Moonbird Handheld Breathing Coach im Test: Der Traumvogel in meiner Hand

Moonbird Handheld Breathing Coach Test
Moonbird Handheld Breathing Coach
Den Moonbird Handheld Breathing Coach gibt es in 4 Farben.

Vor Nervosität die Wand hochgehen oder in sich ruhen? Atemübungen können helfen, mehr innere Balance zu finden. Mit dem Moonbird Handheld Breathing Coach in unserem Test sollen sich auch Stressbolzen binnen Minuten entspannt oder bettreif atmen. Klappt das? Wir haben es ausprobiert.

Pandemie Krieg, Energiekosten… da kann man heutzutage schon mal die Nerven verlieren. Wäre es nicht schön, wenn man so eine Art Beruhigungs-Gerät hätte, das einem dabei hilft, tagsüber oder abends abzuschalten? Das haben sich Stefanie und Michael Broes auch gedacht und Moonbird erschaffen. In diesem Artikel erklären wir Euch

  • Wie Moonbird funktioniert
  • Welche Daten erfasst werden und was die Moonbird App damit macht
  • Welche guten und schlechten Erfahrungen wir im Moonbird Handheld Breathing Coach-Test gemacht haben
  • Ob sich ein Kauf des Moonbirds lohnt.

Moonbird Handheld Breathing Coach: So funktioniert´s

Moonbird Handheld erstellten erstellen
Ohne Account lässt sich das Handheld nicht nutzen.

Das Moonbird kommt in einem Karton, etwas kleiner als der für ein modernes Smartphone. Im inneren findet man das spezielle Magnet-Ladekabel, eine Kurzanleitung sowie das Gadget. Moonbirds kommen in Hellblau, Grün, Off-White und Schwarz. Am oberen Ende des tropfenförmigen Geräts gibt es ein Herzfrequenz-Sensor mit einer grünen LED.

Das kleine Bluetooth-Gerät mit seiner angenehmen Silikon-Hülle wird über eine App für iOS oder Android gesteuert. Es leitet Atemübungen an, indem sich seine seitlichen „Flügel“ im angestrebten Rhythmus aufblähen und wieder zusammenziehen. Ein bisschen wirkt das wie ein futuristisches Haustier, ein Moonbird eben. Mein hellblaues Moonbird war mir jedenfalls auf Anhieb sympathisch. Es fiel wir dadurch sehr leicht, meinem Atemrhythmus seinen Bewegungen anzupassen.

Moonbird App: Einchecken
Vor jeder Übung fragt die App Stimmung und körperliches Befinden ab.

Vor der Verwendung muss man den Akku des Moonbirds über das beigelegte Spezial-Kabel mit USB-A-Anschluss aufladen. Ein Wandstecker fehlt, aber man kann den Laptop oder ein Smartphone-Netzteil dafür verwenden. Mit einer Akku-Ladung soll das Moonbird rund eine Woche durchhalten, bei etwa zwei kurzen Übungs-Sessions pro Tag.

Zum Ansteuern des Moonbirds benötigt man die kostenlose App für Android oder iOS. Zum Test des Moonbird Handheld Breathing Coach kam unsere derzeitiger Redaktions-Androide Oppo Find X5 Pro (Test) unter Android 12 zum Einsatz. Nach der Installation verband sich unser hellblaues Moonbird problemlos erstmalig mit dem Smartphone. Man weckt das Gadget aus dem Energiesparmodus, indem man es schüttelt. Auch dann war die Verbindung immer sofort da.

Man kann das Moonbird auch ganz ohne Smartphone aktivieren, indem man einfach den Finder auf den Sensor legt. Dann allerdings wird die Session nicht ausgewertet.

In der App kann man zwischen den vier Kategorien „Eine Atempause“, „Einschlafen“, Box Breathing“ (Stressabbau) sowie Angstzustände abbauen. Außerdem kann man seinen eigenen Atemrhythmus programmieren. Das ist beispielsweise für all diejenigen interessant, die bereits spezielle Yoga-Atemübungen praktizieren. Für jede Übungskategorie kann man einen Zeitrahmen zwischen 2 und 30 Minuten einstellen.

Die Lieblingsübung kann man auch direkt auf dem Moonbird speichern. Das bedeutet, dass man den Moonbird Handheld Breathing Coach einfach durch Schütteln und Auflegen des Daumens auf den Sensor weckt. Die Lieblingsübung läuft dann ab, ohne dass man ein Smartphone zur Hand nehmen muss. Gerade vor dem Schlafengehen kann das sehr praktisch sein.

Leichter Entspannen mit Moonbird durch Daten-Feedback

Moonbird Sleeping Device Rückseite
Das Moonbird hat auf der Rückseite magnetische Ladepunkte.

Beim Start der Moonbird Handheld Breathing Coach App im Test fragt diese zunächst nach dem subjektiven psychischen und körperlichen Wohlbefinden. Durch den Fingerprint-Sensor werden während der Übungssequenz

  • HR (Herzfrequenz)
  • HRV (Herzfrequenzvariabilität) und
  • Kohärenz erhoben.
Moonbird App: Kohärenz
Der Kohärenzwert in der App zeigt an, wie gut die Syncro von Herzschlag und Atmung ist.

Dazu muss man über einen Mailadresse ein Moonbird-Konto einrichten. In den Datenschutz-Bestimmungen behält sich Moonbird das Recht vor, die so entstandenen Gesundheitsdaten aggregiert umfassend zu teilen. Das gilt auch für Käufer, Partner und Drittanbieter außerhalb der europäischen Union. Diese Bestimmungen sind allerdings ziemlicher Standard. Die es sich um zusammengefasste Daten handelt, können laut Anbieter keine Rückschlüsse auf einzelne Nutzer bezogen werden.

