Duell der Brüder: Motorola Edge 20 Pro und Motorola Edge 30 Pro

Edge 20 Pro Edge 30 Pro Motorola Vergleich
Das Linsen-Areal sieht ähnlich aus, in der Leistung unterscheidet es sich stark.

Mit dem Edge 30 Pro brachte Motorola einen Nachfolger für das Flaggschiff Edge 20 Pro auf den Markt. Wir vergleichen die beiden Modelle und sagen, für wen sich das neue Smartphone lohnt. Von Sonja Angerer

Für Preisbewusste: Edge 20 Pro

Das Motorola Edge 20 Pro gibt es derzeit bei Amazon als Warehouse-Deal (Affiliate Link) schon deutlich unter 500 Euro. Inbegriffen ist dabei sogar das „Ready for“ USB-C-zu HDMI-Kabel, mit dem man das Smartphone mit jedem aktuellen Bildschirm verbinden kann. Das Gerät kam im Juni 2021 auf den Markt und soll zwei Jahre Sicherheitsupdates, sowie zwei Betriebssystem-Updates erhalten. Derzeit läuft es noch auf Android 11, aber das soll sich in den nächsten paar Wochen ändern. UPDATE: Anfang der 2. Maiwoche ist auch auf unserem Motorola Edge 20 Pro Android 12 angekommen. Bis jetzt traten kein Probleme auf.

Das Motorola Edge 30 Pro kostet, da eben erscheinen, bei Amazon (Affiliate Link) noch knapp 800 Euro. Das Ready-for-Kabel ist hier nicht inbegriffen, aber eine durchsichtige Schutzhülle. Im Rahmen der derzeit laufenden Sonderaktion bekommt man eine Amazfit-Armband zum Kauf über Amazon dazu. Das Motorola Edge 30 Pro hat bereits das aktuelle Android 12 installiert.

Was bleibt gleich beim Edge 20 Pro und Edge 30 Pro?

Charge Edge 30 Pro
Der Wandstecker des Edge 30 Pro lädt mit bis zu 68 Watt.

Beide Android-Smartphones bieten 6,7 Zoll große OLED-Displays mit 1.080 x 2.400 Pixeln. Bei den in Europa verbreiteten Modellen ist auch der Arbeitsspeicher von 12 GB gleichgeblieben. Dank 256 GB Flash-Speicher ist es nicht so schlimm, dass beide Geräte keinen Steckplatz für eine Micro-SD-Karte mitbringen.

Wie das Edge 20 Pro hat auch das Edge 30 Pro keinen Klinkenstecker für einen kabelgebundenen Kopfhörer. Beide Geräte sind als Retail-Varianten Dual-SIM-fähig.

Beide Smartphones haben auch eine Glas-Rückseite mit Kunststoff-Rahmen. Sie sind jeweils nur nach IP52 zertifiziert. Das bedeutet etwas Staub- und Spritzwasserschutz, aber in Pfütze fallen sollte das Gerät besser nicht.

 Der Fingerprint-Sensor ist bei beiden Android-Smartphones im Ein-Ausschalter integriert, alternativ kann man per Gesichtserkennung entsperren.

Was hat sich geändert beim Edge 20 Pro und Edge 30 Pro?

Display Aktualisierungsrate
Sowohl das Edge 20 Pro wie das Edge 30 Pro bieten ein 144 Hz-Display.

Mit 196 Gramm ist das Edge 30 Pro nur sechs Gramm schwerer als sein Vorgänger. Auch beim Akku gab es wenig Änderung: das Edge 20 Pro bietet 4.500 mAh, der Nachfolger 4.800mAh. Erst beim Edge 30 Pro ist auch kabelloses Laden nach Qi-Standard möglich.

Beide Smartphone kommen inklusive Ladekabel und Wandstecker. Das Edge 20 Pro bringt einen 30-Watt-Stecker mit, beim Edge 30 Pro sind es satte 68 Watt. Damit soll man das Gerät binnen einer halben Stunde wieder auf 70 Prozent aufladen können.

Für die Edge Pro-Serie verwendet Motorola High-end-Prozessoren von Qualcom. Bei Edge 20 Pro ist das ein Snapdragon 870 5G, beim Edge 30 Pro ein topaktueller Snapdragon 8 Gen. 1.

Vorne gab es beim Edge 20 Pro Gorilla Glas 5, beim Edge 20 Pro Gorilla Glas 3.

Kameravergleich: Lohnt ein Umstieg?

Bei der Kamera zeigt sich der größte Unterschied zwischen den beiden Smartphones. Während das Edge 20 Pro eine 108-Megapixel-Hauptkamera und eine 8-Megapixel-Periskop-Zoomkamera hatte, verfügt das Motorola Edge 30 Pro über zwei 50-Megapixel-Kameras. Das soll einen verlustfreien Hybrid-Zoom zwischen der Weitwinkel- und der Hauptkamera ermöglichen. Das Edge 30 Pro bietet nun auch den optischen Bildstabilisator (OIS), der dem Motorola Edge 20 Pro noch fehlt.

