Moto e7 im Test: Smartphone in super-günstig

Moto e7 günstiges Smartphone Test

Manchmal braucht man ein Smartphone, das nicht viel kosten darf. Das aktuelle Moto e7 in unserem Test kostet gerade einmal 110 Euro. Und was bekommt man dafür? Das schaue ich mir an. Testerin: Sonja Angerer

Motorola Moto e7: Die Basics

Moto e7 im Test: USB-C
Das Motorola Moto e7 wird über USB-C mit 5 Watt geladen.

Whow. Knapp 110 Euro für ein Smartphone mit (relativ) aktuellem Android 10, Dual-SIM, Micro-SD-Steckplatz und dem 6,5-Zoll-Display im 20:9-Format: Das ist eine Ansage. Motorola macht dabei aber nicht halt. Denn das Moto e3 in unserem Test hat auch eine 48 Megapixel-Kamera mit Night Vision System. Durch den Akku mit 4.000 mAh soll das günstige Smartphone rund anderthalb Tage durchalten.

Weiterhin auf der „Haben“-Seite des Motorola Moto e7 im Test :

  • Mini-Klinke (3,5 mm) für kabelgebundene Kopfhörer
  • Aufladen via USB-C
  • mitgeliefertes Netzteil
  • Die Chassis ist wasserabweisend
  • Fingerprint-Sensor unter dem Motorola-Logo.

Bei dem Kampfpreis muss man bei einem günstigen Smartphone aber auch Abstriche machen:

  • Der Bildschirm ist ein LCD-Display mit 1600 x 720 Pixeln und 269 ppi
  • Der MediaTek Helio G25-Prozessor ist Einsteigerklasse
  • Schnelles und drahtlose Laden fehlen
  • Ob das Gerät je Android 11 oder später bekommt, ist nicht klar
  • 2 GB RAM und 32 GB Flash-Speicher sind arg knapp. Mit dem Micro-SD-Steckplatz kann man aber um bis zu 512 GB aufrüsten.

Der Test-Alltag mit dem Motorola Moto e7

Motorola Moto e7 Test: Speicher
Beim Moto e7 belegt das System bereits 12 vom 32 GB.

Das Moto e7 wird mit praktisch unverfälschtem Android 10 ausgeliefert. Nur eine App des Herstellers wurde zusätzlich installiert. Der Umzug von einem anderen Android-Smartphone ist deshalb gewohnt problemlos.

Mit 165 x 76 x 9 mm ist das Moto e7 um 5 mm höher als mein altes Pixel 3a XL und mit 180 Gramm deutlich schwerer. Allerdings hatte das Pixel-Modell von Mai 2019 noch deutlich mehr Display-Rahmen. Deshalb bietet es auch nur ein 6-Zoll-Display. Das ist allerdings ein OLED.

Günstiges Smartphone Moto e7: Makro
Makro-Aufnahme zum Test: Moto e7.

Im direkten Vergleich mit dem Moto e7 im Test sieht man die Unterschiede zwischen LCD und OLED in der Tat deutlich: Das OLED-Display des Pixel bietet sattere Farben und eine feinere Auflösung. Man muss allerdings auch berücksichtigen, dass noch vor ein paar Jahren die Display-Qualität des Moto e7 nur von einem Premium-Phone erreicht worden wäre.

Beim Motorola Moto e7 wird keine Hülle mitgeliefert. Der Kunststoff-Rücken dieses günstigen Smartphones ist aber leicht aufgeraut und mit einem wellenförmigen Design. Das macht das Phone schön griffig. Das Moto e7 aus unserem Test gibt es übrigens in Grau, Blau sowie einem Korallen-Ton.

Test Moto e7: Android 10
Das Moto e7 kommt mit Android 10.

Dass das Motorola e7 mit einem Fingerprint entsperrt werden kann, finde ich sehr praktisch. Finger auf das rückwärtige Motorola-Zeichen, fertig. Gesichtserkennung ist beim Einkaufen eher lästig, wenn man eine Maske tragen muss. Das gilt vor allem, wenn man mit dem Smartphone zahlt. Das habe ich in meiner Testzeit mit dem Moto e7 tatsächlich öfter getan, denn es ist Google-Pay-fähig.

Den Google Assistent-Knopf auf der linken Seite des Moto e7 empfand ich dagegen als wenig hilfreich. Bei mir hat er nicht immer prompt reagiert, das fand ich ziemlich irritierend.

