Stojo Faltbecher – Schluss mit Einweg

Stojo Taschenbecher
Stojo Collapsible Cup
Der Stojo Collapsible Cup besteht aus Silikon, Deckel und Handschutz aus Kunststoff.

Ich trinke gerne meinen Kaffee unterwegs. Aber natürlich sind Einweg-Verpackungen nicht mehr zeitgemäß. Mit dem Stojo Faltbecher soll es endlich eine praktikable Alternative für mobile Menschen geben. Ich mache den Praxistest. Testerin: Sonja Angerer

Bei Starbucks verlangen sie jetzt 5 Cent mehr, wenn man seinen Kaffee im Einweg-Becher kauft. Aber auch sonst wird man inzwischen unterwegs beim Ordern von To-go Kaffee oft schräg angeschaut. Ich finde allerdings, dass sperrige Mehrweg-Thermobecher keine Alternative sind. Zumindest dann, wenn man nicht mit dem Auto unterwegs ist. Der Stojo Faltbecher („Collapsible Cup“) wendet sich explizit an Fußgänger und ÖPNV-Pendler. Kein Wunder, er wurde ja auch in New York erfunden. Das jedenfalls erklären die Gründer.

Man muss allerdings nicht in die USA fahren, um sich die Faltbecher mitzunehmen. Die Collapsible Cups kann man hierzulande etwa über Amazon oder Asos in diversen Farben ordern. Mein Modell in Jeansblau kostete knapp 15 Euro. Es fasst 8 oz, das entspricht 237 ml. Es gibt noch 12, 16 oder 24 oz. Diese Größen sind allerdings in Europa zum Teil etwas schwieriger zu bekommen, bei 16 und 24 oz steckt außerdem in Strohhalm im Deckel, den ich relativ unnütz finde.

Der Stojo Faltbecher – die Details

Das spannende im Stojo ist in einen Augen, dass man den Becher eben nicht in der Flaschenhalterung seines Rucksacks den ganzen Tag schwer rumschleppen muss. Denn dort befindet sich, zumindest bei mir – eben die Trinkflasche.

Der Stojo ist ein Taschenbecher. Nach Gebrauch kann man den Body aus Silikon wie ein Teleskop zusammenschieben. Die so entstehender Scheibe ist etwa 4 cm hoch und ca. 8 cm im Durchmesser.

Stojo Taschenbecher Deckel
Zusammengeklappt ist der Taschenbecher ca. 4 cm hoch.

Den Deckel aus Polypropylen kann man abschrauben. Er hat außerdem eine Silikon-Abdeckung für das Trinkloch. Diese kann man zum Reinigen abnehmen. Außerdem gibt es noch eine Kunststoff-Manschette. Sie soll verhindern, dass man sich an heißem Inhalt die Finger verbrennt. Außerdem stabilisiert sie die Konstruktion. Denn der Becher ist in der Hand doch ein bisschen – wobbelig.

Stojo Taschenbecher im Praxistest

Stojo Faltbecher zusammengeklappt
Der Stojo-Faltbecher sifft nicht, wenn man ihn benutzt in die Tasche steckt.

Mit meinem nagelneuen, vorsorglich noch gut ausgespülten Stojo marschiere ich zum Kaffee-Laden ums Eck. Meine Becher wird sehr bewundert, und auch ohne Probleme befüllt. In das 8 oz-Modell passt ein kleiner Cappuccino perfekt.

Ich freue mich, stelle den Becher kurz ab, und bin etwa unaufmerksam: Und schon ergießt sich der gesamt Inhalt auf den Boden. OK. Überhaupt nicht peinlich. Der Decker war nur aufgelegt, und ich bin wohl mit dem Arm hängengeblieben. Allerdings wirklich ganz, ganz leicht. Bei 4,5 cm Standfläche im Durchmesser ist die Konstruktion also eher nicht so wahnsinnig standfest. Nun ja, ist klar, dass der Becher unten deutlich schmaler ist. Denn sonst kann man ihn ja nicht zusammenfalten. Dass er so leicht kippt, hätte ich allerdings nicht erwartet. Auf meinen Schreibtisch kommt der schon mal nicht.

Zweiter Versuch. Der Deckel auf dem zweite Cappuccino wird zugeschraubt, ich verlasse den Laden ohne einen weiteren Unfall. Dank der Manschette ist der Stojo Faltbecher sehr angenehm zu tragen, und aus dem Deckelloch trinkt es sich sehr schön. Wenn man ihn erst mal in der Hand hat, gebe ich dem dem Stojo also volle Punktzahl.

