezahlt oder Banking-Apps nutzt, sollte sich gut überlegen, ob er dazu das Moto G8 Plus nutzt. Google Pay kann man auf dem Gerät übrigens einreichten, denn ein entsprechender NFC-Chip wurde verbaut.

Zum Sichern des Phones kann man zwischen dem Android-Muster, Gesichtserkennung oder Fingerprint wählen. Letzterer Sensor versteckt sich unter dem Logo auf der Rückseite des Geräts. In meinen Augen ist das auch der praktischste Platz dafür.

Im Test-Fokus: Die Fotofähigkeiten des Moto G8 Plus

Moto G8 PLus Update
Kein Ruhmesblatt: Das Sicherheits-Update von vor 4(!) Monaten.

Das Moto G8 Plus hat auf der Rückseite eindrucksvolle Reihe von vier Fotolinsen sowie einer LED-Leuchte zu bieten. Dahinter verstecken sich ein 48-MP-Sensor, eine 16-Megapixel Action Cam, sowie einmal Superweitwinkel mit 117 Grad Abdeckung für Landschafts- und Gruppen-Shots.

Die Selfie-Cam wartete mit 25 Megapixeln und Studio-Light auf. ES gibt außerdem einen „Freistellung“- Modus speziell für Personenaufnahmen.

Die Kameras sind „Ai-unterstützt“. Das bedeutet, dass das Gerät etwa bei schlechten Lichtverhältnissen auf den Nacht-Modus hinweist. Der ermöglicht dann tatsächlich ziemlich hübsche Fotos, auch bei sehr stark unterschiedlichem Licht. Mir kamen die Fotos allerdings zum Teil etwas sehr überarbeitet bzw. überschärft vor.

Die Rückenkamera bietet diverse Modi, darunter „Spotfarbe“. Damit sucht man eine Farbe aus, und der der Rest des Bildes bleibt Schwarzweiß. Schöne Idee – allerdings sind selbst Flächen, die für das menschliche Auge (fast) einfarbig wirken, in Wahrheit ziemlich viele Töne. Trotz Einstellmöglichkeiten hatte ich im Test deshalb eher suboptimale Ergebnisse in diesem Modus.

Durch die vielen Einstellmöglichkeiten empfand ich die Rücken-Kamera außerdem als gewöhnungsbedürftig. Wahrscheinlich läuft es darauf hinaus, dass die meisten deshalb nur die Automatik-Einstellung nutzen. Und das ist auch ein bisschen schade.

Das Urteil: Soll ich mir ein Moto G8 Plus kaufen?

Wer ein Einsteiger-Gerät mit großem Bildschirm und ziemlich leistungsfähiger Kamera sucht, kann beim Moto G8 Plus in unserm Test zuschlagen. Zumal der aktuelle Straßenpreis gerade eher bei 240 Euro liegt. Die Kamera ist nach meiner Erfahrung jedenfalls deutlich besser als etwa beim Gigaset GS290.

Positiv würde ich außerdem den Schnellade-Modus bewerten. Die zertifizierte Spritzwasserfestigkeit ist ein Plus, ebenso der große Bildschirm. Die Cinch-Buchse für Kopfhörer ist ein nettes Goodie, für mich allerdings bedeutungslos. Denn ich besitze keine kabelgebundenen Kopfhörer mehr.

Der Speicher des Moto G8 Plus könnte für mich größer sein. Aber was soll´s, im Zweifel muss halt eine Micro-SD-Karte her. Ober man lässt den Speicher gleich von Google bereinigen, wenn man die Bilder auf Google Drive gesichert hat.

Dass das Moto G8 Plus noch immer kein Android 10 hat, würde mich nerven. Der Hersteller hat zugesichert, das Update zu liefern, und peilt dafür den Sommer 2020 an. Für die meisten Menschen macht die neue Android-Version vermutlich keinen epochalen Unterschied.

Testbild Moto G8 Plus Ferropolis
Was allerdings wirklich, wirklich wichtig ist: Die Sicherheits-Updates hinken derzeit auch massiv hinterher. November 2019 und „Ihr Gerät ist auf dem aktuellsten Stand“? Äh, nein. Wer also tausend wichtige Apps auf seinem Smartphone hat, und damit sein ganzes Leben organisiert, sollte sich vielleicht anderswo umsehen. Für Foto-Fans mit ein bisschen Mail-Verkehr, WhatsApp und Social Media  und Casual Gaming ist das Risiko sehr überschaubar, und das Moto G8 Plus eine gute Wahl in diesem Preissegment.

Über Sonja Angerer 1020 Artikel
Fachautorin und Redakteur. Bei Techsonar vor allem zuständig für die Bereiche Smartphone, Smart Home und Gadgets. Mit viel Erfahrung in Fachmagazinen, u.a Macwelt, Digifoto, Sign Pro Europe, Large Format und Fespa.com.