Den Kopfhörer-Ausgang habe ich nicht gebraucht. Denn nicht mal in den unendlichen Tiefen unseres Redaktionsschrankes ließ sich ein Klinkenstecker-Kopfhörer auffinden. Ich probierte dann einen USB-C-Kopfhörer mit dem eingebauten Radio des Moto e7. Doch da wurde keine einzige Station gefunden. Man benötigt vermutlich eben doch ein Modell mit Klinke dafür.

Foto-Test für ein günstiges Smartphone

Moto e7 Nachtaufnahme
Night Vision Mode im Test: Moto e7, ein günstiges Smartphone mit Android 10

Motorola bewirbt vor allem die 48-Megapixel-Kamera (ƒ/1,7, 1,6 µm) dieses Smartphones. Zusätzlich gibt es eine Zwei -Megapixel-Kamera, die auch für die Makros zuständig ist. Videos kann man mit der Rückenkamera mit 30 Frames pro Sekunde in maximal HD-Auflösung drehen. Nun ja, günstiges Smartphone. Sagte ich bereits, oder?

Die Frontkamera bietet dieselbe Qualität bei Videos, löst Standbilder aber nur bis 5 Megapixel auf. Sie ist in einem „Tröpfchen“ untergebracht, das aus dem oberen Bezel herausragt.

Beim Moto e7 stehen die Nachtaufnahmen im Fokus, Motorola nennt das „Night Vision Modus“. Hier in Nürnberg müssen wir Corona-bedingt alle um 21 Uhr zu Hause sein. Alle Restaurants, Bars, Clubs, Sportstätten und Kultureinrichtungen sind seit Herbst geschlossen. Deshalb wirkt die Konzentration auf das „Nachschwärmer“-Thema beim Moto e7 gerade ein bisschen aus der Zeit gefallen.

Lowlight Foto Moto e7 Test
Ziemlich spektakulär: Lowlight Foto mit dem Moto e7.

Bei Spaziergängen am frühen Abend machte ich trotzdem ein paar Fotos in der Dunkelheit. Aufnahmen bei wenig Licht, etwa Sonnenuntergänge, zeichnete das Mobilphone recht gut auf. Schwierige Lichtverhältnisse wie etwa LEDs im Hintergrund des Motivs führten eher zu Problemen.

Die Makro-Funktion gefiel mir dagegen ganz gut. Man kann die Linse bis auf eine Handbreit an das Motiv bringen und erhält immer noch scharfe Schrift. Für ein günstiges Smartphone dieser Preisklasse ist das Test-Ergebnis wirklich sehr ordentlich.

Fazit: Soll ich das Motorola Moto e7 aus dem Test kaufen?

Es gibt gute Gründe das Motorola e7 zu kaufen, beispielsweise als

  • Zweitgerät für Urlaub und Sport
  • Geschäfts-Smartphone
  • Für kleinere Kinder
  • Für ältere Verwandte, die ihr Phone wenig nutzen
  • Wenn das eigene Smartphone länger in Reparatur ist.

Eher nicht empfehlen würde ich es für

  • Foto-Freaks
  • Ausgesprochene Smartphone-Zocker
  • Power-User.

Die müssen aber auch deutlich mehr ausgeben.

Mich persönlich störten beim Motorola Moto e7 vor allem der geringe Speicherplatz sowie die fehlende Möglichkeit von drahtlosen Laden. Auch der Prozessor legte mir gelegentlich doch zu viele Gedenksekunden ein. Andererseits: Hey, für den Preis nur eines aktuellen iPhone 12 in der Basis-Version kann man 8 (!) Motorola Moto e7 aus dem Test kaufen. Und hat noch Kleingeld für einen Kaffee…

Wenn man also den attraktiven Preis in Betracht zieht, bekommt man beim Moto e7 wirklich solide Leistung. Eine Alternative im ähnlichen Preisrahmen wäre noch das Nokia 2.4. Auch das haben wir kürzlich getestet.

Über Sonja Angerer 1020 Artikel
Fachautorin und Redakteur. Bei Techsonar vor allem zuständig für die Bereiche Smartphone, Smart Home und Gadgets. Mit viel Erfahrung in Fachmagazinen, u.a Macwelt, Digifoto, Sign Pro Europe, Large Format und Fespa.com.