Test OnePlus 7T: Schnell-Läufer

Test OnePlus 7T

Mit dem OnePlus 7T bringt der chinesische Hersteller nur knapp ein halbes Jahr nach den Modellen 7 und 7 Pro die schon traditionelle T-Reihe auf den Markt. Zeit also für einen Test des OnePlus 7T. Testerin: Sonja Angerer

Test OnePlus 7T – die Basics

OnePlus 7 T testen
Unsere Review-Unit des OnePlus 7T kam in der Schuhkarton-großen „Unpack“-Edition.

Das Oneplus kommt mit OLED-Display mit 6,55 Zoll Diagonale. Wie schon das OnePlus 7Pro wurde ein 90Hz-Bildschirm verbaut. Das bedeutet, dass vor allem Bewegtbilder und schnelle Games noch besser aussehen. Im Alltag macht besonders die gestochen scharfe HD-Auflösung von 1.080 x 2.400 Pixeln (Full-HD-Plus) Spaß. Die maximale Helligkeit von 560 Candela pro Quadratmeter bedeutet, dass man den Bildschirm auch im hellen Sonnenlicht gut ablesen kann. Absolute Spitzenmodelle bieten mehr, doch mit einem Straßenpreis von aktuell knapp 600 Euro gehört unser OnePlus 7T im Test auch eher zur preislichen Mittelklasse. Der verbaute Prozessor, ein Snapdragon 855 Plus, macht das Gerät sehr schnell.

Review OnePlus 7T
Das OnePlus 7T hat einen Gamer-Modus, bei dem z.B. keine Benachrichtigungen stören.

Das gilt selbst bei aufwendigen Mobile Games wie Call of Duty. Ich bin zwar trotzdem andauernd gestorben, aber das lag jetzt eher an meiner Unfähigkeit. Wie die anderen aktuellen OnePlus-Modelle so hat auch das OnePlus 7T einen Gaming-Modus, der unerwünschte Ablenkung, etwa durch Benachrichtigungen, verhindert.

Das OnePlus 7T gibt es nur mit 8GB RAM und 128 GB Speicher. Das Glasgehäuse ist in Blau verfügbar, so wie wir es für den Test erhalten haben, und in Grau. Das Testgerät kam in einer Spezial-Verpackung mit drei Hüllen und einem Moleskine-Notizbuch, wunderschön, leuchtend rot und groß wie ein Schuhkarton. Die Normal-Variante ist deutlich zierlicher, und bietet neben einem Snap-on-Case nur das Warp-Carge-Netzteil mit USB-C-Kabel.

Test OnePlus 7 T
Das OnePlus 7 T ist eines der ersten Modelle mit Android 10.

Das OnePlus 7T ist eines der ersten Nicht-Google-Smartphones unter dem aktuellen Android-10-Betriebssystem. OnePlus modifiziert das wie immer zur eignen OxygenOs-Version 10. Das Unternehmen verspricht zwei Jahre Betriebssystem- und drei Jahre Sicherheits-Updates. Das ist nicht Apple-Niveau, aber schon ziemlich weit vorne in der Android-Welt. Selbst Google hat für seine Pixel-Modelle nicht mehr ausgelobt.

The Bad

Review OnbePlus 7 T
Wie andere aktuelle OnePlus-Modelle hat das OnePlus 7 T keinen Klinke, dafür USB-C.

Das Oneplus 7T ist ausstattungstechnisch relativ spartanisch. Denn eine Micro-SD-Karte fehlt ebenso wie eine Kopfhörer-Klinke. Inzwischen dürfte allerdings ohnehin fast jeder jeder entweder einen USB-C-Adapter oder einen Bluetooth-Kopfhörer nutzen. Schade ist allerdings, dass das Gerät nicht offiziell wasserdicht ist und auch kein drahtloses Laden nach Qi-Standard unterstützt.

Oneplus 7 T test
Mit dem Warp Charger geht das Aufladen sehr schnell.

