Kopfhörer für die Brille: Jlab JBuds Frames

Kopfhörer Brille Jlab JBuds Frames
Kopfhörer Brille Test
Die JBuds Kopfhörer für die Brille kommen im handgroßen Päckchen.

Wer weder Over-the-Ears noch In-Ears so recht etwas abgewinnen kann, kann sich jetzt seinen Kopfhörer an der Brille befestigen: Test-Vorhang auf für die Jlab JBuds Frames. Von Sonja Angerer

Kopfhörer an der Brille liegen gerade im Trend. Denn vor einigen Wochen haben wir schon die Soundcore Frames getestet. Die JLab-Frames heißen nicht nur ähnlich, sie funktionieren auch nach dem gleichen Prinzip. Bei beiden Produkten übertragen kleine Lautsprecher den Sound direkt vom Brillengestell an die Ohrmuschel. Die Hersteller nennen das „Open Ear Design“.

Bei den Jlab JBuds Frames hat man sich dabei für einen cleveren Weg entschieden: Denn die zwei kleinen Aufsteck-Module klemmt man einfach auf bestehende Korrekturgläser oder Sonnenbrillen. Das hat den Vorteil, dass die Brille immer schon perfekt passt. Beim Soundcore Frames-System ist es nämlich ein bisschen Glückssache, ob man ein Gestell findet, das einem steht und sich gut tragen lässt. Schließlich ist jeder Kopf unterschiedlich.

Mit knapp 60 Euro sind die Jlab JBuds Frames außerdem erheblich günstiger als das Soundcore-System, wo die Starter-Packung bei knapp 180 Euro beginnt.

Jlab JBuds Frames im Test: Die Basics

Kopfhörer Brille T Jlab JBuds Frames Kontakte
Die Akkus halten bis zu 8 Stunden.

Die Jlab JBuds Frames kommen in einem kleinen Päckchen im typischen Jlab-Blau. Darin sind die Aufsteck-Module, ein proprietäres Ladekabel und ein weiches Brillensäckchen. Es gibt außerdem noch Gummi-Stopper, mit denen man die Befestigungshaken der Ohr-Module etwas weniger rutschig macht. So halten sie besser am Brillengestell.

Als Test-Smartphone muss wie immer unser Redaktions-Androide Motorola Edge 20 Pro einspringen. Die Kopplung mit den beiden Modulen erfolgt unter Android 11 ganz easy in den Systemeinstellungen. Rechter und linker Lautsprecher synchronisieren sich dabei sofort für Stereo-Sound.

Mein Kopfhörer ist an der Brille

Kopfhörer Brille T Jlab JBuds Frames Ladekabel
Schick: Blaues Ladekabel für die JBuds.

Für den Praxistest durften die Jlab JBuds Frames an meine Brille mit Korrekturgläsern und sich im Redaktionsalltag beweisen. Das Anbringen der Module ist einfach, man steckt sie dort auf den Brillenbügel, wo die Bügelrundung beginnt. Mit meiner Brille habe ich Glück. An ihren mitteldicken Bügeln hält die Konstruktion ganz gut. Sogar beim Herumgehen bleiben sie an ihrem Platz.

Setze ich die Brille allerdings ab, schießt mindestens ein Modul sofort durch die Gegend. Das passiert auch beim Laufen und Springen leicht. Der Sportler in mir findet das ziemlich schade, denn die Jbuds haben Schutzklasse IPX4, sodass sie vor Spritzwasser geschützt sind. Man könnte mit ihnen also beispielsweise in leichtem Nieselregen durchaus laufen. TIPP: Brillenputztuch auch für die Sound-Module nutzen.

Draußen würde ich sie trotzdem nicht nutzen, weil sie sich wirklich relativ leicht vom Bügel lösen. Das gilt besonders, wenn man eine Mütze trägt, oder einfach längere Haare hat.

Soundqualität im Test Jlab JBuds Frames

Kopfhörer Brille T Jlab JBuds Frames Gummistopfen
Die Gummistopfen sollen helfen, damit die Module besser an den Brillenbügeln halten.

Bei der Arbeit höre ich gerne Ambient Sound, und dafür eignen sich die Jlab JBuds Frames tatsächlich sehr gut. Durch Bluetooth 5.0 bleibt die Verbindung lange erhalten, der Hersteller gibt bis zu 10 Meter an. Bis in die Redaktionsküche schafften sie es jedenfalls sogar durch Altbauwände, ohne dass es zu Aussetzern kam. Respekt!

An den wirklich eindrucksvollen Surround-Sound der Soundcore Frames kommt das Ergebnis allerdings bei weitem nicht heran. Das liegt vermutlich auch daran, dass es relativ schwer ist, die Aufsteck-Kopfhörer auf der Brille sicher und bequem zu befestigen. So sitzen die Lautsprecher mit 16-mm-Treibern und einer Frequenz von 20 Hz bis 20 kHz praktisch nie sicher am „Sweet Spot“.

