Test Gigaset GS110 – Einsteiger-Smartphone mit allen Basics

Test Gigaset GS110
Test Gigaset GS110
Der Bildschirm eines OnePlus 6T (l.) und eines Gigaset GS110 (r.)

Ein aktuelles Flagship-Phone kostet inzwischen 1.000 Euro oder mehr. Das ist vielen erheblich zu kostspielig. In unserem Test Gigaset GS110 zeigen wir, was man bekommt, wenn man nur ein Zehntel der Summe anlegt. Testerin: S. Angerer

119 Euro kostet das  GS110 von Gigaset laut Liste – ohne Subvention, ohne Vertrag. Das ist so ziemlich das untere Ende des Smartphone-Gartens. Zwar gibt es in dem PBereich durchaus noch weitere Auswahl. Doch viel weiter runter geht es preislich nicht mehr.

Die Eckdaten

Test Gigaset GS110
Das Gigaset GS110 bietet Dual SIM plus Micro-SD-Karten-Slot.

Das Gigaset GS110 sieht mit seinen 6,1-Zoll-Display und dem tropfenförmigen „Notch“ von vorne recht schick aus. Denn der Rahmen ist seitlich sehr schmal, und selbst das „Kinn“ unten ist mit 7 mm recht verträglich. Mit 1.200 x 6.000 Pixeln ist die Auflösung des IPS-Displays mit 223 ppi Pixeldichte jetzt kein Glanzstück.

So richtig auffällig wird das allerdings nur, wenn man ein deutlich leistungsstärkeres Phone daneben liegt. „Unter der Haube“ tuckert ein Spreadtrum SC9863A Octa-Core-Prozessor mit bis zu 1,6 Ghz. Mit 1 GB RAM und 16 GB Speicher ist das Gigaset GS100 sparsam ausgestattet. Allerdings bietet es, wie etwa auch das kürzlich getestete GS280, zwei SIM-Karten-Slots und noch einen Steckplatz für eine Micro-SD-Karte. Man kann den Speicher damit um bis zu 256 GB erweitern.

Testbild Gigaset GS110Testbild OnePlus 6T
Mit 155 x 7 x 9,7 mm und 154 Gramm ist das neue Gigaset-Smartphone recht handlich. Trotzdem wurde eine aktuelle USB-C-Schnittstelle und eine 3,5 mm-Klinke für einen Kopfhörer verbaut. Der 3.000 mAh-Akku für bis zu 526 Stunden Stand-by (mit einer SIM) kann man sogar austauschen. Das ist inzwischen eine Seltenheit, selbst bei deutlich teureren Geräten.

Das Gigaset bietet USB OTG. Das bedeutet, dass man USB-Sticks anschließen und das Gerät selbst auch als Powerbank zum Laden eines anderen Smartphones nutzen kann.

„Unser“ Gigaset GS110 im Test hatte eine anthrazitfarbige Kunststoff-Rückseite. Das ist jetzt nicht besonders aufregend. Es soll jedoch auch in Grün und Blau auf den Markt kommen. Egal welche Farbe,  das Gigaset GS110 hat immer ein UKW-Radio an Bord. Als Antenne dienst ein Kopfhörer oder Headset. Der ist allerdings nicht im Kaufpreis inbegriffen.

Die Software des Gigaset GS110

GOT auf dem Gigaset GS110
Das aktuelle Game GOT-The Conquest ließ sich auf dem GS110 installieren und spielen.

Das Gigaset GS110 bietet keinen Fingerprint-Sensor, sondern Gesichtserkennung über die Selfie-Cam mit 5 MP und LED-Blitz. In unserem Test funktionierte das ganz gut, auch wenn ich manchmal doppelt entsperren musste. Die Gesichtsdaten kann man übrigens auch wieder löschen, und dann ganz normal via  vierstelliger PIN oder Android-Muster entsperren.

Das Gigaset GS110 läuft unter dem (noch) aktuellen Android Pie. Allerdings in der gespeckten GO-Version für Geräte mit Low-End-Specs. Angeblich ist Android Go vor allem für Märkte in Entwicklungsländern gedacht. In Deutschland kommen tatsächlich auch Einsteiger-Modelle eher mit Android One auf den Markt. In der Praxis kann man aber ohnehin kaum einen Unterschied wahrnehmen. Zwar sind der Google Assistant und Gmail mit dem „Go“-Logo verziert. Und die App-Auswahl unter „Google Go“ ist eher spartanisch.

Gigaset GS110 Android Go
Das Gigaset GS110 läuft unter Android Go.

Ich konnte aber aus dem ganz normalen Google Play zum Beispiel das aktuelle Spiel „Game of Thrones – Conquest“ herunterladen und auch spielen. Ob das jetzt so sinnvoll ist, kann man dahingestellt sein lassen. Denn danach war (inklusive System) bereits 36% des Speichers belegt.

Es dürfte aber klar sein: Wer mit seinem Smartphone gerne aufwendige Spiele zockt, ist mit dem Gigaset GS110 eher nicht ideal bedient.

Fotos mit dem Gigaset GS110

Die Selfie-Cam ist mir bei einem Phone eher egal. Allerdings lege ich bei auf eine gute Rückenkamera wert. Hier schneidet das Gigaset GS110, nun ja, sok ab. Mit acht Megapixeln Auflösung, Autofokus und Blitz ist die Kamera mit nur einer Linse für den einen oder anderen Schnappschuss bei guten Lichtverhältnissen schon recht brauchbar. Die Photo-App beitet HDR, diverse Filter, Farbanpassung sowie zuschaltbare Verschönerungsfunktionen, etwa für glattere Haut. Außerdem kann man einen Bokeh-Effekt einstellen, allerdings nur im Hochformat.

Im Vergleich zu unsre Foto-Referenz, dem (deutlich teureren) OnePlus 6T merkt man allerdings schon, dass bei der Foto-Funktion gespart werden musste. Zum Teil kommt der Auslöser-Ton beim GS110 erst mit einer halben Sekunde „Gedenk-Verzögerung“. Und die Bilder wirken teilweise doch eher etwas flau und wenig detailreich.  Praktisch ist hingegen, dass man die Lautstärke-Wippe als Auslöser benutzen kann.

Trotzdem würde ich das Gigaset GS110 eher Leuten empfehlen, die ohnehin meistens eine Kompakt-Kamera in der Tasche haben. Und für das eine oder andere Foto als Gedächtnisstütze oder den schnellen Schnappschuss reicht es allemal.

Soll ich mit das Gigaset GS110 aus dem Test kaufen?

Das Gigaset GS110 ist für Einsteiger und wenig enthusiastische Smartphone-Besitzer konzipiert. Es hat keine Wasserschutz-Zertifizierung, und ist dadurch für kleinere Kinder oder auch Leute, die viel draußen arbeiten, eher weniger geeignet. Alle wichtigen Funktionen hat es aber. Es wirkt robust gebaut und hat ein modernes Design. Insofern kann man es durchaus auch als Bereitschafts-, Urlaubs- oder Zweit-Phone einsetzen.

Über Sonja Angerer 1021 Artikel
Fachautorin und Redakteur. Bei Techsonar vor allem zuständig für die Bereiche Smartphone, Smart Home und Gadgets. Mit viel Erfahrung in Fachmagazinen, u.a Macwelt, Digifoto, Sign Pro Europe, Large Format und Fespa.com.