Der Cappuccino ist schnell ausgetrunken, ich will den Becher zusammenfalten. Doch Stopp: Im Inneren hängt noch ziemlich viel Milchschaum. Den sollte man ausleeren oder wegtrinken, bevor man den Becker zusammenfaltet, sonst gibt das eine ziemliche Sauerei. Weil es nämlich aus dem Trinkloch spritzt.

Einmal zusammengefaltet, leckt aber nichts mehr aus dem zusammengefalteten Becker. Denn der Silikonstreifen als Trinkloch-Abdeckung hält dicht. Man kann einen benutzten Stojo also ohne Probleme auch in Rucksack oder Handtasche stecken. Das empfinde ich schon als sehr angenehm. Zumal das ganze Teil nur in etwa so viel wiegte wie eine Tafel Schokolade.

Pflege des Stojo Collapsible Cups

Stojo Collapsible Cup abwaschen
Man kann den Stojo Faltbecher auch in die Spülmaschine geben.

Laut Hersteller ist der Becher mikrowellengeeignet. Ich stelle in also ein paar Sekunden in unsere uralte Mikro, um meinen Tee wieder aufzuwärmen. Das ist erwartungsgemäß kein Problem. Weil der Becher aber eben sehr schnell kippt, würde ich darin allerdings kein kochendes Wasser produzieren wollen.

Man kann den Stojo auch in der Spülmaschine reinigen. Das jedenfalls gibt der Hersteller an. Im Internet findet man allerdings einige Berichte, wonach das zu Verfärbungen führen kann. Zum Teil soll das Silikon auch den Geschmack des Spüli-Tabs annehmen. Deshalb habe ich dem Stojo unsere vorsintflutliche Spülmaschine nicht zugemutet, sondern mit der Hand gespült. Man kann den Becher übrigens für eine gründliche Reinigung komplett auseinandernehmen und auch das Kunststoff-Gewinde vom Silikon trennen. Finde ich gut, und klappt ohne Probleme.

Allerdings riecht man auch nach dem Reinigen den Kaffee ein bisschen. Das stört mich jetzt nicht so sehr, eben weil ich den Becher speziell für Kaffee gekauft habe. Ich hege allerdings den Verdacht, dass das störend wirken kann, wenn man darin regelmäßig auch Schokolade oder Tee mitnehmen will.

Soll ich mir einen Stojo Collapsible Cup kaufen?

Stojo Faltbecher
Der Stojo Faltbecher kommt in einer minimalistischen Papp-Verpackung.

Wer oft unterwegs Kaffee trinken muss, und zu Fuß oder mit dem ÖPNV unterwegs ist, der hat mit Stojo eine sinnvolle Alternative sowohl zum Metall-Thermos-Becher wie auch zum Einweg-Müll aus beschichtetem Papier. Natürlich hält der Becher nicht viel länger warm als ein Papierbecher, aber das ist ja auch gar nicht gefordert.

Ich liebe die Tatsache, dass man den Becher leicht mitnehmen und auch benutzt wieder klein zusammengefaltet in die Tasche stecken kann, ohne Flecken befürchten zu müssen. Es ist allerdings sicher nicht sinnvoll, ihn gefüllt in einer Tasche oder in einem Außenfach zu transportieren, „zu wobbelig“. Der Hersteller rät davon auch explizit ab.

Das lebensmittelechte Silikon des Bechers soll laut Hersteller jahrelang halten. Das sollte es natürlich auch, den sonst ist die Ökobilanz des Bechers vermutlich … nicht so toll. Ein Problem, dass er im Übrigen mit vielen Mehrweg-Lösungen teilt. Bisher kann man auch noch keine Ersatzteile in Deutschland kaufen. Das sollte sich unbedingt ändern, damit der Becher wirklich lange im Einsatz bleiben kann.

In puncto Müllvermeidung ist der Stojo Faltbecher natürlich top. Denn wer sich an 20 Arbeitstagen im Monat einen Kaffee im Pappbecher mitnimmt, produziert einen ganzen Müllsack davon. Das verhindert der Stojo effektiv und sympathisch. Und man sieht natürlich auch unfassbar cool aus, während man sich ihn füllen lässt. Bleibt nur zu hoffen, dass der Becher bei einer weiteren Verbreitung noch etwas günstiger wird.