Dafür ist der 50-fache Superzoom des Edge 20 Pro beim Edge 30 Pro schon wieder Geschichte. Makro- und Ultraweitwinkel bieten hingegen beide Geräte. Video-Freunde können mit dem Edge 20 pro und dem Edge 30 Pro in 8K filmen, allerdings reduziert sich jeweils die Frame-Rate.

Moto Edge 30 Pro Zoom
Beim Zoomen färbt die Software des Edge 30 Pro die Bilder Magenta.

Im Praxis-Test waren die Nachtaufnahmen des Motorola Edge 30 Pro sichtbar besser, obwohl die Kamera keinen eigenen Nachtmodus mehr bietet.

Der Zoom des Edge 30 Pro produzierte bei unserer Review-Unit übrigens immer einen Magenta-Ton über dem Bild, egal ob mit oder ohne HDR-Einstellung. Dies geschah unabhängig von den benutzten Filtern, und unterblieb nur bei S/W-Aufnahmen. Wir geben deshalb von einem Software-Fehler aus.

Software-Updates für die Edge Pro-Serie

UPdate Status Edge 30 Pro
Stand 5/22: Motorola Edge 30 Pro mit Januar-Patch.

Unser Redaktions-Androide Edge 20 Pro hat derzeit das Sicherheits-Patch vom 1.3.22. Die Review-Unit, obwohl schon unter Android 12, ist Anfang Mai immer noch bei Januar 22. Motorola verspricht für das Edge 30 Pro insgesamt drei Jahre Sicherheits-Patches und zwei große Betriebssystem-Updates.

Es bleibt aber zu hoffen, dass beides künftig mit weniger Verspätung eintrifft. Obwohl nämlich beide Modelle unter „purem“ Android-Laufen, scheint der Hersteller sich etwas Zeit lassen zu wollen. Vier Monate ohne Sicherheits-Patch ist bei einem aktuellen Spitzenmodell aber keine gute Referenz.

Display, Leistung, Zubehör

Beide Edge-Pro-Modelle bieten Displays mit bis zu 144 Hz. Das ist vor allem für Gamer interessant. Denn Anwendungen, die eine weniger hohe Bildwiederholrate benötigen, regeln beide Smartphones im Automatik-Modus nämlich herunter, das spart massiv Akkulaufzeit. Die meiste Zeit nutzt man deshalb beide Phones mit einer geringeren Bildwiederholrate.

Diverse Tests attestieren beiden Geräten hohe Rechen- und Grafikleistung. Für Leute, die keine extremen mobile Gamer sind, ist das nur im „Ready for“-Modus interessant. Also wenn man das Smartphone als Ersatz für den Desktop-PC nutzen will.

Wer „Ready for“ anpeilt, muss derzeit aber eigentlich das Edge 20 Pro wählen, denn hier ist das entsprechende Kabel inbegriffen. Es funktionierte mit dem Edge 30 Pro im Test zwar ebenfalls, ist aber einzeln derzeit praktisch nicht aufzutreiben.

Den neuen Stylus für das Moto Edge 30 Pro gibt es hingegen direkt beim Hersteller, inklusive passender Schutzhülle kostet er knapp 45 Euro.

Für wen lohnt sich das Edge 20 Pro oder Edge 30 Pro?

Ready For Motorola Edge30Jährliches Tauschen des Mobilgerätes ist ohnehin gerade nicht mehr schick – ein Glück. Wer also in Motorola Edge 20 Pro besitzt, für den gibt es wenig Grund, auf den Nachfolger umzusteigen. Das gilt vor allem, wenn das Update auf Android 12 wie angekündigt in den nächsten Wochen kommt. Im Langzeit-Test als Redaktionsandroide erwies sich das Gerät als zuverlässig und robust mit ordentlicher Kameraqualität.

Für das Motorola Edge 30 Pro sprechen drahtloses und Ultraschnell-Laden. Wer gerne mit einem Stylus arbeitet, hat außerdem in dem Gerät eine Alternative zum Samsung Galaxy S22 Ultra (rund 1.200 Euro).

Wer zwischen beiden Modellen schwankt, muss sich klarmachen, dass von den zwei Jahren versprochener Sicherheits-Patches beim Motorola Edge 20 Pro bereits ein Jahr abgelaufen ist. Beim Motorola Edge 30 Pro sind noch fast die kompletten drei Jahre auf dem Zähler. Zwei große Betriebssystem-Updates sollen beide Smartphones noch erhalten. Für das Edge 20 Pro wären das also bis Android 13, das Edge 30 Pro dann bis Android 14.

Insgesamt sind beide Geräte solide und sorgfältig gebaute Android-Smartphone der oberen Mittelklasse. Die unbestritten hohe Grafik- und Prozessorleistung ist vor allem für Gamer interessant.

Wer mit seinem Phone nur wenig daddelt, und eher in Chats und Social Media unterwegs ist, könnte sich deshalb alternativ auch das Edge 30 ansehen.

1 Trackback / Pingback

  1. Ramen Bowl to go: Clever lunchen - Techsonar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*