Das Open-Ear-Design bringt aber noch ein ganz anderes Problem. Denn die Mini-Lautsprecher zielen ja nur ungefähr in Richtung Gehörgang. Je nach Lautstärke bekommt die Umgebung also ganz genau mit, welchen Podcast man gerade hört, oder auf welche Musik man so steht.

Bei meinen Ambient-Sounds war das unproblematisch, denn diese sind so leise, dass man ein paar Zentimeter von Brillen-Kopfhörer entfernt, schon nichts mehr davon mitbekommt. Meine Pop-Musik zur Mittagspause fangen die Kollegen dagegen ziemlich nervig.

Die nämlich musste ich auf der höchsten Lautstärke spielen, damit im Ohr überhaupt ein halbwegs satter Sound ankam. Das ist nicht nur ungesund, sondern auch ein echter Kollegen-Killer. Übrigens traten haargenau dasselbe Schwierigkeiten auch bei den Soundlab Frames auf. Open-Ear ist also eher für Einzelbüros praktikabel.

Das Gewicht der Jlab-Module empfand ich hingehen nicht als Problem. Sie sitzen so weit hinten an den Bügeln, dass der Nasensteg kaum zusätzlich belastet wird. Dadurch kann man den Brillen-Kopfhörer gut den ganzen Tag tragen. Der Akku soll laut Hersteller acht Stunden durchhalten.

Bedienung der Brillen-Kopfhörer

Kopfhörer Brille T Jlab JBuds Frames koppeln
Die Brillen-Kopfhörer koppelt man einfach in den BT-Einstellungen

Beide Module haben je einen beleuchteten Knopf, mit denen man sie ein- und ausschalten kann. Zusätzlich lassen sich Basic-Befehle wie die Tracksteuerung, Lautstärkeregelung, Anrufannahme und das Aufrufen des Sprachassistenten ausführen. Also, wenn man sich an all die Doppel-Klicks und Holds erinnern kann. Ich stehe mit solchen Bedienelementen grundsätzlich auf Kriegsfuß und ziehe lieber mein Smartphone aus der Tasche. Im Trocken-Test am Schreibtisch und mit der Bedienungsanleitung vor der Nase funktioniert die Steuerung die JBuds aber wie gewünscht.

Auch bei Anrufen mit dem Motorola Edge 20 Pro machten die Kopfhörer-Module ein gute Figur: Der Ton war sehr klar und ohne Lags, und auch meine Gesprächspartner am Mobiltelefon konnten mich gut verstehen. Das probeweise Koppeln an den PC für eine Teams-Konferenz war dagegen kein Erfolg. Denn meine Kollegen fanden mich viel zu leise. Und das, trotz höchster (!) Lautstärke am PC.

Soll ich mir die Jlab JBuds Frames kaufen?

Kopfhörer Brille T Jlab JBuds Frames Close_up
Die Lautsprecher bieten Lautsprecher 16-mm-Treiber und Frequenzen von 20 Hz bis 20 kHz.

Kopfhörer für die Brille sind nicht gerade ein Mainstream-Thema. Im Einzelbüro, oder etwa im Auto sind sie eine gute Alternative. Weil sie sich an jede vorhandene Brille anpassen lassen, spart man mit den Jlab Jbuds Frame im Vergleich zur Soundcore-Lösung zudem Rohstoffe.

Man muss allerdings ausprobieren, wie die Module an der eignen Brille halten. Mittelstarke Plastikbügel sind wohl am besten, deshalb funktionierte es im Test an meiner Bildschirmbrille gut.  Am dünnen Metallgestell meiner Wayfarer-Sonnenbrille fielen sie dagegen sofort wieder ab.

Irritierend fand ich allerdings die relativ geringe leise Gesamtlautstärke bei Musik. Oder zumindest dessen, was auf meinem Trommelfell ankam. Denn außerhalb de Frames hört man lautere Musik fast ebenso deutlich wie es der Träger tut. Im ÖPNV oder in der Bahn würde ich die Jlab Buds deshalb nicht ausprobieren wollen.

Wer aber beispielswiese im (Einzel oder Distanz)-Büro arbeitet, kann die Jlab JBuds Frames bequem den ganze Arbeitstag lang tragen und muss für Telefongespräche dann nicht erst das Headset suchen. Durch den relativ moderaten Preis von knapp 60 Euro kann sich die Anschaffung fürs Homeoffice also durchaus lohnen.

Über Sonja Angerer 1038 Artikel
Fachautorin und Redakteur. Bei Techsonar vor allem zuständig für die Bereiche Smartphone, Smart Home und Gadgets. Mit viel Erfahrung in Fachmagazinen, u.a Macwelt, Digifoto, Sign Pro Europe, Large Format und Fespa.com.