Der Akku ist mit 3.800-mAh nicht übermäßig groß geraten. Dadurch ist auch das Gerät mit gut 8 mm Stärke schön zierlich. Bei sehr langen Tagen war ich dann doch manchmal überrascht, wie wenig Akku noch übrig ist – vor allem, wenn ich viel fotografierte. Im Stich gelassen hat mich der Akku des OnePlus 7T im Test aber wirklich nie.

The Good

OnepLus 7 T ProblemeWie schon seit dem OnePlus 6T ist der Fingerprint-Sensor auch im 7T im Bildschirm eingelassen. Das sieht toll aus, und funktioniert in Combo mit der optionalen Gesichtserkennung wirklich gut. Man kann natürlich auch immer noch die gute alte PIN oder das Android-Muster einrichten.

Die Frontkamera ist wie bei der 7er-Serie in einem tropfenförmigen „Notch“. Mit 16 Megapixeln, aber Fixfokus sind absolute Selfie-Fans vielleicht nicht ganz zufrieden. Denn mit Fixfokus können Bildteile schon mal unscharf werden. Mich hat es nicht gestört, aber mir sind Selfies auch schlicht wumpe.

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Testfotos: Zoom 06, Zoom 1,0, Zoom 2,0 beim OnePlus 7T.

Die Rückenkamera ist dagegen ganz mein Geschmack. Denn sie ist nun dreifach und in einem deutlich vervorstehenden runden „Buckel“. Darin sind neben dem LED—Blitz eine Hauptkamera mit bis zu 48 Megapixeln im Profi-Modus und Blende f/1.6 auch noch ein Tele- ( f/2.2) sowie ein Ultraweitwinkel-Objektiv mit Blickfeld 117° untergebracht. Ein optischer Zweifach-Zoom sowie 0,6 Zoom Out bieten ziemlich viele Möglichkeiten für Foto-Fans. Es gibt natürlich auch einen Nachtmodus. Gefühlt ist der Nachmodus allerdings nicht ganz so knackig wie bei meinem Pixel 3A XL. Dafür ist der Ultraweitwinkel echt toll, vor allem für Landschaftsaufnahmen.

Ziemlich gut hat mir auch die Schnelllade-Funktion gefallen. Mit dem Warp Charger ist das Gerät tatsächlich in weniger als drei Stunden komplett voll, nachladen auf 70% dauert eine gute Stunde.

Soll ich mir ein das OnePlus kaufen?

OnePlus 7 T testfoto
Dank Nachtmodus ist auch der Vordergrund noch ziemlich detailreich.

Das OnePlus ist ein elegantes Android-Smartphone mit eindrucksvoller Kamera zu einem sehr guten Preis. Es reagiert sehr flüssig und bietet den meisten Menschen mit 128 GB reichlich Platz für Fotos, Videos und Musik. Dank Warp Charge ist es sehr schnell aufgeladen. Allerdings braucht man dazu den OnePlus-Charger. Die Triple-Cam im kreisrunden Modul wirkt deutlich absprechender als etwa die Apple-Lösung.

Mich hat mal wieder das fehlende Qi-Charging sowie die nicht vorhanden IPX-Zertifizierung genervt. Das ist bei OnePlus allerdings Firmenpolitik. (Also, die Eigenschaften, nicht das Nerven). OnePlus führt gute Gründe für die Entscheidungen an.

OnePlus Maximal Zoom
OnePlus 7 T maximal Zoom: Die Pferde waren gut 100 Meter entfernt.

Die Foto-Fähigeiten des OnePlus 7 T sind im Test eindrucksvoll, vor allem bei Ultraweitwinkel und zweifachem optischen Zoom. Die Signalverarbeitung erscheint mir bei meinem eigenen Pixel 3A XL noch ein bisschen besser. Das ist allerdings auch immer etwas subjektiv. TheVerge führt derzeit das OnePlus 7T als „derzeit bestes Android Smartphone“ noch vor Samsung. Da kann man sich beruhigt anschließen und zugreifen.

 

Über Sonja Angerer 1021 Artikel
Fachautorin und Redakteur. Bei Techsonar vor allem zuständig für die Bereiche Smartphone, Smart Home und Gadgets. Mit viel Erfahrung in Fachmagazinen, u.a Macwelt, Digifoto, Sign Pro Europe, Large Format und Fespa.com.