Die Herzfrequenz

Die Herzfrequent wird beim Moonbird über die Adern im Daumen gemessen. Das funktioniert ähnlich bei etwa bei einer Apple Watch (Test), nur dass diese am Handgelenk den Blutfluss in den Adern überwacht. Daraus berechnen solche Sensoren die Herzfrequenz. Das ist inzwischen relativ genau, allerdings halten die meisten Experten nach wie vor den Brustgurt für das Maß aller Dinge. Im Test des Moonbird Handheld Breathing Coach stimmten jedenfalls die Frequenzmessungen des Schlafvogels und meiner Apple Watch sehr gut überein. Je geringer die Herzfrequent, desto trainierter (und im Augenblick entspannter) ist man.

Die Herzfrequenzvariabilität

Gesamtauswertung Moonbird App
Wie war die Session? Die Moonbird-App wertet aus.

Die Herzfrequenzvariabilität zeigt an, wie unterschiedlich die Herzschläge sind. Eine hohe Variabilität bedeutet, dass man sich leichter von Stresszuständen erholt. Die Übungen zielen deshalb darauf ab, den individuellen Wert zu erhöhen.

Die Kohärenz

Kohärenz bedeutet in diesem Zusammenhang, dass sich der Atem- und Herzrhythmus synchronisieren. Das maximiert die Sauerstoffaufnahme und erzeugt ein Gleichgewicht zwischen dem parasympathischen und dem sympathischen Nervensystem. Die Moonbird-App zeigt die Kohärenz nach dem Ende der Übung in hell-, mittel- und dunkelblau an. Dunkelblau markiert die weitgehende Synchronisation. Allerdings fiel es mir im Test manchmal schwer, zwischen den Farbtönen zu unterscheiden, vor allem bei Hell- und Mittelblau.

Durch die App-Auswertung kann man also schnell erfassen, welche Veränderungen am Stress-Level nach einer Übung mit dem Moonbird eingetreten sind. Natürlich lassen auch Wochen- und Jahrestendenzen aufzeichnen.

Gute und schlechte Erfahrungen mit dem Moonbird Handheld Breathing Coach

Moonbird Kabel
Der Moonbird Handheld benötigt ein proprietäres Kabel zum Laden.

(+) Im Test hat mit der Moonbird Handheld Breathing Coach tatsächlich geholfen, mich vor dem Schlafengehen zu entspannen. Ich nutzte das Gadget abwechselnd mit der Loóna App, die ebenfalls als Einschlaf-Hilfe konzipiert ist. Tagsüber fand ich den Mondvogel aber noch praktischer: Egal ob ich mich nach einem Telefonat ärgern musste oder am Nachmittag in ein Konzentrationsloch fiel, mein Moonbird sorgte dafür, dass ich mich gleich besser fühlte.

(-) Wer schon Erfahrung mit Atemübungen hat, kann auch mit einer der vielen neuen Atem-Apps oder ganz analog arbeiten. Mit knapp 180 Euro ist der Moonbird Handheld Breathing Coach über die Hersteller-Webseite nämlich nicht gerade günstig. Allerdings fallen derzeit zusätzlich keine weiteren Abo-Gebühren für die Nutzung aller Funktionen der App an.

(+) Allerdings machen Atemübungen mit dem Moonbird erheblich mehr Spaß als ohne. Im Test kamen auch Personen, die sonst nichts mit Yoga & Co. zu tun haben, auf Anhieb zurecht.

Moonbird Sensor Ansicht
Der Moonbird Sensor ist flach ins Gehäuse eingelassen.

(-) Das proprietäre Ladekabel sollte in einer nächsten Moonbird-Version komplett auf USB-C umgestellt werden. Denn gerade Reisende sind ohne passendes Stromversorgung unterwegs aufgeschmissen. Zudem bedeutet jedes Ladekabel zusätzlichen Elektroschrott.

(+) Mit seinen bunten Farben und dem einfachen Funktionsprinzip könnte ich mir vorstellen, dass auch Kinder ab etwa 5 Jahren mit dem Moonbird entspannen können. Dazu sollte die App allerdings das Anlegen mehrere Nutzer unterstützen.

Soll ich mir den Moonbird Handheld Breathing Coach aus dem Test kaufen?

Moonbird Daumen auf Sensor
Der Sensor nimmt über den Daumen Gesundheitswerte auf.

Wer gerne Geld für Wellness- und Gesundheits-Gadgets ausgibt, sollte sich das Moonbird unbedingt ansehen. Denn durch die weiche Oberfläche und das sanfte „Atmen“ fühlt sich das Gerät wirklich wie ein beruhigender kleiner Vogel an. Man kann ihn in der Hand halten, und dabei entspannen. Schnell stellte sich dabei ein gewisse emotionale Bindung zu unserem Testmuster ein…

Anders als bei einer reinen App-Lösung braucht man zu den Entspannungs-Sessions nicht einmal zwingend ein Smartphone während der Übung. Dadurch können es mit etwas Hilfe auch Kinder oder ältere Menschen einsetzen.

Innerhalb der App kann man in aufeinander aufbauenden Übungs-Sessions zudem tiefer in das Thema Atmen und Atemkontrolle einsteigen. Für den „Normalnutzer“ ist das womöglich etwas arg „nerdig“. Generell könnte die App vielleicht noch etwas klarer und aufgeräumter sein.

Nicht geeignet ist das Moonbird dagegen für Menschen, die sich auf das Thema Atemübungen partout nicht einlassen mögen. Da hilft dann auch ein persönliches Atem-Trainer-Gadget nichts mehr. Für alle anderen gilt: Bis Weihnachten ist es gar nicht mehr so lang!

Text: S. Angerer